Verwertung der Ergebnisse

Medikamentensuche durch "Docking"-Simulationen (Mapping Cancer Markers, FightAIDS@home, Smash Childhood Cancer, ...)
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Bananeweizen
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#1 Ungelesener Beitrag von Bananeweizen » 21.06.2001 17:05

Hallo allerseits !



Wer von euch, der beim THINK-Projekt mitrechnet, hat sich eigentlich schon mal damit beschäftigt, was mit den Rechenergebnissen passiert? Auf meiner Projektseite zu THINK findet ihr ganz unten einen Link, der euch zu einer Seite der Universität von Oxford führt, auf dem die Eigentumsverhältnisse bezüglich der Ergebnisse aufgelistet sind.



Wer sich das mal genauer durchliest, wird feststellen, daß sämtliche Ergebnisse Eigentum der Uni von Oxford werden und diese sämtliche Patent- und Verwertungsrechte für eventuell gefundene Medikamente bekommt. Nix mit "Ich rechne für eine bessere Zukunft...". Unter diesem Gesichtspunkt wollte ich mal anregen, daß ihr euch auch solche Projekte wie Folding@home, Genome@home oder Folderol anschaut. Bei denen wird von vornherein klargestellt, daß die Ergebnisse frei einsehbar sind.



Ciao, Michael.



PS: Kann leider erstmal nicht mehr mitdiskutieren, bin ab morgen mittag im Urlaub :razz:

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vfrey
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#2 Ungelesener Beitrag von vfrey » 28.06.2001 18:37

Ist das schlimm, wenn die Oxford University irgendwelche Patentrechte durch meine Rechnerleistung bekommt? Wichtig ist doch erstmal, eine Lösung zu finden, nicht, wer daran dann verdient, oder? gruß vfrey

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Phippi
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#3 Ungelesener Beitrag von Phippi » 29.06.2001 19:12

Klar ist es wichtig eine Lösung zu finden, aber wie sieht es danach aus, bekommen nur die Zugang zu der Lösung, die auch genug Geld haben.



Ich bevorzuge lieber Projekte, deren Resultate jedem zugänglich sind.



cu

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bluumi
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#4 Ungelesener Beitrag von bluumi » 02.07.2001 07:07

Gutes Beispiel war ja da das mit den AIDS-Medikamenten und "ner kleinen PharmaFirma".

:eek: :eek:



Da heben die doch glatt lizenzpflichtige Medikamente in Afrika (glaubs an "ÄRZTE ohne Grenzen") verkauft um den Afrikanern zu helfen.



Dabei gab die kleine PharmaFirma die Medikamente zum Produktionspreis ab, statt die überteuerten Lizenzen zu bezahlen. (für ein paar mark statt weit über tausend pro Packung). Prompt wollte der Lizenzgeber (ein Pharamariese) die kleine Pharmafirma verklagen auf Millionen.....



Kurzum. Wer die Rechte besitzt muss nicht ein Menschenfreund sein. :sad: :sad: :sad:



cya Bluumi
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vfrey
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#5 Ungelesener Beitrag von vfrey » 02.07.2001 21:24

Ja, Ihr habt ja Recht...einerseits. Ein Kollege von mir, den ich auf das Projekt hingewiesen habe (und der übrigens Serbe ist) meinte, von ihm aus könnten die Rechte an einem tatsächlich funktionierendem Krebsbekämpfungsmittel auch bei Slobodan Milosevic liegen und da hat er auch wieder Recht...andererseits.

Also: "Wichtig ist, was hinten rauskommt." (Dr. Kohl)

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M. Franckenstein
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#6 Ungelesener Beitrag von M. Franckenstein » 28.07.2001 00:00

Hallo,



ich denke das das mit der Lizenz schon OK ist, da es mit der zeit eh` für alle sein wird -durch Kopien.



Was ich meine?



Wieviele Kopfschmerzmittel gibt es auf der Welt (oder Deutschland)?



Dolormin, Novalgin, ASS Ratiopharm, IBU Ratiopharm, Ratiopharm (alle jetzt ohne die Nummer) - um nur einige zu nennen. Schaut Euch die Verpackung an und Ihr werdet sehen das in allen dieselbe Medikation steckt.



Ist die Lösung gefunden dauert es eh' nicht lange und jede Firma bringt ein Produkt auf den Markt.



Wie? --> Na die kaufen sich teuer das Produkt der Konkurrenz und analysieren es. Stellen es selber her, geben es einen anderen Namen und machen es billiger (damit man es bei Ihnen kauft).



Ich denke das es eh wie bei Tarifverträgen ablaufen wird, ich meine damit das die Medikation allgemeingültig erklärt wird, sa das jeder Mensch auf der Erde die Chance hat es zu bekommen und die Heilung nicht nur Sache der Reichen ist/wird.





JE1SUS

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LinuxFan
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#7 Ungelesener Beitrag von LinuxFan » 28.07.2001 13:24

Ne Kopfschmerztablette ist leider nicht mit einem Krebsmedikament vergleichbar.



Derzeit kostet eine Behandlung mit einem gewöhnlichen Krebsmedikament meistens mindestens 20.000 DM. Ob nun Lizenzen, Herstellung, Distribution, Anwendung oder schlicht Profitstreben diese Kosten maßgeblich verursacht, mag ich nicht zu beurteilen.



Trotzdem wäre es naiv zu glauben, in Ländern ohne ein solidarisches Gesundheitssystem wäre eine Behandlung für jeden erschwinglich, und selbst in Ländern mit solidarischem Gesundheitssystem bleibt fraglich, wie lange man das noch finanzieren kann. Schon heute gibt es ja starke Beschränkungen der Anwendung (in Deutschland): Wenn der Nutzen eines Medikaments für einen bestimmten Zweck nicht eindeutig nachgewiesen ist, bezahlt die Krankenkasse die Anwendung nicht. Dieser Nachweis kostet etwa 10 Millionen DM. Selbst wenn Studien in Fachzeitschriften wie Science oder Nature den Nutzen bestätigen, wird das von den Krankenkassen ignoriert. Man kann also sehen, wie groß der Kostendruck heute schon ist, und das wird in Zukunft auch sicherlich nicht besser.



<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LinuxFan am 28.07.2001 14:46 ]</font>

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M. Franckenstein
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#8 Ungelesener Beitrag von M. Franckenstein » 29.07.2001 17:02

Hallo,



abwarten....., oder? Sich jetzt darüber zu streiten wäre nicht gut. -HABMICHLIEBSMILEY-



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#9 Ungelesener Beitrag von vfrey » 22.08.2001 18:11

Im UD-Forum gibt's einen Thread (übrigens gepostet von LinuxFan <IMG SRC="/phpBB/images/smiles/icon_wink.gif" alt="Wink">), wer die Rechte an den Ergebnissen denn erhält. Wenn man den Postings so folgt, entfallen die Rechte auf die Uni Oxford und die National Cancer Association. Wenn ich es richtig verstehe, sichert Oxford zu, die Ergebnisse des Projekts zu geringen Gebühren an Interessenten weiterzugeben (naja, nicht so gut wie Stanford, aber immerhin). <IMG SRC="/phpBB/images/smiles/spiny.gif" alt="rotate">

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#10 Ungelesener Beitrag von M. Franckenstein » 26.08.2001 16:27


Wenn ich es richtig verstehe, sichert Oxford zu, die Ergebnisse des Projekts zu geringen Gebühren an Interessenten weiterzugeben (naja, nicht so gut wie Stanford, aber immerhin). <IMG SRC="/phpBB/images/smiles/spiny.gif" alt="rotate">


Die Angabe geringe Gebühren ist ja sehr konkret <IMG SRC="/phpBB/images/smiles/icon_smile.gif" alt="Smile"> und in wie weit kann man dann die Ergebnisse verwerten *lol* Ich mach aber trotzdem weiter...





<IMG SRC="/phpBB/images/smiles/wavey.gif" alt="winken">

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#11 Ungelesener Beitrag von vfrey » 28.08.2001 22:35

Na ja, um meinen Ruf zu retten: sowohl Oxford als auch die National Cancer Association sind non-profit-organisations (im Gegensatz zu UD). Und wer gibt uns die Garantie, dass nicht die (frei publizierten) Ergebnisse von Stanford als erstes von einem Pharma-Multi genutzt werden? <IMG SRC="/phpBB/images/smiles/icon_eek.gif" alt="Surprised">

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: vfrey am 28.08.2001 23:36 ]</font>

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Der Diplomat
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#12 Ungelesener Beitrag von Der Diplomat » 30.08.2001 15:59

Nun ja, vfrey, das hoffe ich doch. Ich meine, ich will doch, dass es Medikamente gibt, die um einiges besser erforscht sind, bei denen man w-e-i-ß, dass sie helfen.



Man weiß heute ja noch nicht einmal, ob zwei präparate zusammen 100% den Erfolg versprechen, bei dreien ist der Arzt bereits skeptisch. Da hilft nur noch die Erfahrung.



Mit der Computerkraft wollen wir doch helfen, dass man solche Verbindungen voraussagen kann. Dafür gibt es natürlich noch kein distributed computing-Projekt, aber UD, genome@home, folding@home sind doch ein Anfang.



Und wer, wenn nicht die Pharma-Multis sollen denn die Präparate auf dem Markt bringen? Die kleinen Biopharmafirmen gehen ein, wenn das Präparat, an dem sie jahrelang forschen und für das sie venture-capital und Unterstützung vom Staat (Steuergelder) bekommt, kein Erfolg wird.



So sehr man gegen die großen schimpft, ohne sie gibt es keine schnelle Umsetzung, für die, krank sind und hoffen..



Der Diplomat

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