Medikament gegen AIDS gefunden?

Projektunabhängige Entdeckungen, Forschungen und Spekulationen
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frank
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#49 Ungelesener Beitrag von frank » 14.10.2004 22:20

Ansatz für Creme gegen Aids entdeckt
Washington (dpa) - US-Forscher haben einen Ansatz für eine Vaginalcreme vorgestellt, die vor Aids schützen könnte. Ein Mini-Eiweiß blockierte in einer Studie das Eindringen der Erreger über die Scheidenschleimhaut bei weiblichen Rhesusaffen. 12 von 15 Affenweibchen waren durch die Substanz namens PSC-RANTES vor einem veränderten Aidsvirus geschützt, berichtet ein Forscherteam im US-Fachjournal «Science» (Bd. 306, S. 485) vom Freitag. Von 15 Kontrolltieren seien dagegen nur 4 virenfrei geblieben.
Keines der 5 Affenweibchen, die mit der höchsten Konzentration von PSC-RANTES vorbehandelt gewesen seien, habe sich mit dem Virus angesteckt. Vier von fünf Affenweibchen seien auch bei der auf ein Drittel verdünnten Konzentration noch geschützt gewesen. Ein Zehntel der Ausgangskonzentration habe die Infektion bei drei von fünf Affenweibchen verhindert.
Noch sei eine Übertragung der Vorbeugemaßnahme auf den Menschen nicht in Sicht, schreiben die Forscher. Aber für Regionen, in denen Kondome kaum benutzt würden, seien Mittel zum Auftragen auf die Vagialschleimhaut der ideale Weg, die Ansteckung von Frauen zu verhindern. Die Untersuchung liefere den Beweis für die Wirksamkeit derartiger Vorbeugemaßnahmen.
Das Team um Michael Lederman von der Universitätsklinik der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio) hatte narkotisierten Tieren Lösungen mit PSC-RANTES oder mit einem unwirksamen Placebo auf die Vaginalschleimhaut aufgetragen. 15 Minuten später wurde die Schleimhaut der Affen mit Aids-Erregern benetzt.
PSC-RANTES ist ein künstlich veränderter Zellbotenstoff, der bereits in früheren Studien das Eindringen von Aidsviren in angezüchtete Zellen verhindert hatte. Scheinbar vermindere er die Zahl der Andockmoleküle, über die sich Aidsviren Zugang in die Zellen verschaffen. Es sei auch denkbar, dass das Molekül den «Türöffner» blockiere, berichten die Forscher. Nebenwirkungen seien bei den Affen nicht beobachtet worden.


Weltweites mysteriöses Sterben von Fröschen und Kröten
Washington (dpa) - Weltweit sterben Frösche, Kröten und Salamander derzeit rasch aus - oft aus rätselhaften Gründen. Die Zahl von 43 Prozent aller bekannten 5743 Amphibienarten sinkt. Bei fast der Hälfte der 435 am stärksten bedrohten Arten ist die Ursache des Sterbens nicht bekannt. Sie verschwinden sogar in Schutzgebieten. Diesen weltweiten Überblick mit Daten von mehr als 500 Forscher aus über 60 Ländern präsentiert die Online-Ausgabe des US-Fachblattes «Science» (10.1126/science.1103538). Besonders gefährdet sind beispielsweise Magenbrüterfrösche und Pfeiffrösche.
Das Aussterben der Amphibien übertreffe das von Vögeln und Säugern, berichtet das Team um Simon Stuart von der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Washington. Bei den Amphibien seien 7 Prozent aller Arten kritisch bedroht. Bei Säugern seien es knapp 4, bei Vögeln knapp 2 Prozent der bekannten Arten. Allein in den vergangenen 25 Jahren seien wahrscheinlich 113 Amphibienarten ausgestorben. Gerade für die rätselhaft verschwindenden Arten gebe es bislang keine Schutzmöglichkeit. Selbst die Zucht in Gefangenschaft sei häufig schwierig.
Das bislang rätselhafte Amphibien-Sterben dominiere in Süd- und Mittelamerika sowie in Australien, schreiben die Wissenschaftler. Dieses Phänomen betreffe 207, und damit fast die Hälfte, aller am stärksten bedrohten Arten. Derzeit breite sich das mysteriöse Aussterben auf Peru und Chile, die Dominkanische Republik, Tansania und Spanien aus. Gerade das dieses Artensterben verlaufe besonders schnell.
Von den am stärksten bedrohten 435 Arten verschwinden 50 auf Grund extremer Naturausbeutung. Diese leben der Studie zufolge vor allem in Ost- und Südost-Asien. Die Zerstörung der Lebensräume bedrohe aber auch zahlreiche Arten in der Karibik, Südost-Asien und Westafrika sehr stark.

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#50 Ungelesener Beitrag von frank » 18.10.2004 09:54

Größtes Teleskop der Welt mit deutschem Gehirn in Arizona in Betrieb
Tuscon (dpa) - Im US-Bundesstaat Arizona ist am Samstag das größte optische Einzelteleskop der Welt in Betrieb genommen worden. An der gigantischen Anlage auf dem Graham-Berg enthüllten Wissenschaftler eine Gedenkplakette, die mit einer deutschen, einer italienischen und einer US-Fahne verhüllt war. Institute aus diesen Ländern haben das Large Binocular Telescope (LBT) gebaut und finanziert. Deshalb steht deutschen Forschern ein Viertel der Beobachtungszeit zu. Das Teleskop ist so stark, dass in 2,5 Millionen Kilometern Entfernung noch das Licht einer Kerze nachzuweisen ist. Indianer, denen der Berg heilig ist, und Umweltschützer hatten zuvor gegen das Projekt protestiert.
«Die Anlage ist atemberaubend», sagte der Kosmologe Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand des Astrophysikalischen Instituts Potsdam, in einem dpa-Gespräch. «Es ist eines der größten wissenschaftlichen Projekte, an dem Deutschland ganze vorn mit dabei ist.» Steinmetz war mit etwa 25 Wissenschaftlern aus Deutschland bei der Feier. Die Projektleitung demonstrierte, wie die Seitenwände des drehbaren Gebäudes zur Sternenbeobachtung aufgeklappt werden können.
Deutsche Astrophysiker und Kosmologen wollen in Arizona einem der größten Geheimnisse des Universums auf die Spur zu kommen: «Das ist die heiße Frage: Wann sind die ersten Sterne entstanden?», sagte Steinmetz. Zudem wollen sie erstmals Planeten in anderen Sonnensystemen nachweisen. Aus deutschen Werkstätten stammt das «Gehirn» der Anlage: die Steuerungseinheit und die Messgeräte. Die Italiener bauten die Kamera, die Amerikaner Hard- und Software.
Das neue Teleskop ist leistungsstärker als alles, was bislang gebaut wurde. «Damit wird Neuland betreten. Es ist die erste Anlage der nächsten Generation», sagte Steinmetz. Das Teleskop hat zwei je 18 Tonnen schwere Spiegel mit einem Durchmesser von je 8,4 Metern. Einer wurde bereits installiert, der andere wird in Tuscon noch poliert. Wenn die beiden Spiegel zusammengeschaltet sind, erlaubt dies wie bei einem gigantischen Feldstecher einen plastischen Blick ins All. Nach Angaben von Steinmetz ist damit erst 2007 zu rechnen.
Die einzelnen Komponenten des Teleskops müssen in den kommenden Monaten noch aufeinander abgestimmt werden «Die reine wissenschaftliche Nutzung beginnt erst 2006», sagte Steinmetz. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse seien aber schon möglich. Im Frühjahr sind bereits 10 bis 20 Beobachtungsnächte geplant. «Das ist wie bei einer Testfahrt im Auto. Es läuft alles, aber noch sitzt der Konstrukteur mit im Auto und nicht nur der Kunde.» Als erstes müssen die beiden Spiegel noch versilbert werden. Die Arbeiten hatten sich wegen eines Waldbrandes in Arizona im Sommer verzögert. Die Geräte dafür konnten nicht rechtzeitig auf den Berg gebracht werden.
An dem Gemeinschaftsprojekt haben die Max-Planck-Institute aus Heidelberg, Garching und Bonn sowie das Astrophysikalische Institut Potsdam und die Landessternwarte Heidelberg mitgearbeitet.
Apachen und Umweltschützer hatten lange gegen das Projekt protestiert und den Bau mehrfach verzögert. Den Indianern ist der Berg heilig. Naturschützer sehen ein besonderes Ökosystem mit fünf Klimazonen gestört. Die Feier am Samstag wurde von einem großen Polizeiaufgebot überwacht. Zwischenfälle gab es nicht.

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#51 Ungelesener Beitrag von frank » 20.10.2004 23:08

Menschliches Genom «komplettiert» - weniger Gene als angenommen
London/Jena (dpa) - Der Mensch besitzt 20 000 bis 25 000 Gene und damit deutlich weniger als die bisher angenommen 30 000 bis 40 000 rbanlagen. Dies geht aus der nun weitgehend kompletten Version des Menschlichen Erbguts hervor, die das internationale Humangenomprojekt (IHGSC) an diesem Donnerstag im britischen Fachjournal «Nature» (Bd. 431, S. 931) vorstellt. Die Zahl der chemischen Bausteine des Erbmoleküls DNA beziffert das Konsortium nun auf 3,08 Milliarden. Davon seien inzwischen 2,88 Milliarden (rund 93,5 Prozent) mit bislang unerreichter Genauigkeit in den frei zugänglichen Datenbanken des öffentlich finanzierten Genomprojektes gespeichert. Genetiker haben das menschliche Genom bereits mehrfach als «entziffert» bezeichnet. Besonders groß war die Aufmerksamkeit im Februar 2001, als sowohl das IHGSC als auch die privat finanzierte Konkurrenz, das US-Biotechnikunternehmen Celera, nach einem Wettrennen um die Sequenzdaten ihre «Arbeitsversionen» präsentierten. Diese enthielten jedoch noch viele Lücken und Ungenauigkeiten. Nur die steuerfinanzierten Genforscher haben ihre Resultate in den vergangenen rund dreieinhalb Jahren mit großem Aufwand komplettiert. Die an Genen reichen und damit für fast alle Lebensprozesse besonders wichtigen Regionen sind den neuen Angaben zu Folge zu 99 Prozent komplett. Im Durchschnitt komme dabei auf 100 000 richtig gelesene Bausteine nur ein falscher.
«Der Schritt von der Rohfassung zur komplettierten Sequenz hat sich ausgezahlt», sagte Matthias Platzer, Leiter der Genomanalyse am Institut für Molekulare Biotechnologie in Jena. Er ist zugleich Koordinator für genomische Sequenzanalyse innerhalb des deutschen Humangenomprojektes. 58 Prozent der vor drei Jahren vorgestellten Gene hätten Fehler enthalten. Zudem sei nun klar, welches Gen auf welchem Chromosom liege. Im Jahr 2001 habe es zudem noch rund 150 000 Lücken im Genom gegeben. Diese Zahl ist nach den neuen Angaben auf 341 geschrumpft.
«33 von ihnen lassen sich mit den vorhandenen Methoden nicht lesen», sagte Platzer. Die übrigen 308 würden vermutlich zum Gegenstand gesonderter Forschungsprojekte. Ob es je eine eine «endgültige» Version der menschlichen Erbgutsequenz geben wird, ist fraglich, zumal sich auch die Genome von zwei Menschen um bis zu 0,1 Prozent voneinander unterscheiden.

Kleinstes Wirbeltiergenom birgt Erkenntnisse für Menschwerdung
Paris/London (dpa) - Französische Forscher haben das kleinste bekannte Erbgut eines Wirbeltiers entziffert und damit auch neue Einblicke in die Entwicklung des Menschen ermöglicht. Die Entzifferung der 21 Chromosomen des Grünen Kugelfischs (Tetraodon nigroviridis) mit mehr als 300 Millionen «DNA-Buchstaben» erlaube Rückschlüsse auf das menschliche Erbgut, schreibt die Gruppe unter der Leitung von Hughes Roest Crollius vom französischen Forschungszentrum CNRS im Fachjournal «Nature» (Bd. 431, S. 946).
Die oft als Zierfische gehaltenen Allesfresser enthielten zahlreiche «Schlüsselgene», die bisher bei Fischen unbekannt waren, und 900 zuvor unerkannte menschliche Gene. Für die meisten menschlichen Gene gebe es zwei Gegenstücke im Genom des Grünen Kugelfischs, heißt es. Bei den Vorfahren des Fischs habe es also einmal eine Genverdoppelung gegeben. Die Erkenntnisse ließen darauf schließen, dass der gemeinsame Vorfahr des Grünen Kugelfischs und des Menschen - ein Knochenfisch, der vor mehr als 400 Millionen Jahren lebte - zwölf Chromosomenpaare besessen habe.
Das Genom des Grünen Kugelfisches ist nur ein Achtel so umfangreich wie das in menschlichen Zellen. Bestimmte Sequenzen sind verkleinert. In den vergangenen 400 Millionen Jahren sei das Genom des Grünen Kugelfischs nur zehn Mal in größerem Maße verändert worden, sehr viel seltener als das des Menschen, hieß es. Die 8 bis 17 Zentimer langen Tropenfische bevorzugen Brackwasser und leben in Flüssen und Sümpfen sowie küstennahen Meeren Süd- und Ostasiens.
(Internet: Tetraodon-Projekt: www.genoscope.cns.fr/externe/English/
Projets/Projet_C/organisme_C.html)

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#52 Ungelesener Beitrag von frank » 21.10.2004 16:30

Robert-Koch-Institut erlaubt Forschern weiteren Stammzellimport
Berlin (KNA) Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Genehmigung für Import und Grundlagenforschung an menschlichen embryonalen Stammzellen erteilt. Die insgesamt siebte Erlaubnis geht erneut an das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin, teilte das RKI am Freitag in Berlin mit. Die sechste Genehmigung war erst vor zwei Wochen erteilt worden und ging gleichfalls an das MDC.
Bei dem genehmigten Projekt soll es nach Angaben des RKI um Reparaturmöglichkeiten geschädigter Lebern gehen. Außerdem werden menschliche embryonale Stammzellen in ihrem Potenzial konkret mit ethisch unbedenklichen Stammzellen aus Nabelschnurblut verglichen. Konkret sollen reife Leberzellen gezüchtet, unter Benutzung molekularbiologischer Methoden angereichert und in ihren Eigenschaften mit Zellen aus Nabelschnurblut verglichen werden. Danach wollen die Forscher an einer Maus testen, ob die aus embryonalen Stammzellen gewonnenen Leberzellen sich in stark geschädigtes Lebergewebe integrieren können und sich damit die Funktion der Leber erholen kann.

Stammzellen aus Israel und den USA

Auch die Zentrale Ethikkommission habe das Vorhaben positiv beurteilt, hieß es. Das RKI wurde im Sommer 2002 von der Bundesregierung mit der Genehmigung der Stammzell-Einfuhr beauftragt. Von den ersten sechs bewilligten Anträgen kamen fünf von Universitäten oder entsprechenden Forschungseinrichtungen, lediglich eine von einem Unternehmen. Das Anfang Juli 2002 in Kraft getretene Stammzellgesetz erlaubt nur die Einfuhr von solchen Stammzellen, die vor 2002 gewonnen wurden. Voraussetzung ist außerdem, dass es sich um hochrangige Forschungszwecke handelt. Bis heute ist keine Ablehnung eines Importantrages bekannt geworden. Der kürzlich vorgelegte Bericht der
Bundesregierung zum Stammzellgesetz zieht eine bislang positive Bilanz.
Die beiden Stammzelllinien, die nun genutzt werden, stammen nach Angaben des MDC aus den USA und aus Israel. Das Projekt von Iduna Fichtner, die seit 1992 am MDC tätig sei und sich unter anderem mit Unterschieden humaner adulter Stammzellen aus Knochenmark und Nabelschnurblut befasst, habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Für den anderen Antrag des MDC, der vor zwei Wochen bewilligt wurde, sollen vier Stammzelllinien aus den USA importiert werden.

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#53 Ungelesener Beitrag von frank » 25.10.2004 14:35

Kanadische Forscher finden Stammzellen in den Augen
Washington (dpa) - Stammzellen finden sich auch im menschlichen Auge. Kanadische Forscher haben ein solches Ersatzteillager für die Netzhaut in den Augen von Menschen verschiedenen Alters entdeckt - vom Neugeborenen bis zu über 60-Jährigen. Im Labor teilten sich diese Augenstammzellen und entwickelten sich zu allen Zelltypen der Netzhaut, wie Derek van der Kooy von der Universität Toronto und Kollegen in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften («PNAS», Bd. 101, S. 15772) berichten. Bisher waren nur Netzhaut-Vorläuferzellen bekannt, die sich lediglich in einen einzigen Zelltyp entwickeln können.
Um die Funktion der menschlichen Stammzellen zu testen, verpflanzten die Wissenschaftler sie in einen Tag alte Mäuse. Nach 28 Tagen war ein großer Prozentsatz der menschlichen Zellen in die Netzhaut der Nager integriert, vor allem in die lichtempfindlichen Photorezeptoren. Die Entdeckung liefere den ersten Beleg für eine dauerhafte, sich selbst erneuernde Population von Netzhaut-Stammzellen, die eine wertvolle Quelle für die Behandlung von Augenleiden werden könnte, heißt es in «PNAS».
Die Forscher entdeckten die Stammzellen in zwei Bereichen am Übergang der Netzhaut zu den vorderen Augenabschnitten, «Pars plicata» und «Pars plana». Auch in zahlreichen anderen Organen haben Forscher bereits Stammzellen gefunden.

Zunehmendes Klimaphänomen El Niño lässt Andengletscher schmelzen
Paris (dpa) - Die meisten Gletscher in den tropischen Anden drohen bei einer unverminderten Zunahme des Klimaphänomens El Niño in 10 bis 15 Jahren völlig wegzuschmelzen. Das hat eine Studie des französischen Instituts für Entwicklungsforschung (IRD) zusammen mit Fachleuten in Bolivien und Ecuador ergeben. Das heute häufigere und stärkere Auftreten von El Niño könne natürliche Ursachen haben, sagte Institutssprecherin Marie Guillaume am Freitag der dpa in Paris. Doch sei sicher, dass die Menschen diese Entwicklung beschleunigten.
Die Forscher haben in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche Gletscher in Lateinamerika beobachtet, darunter vor allem den Antizana (5760 bis 4800 Meter) in Ecuador und den Chacaltaya (5375 bis 5125 Meter) im Norden Boliviens.
In der El-Niño-Phase sinken die Niederschläge um 10 bis 30 Prozent, und die Luft erwärmt sich um ein bis drei Grad Celsius. Dafür bringt die kühlere La-Niña-Zeit eine kalte Atmosphäre und starken Niederschlag, so dass auf den Gletschern eine schützende Schneeschicht entsteht. Durch die seit 1976 häufigere und stärkere El-Niño-Phase ist diese natürliche Balance nicht mehr gewährleistet.
So schmolz der Chacaltaya zwischen 1963 und 1983 im Schnitt um 0,6 Meter jährlich, in der Zeit bis 2003 dann bereits um 1,2 Meter pro Jahr. Die Forscher fürchten, dass der Gletscher 2015 verschwunden sein könnte.
«Es ist schwierig, etwas zu unternehmen, weil es die regionalen Grenzen sprengt», sagte Guillaume. «So kann man kann den Talbewohnern nicht verbieten, das Wasser zu trinken, das sie seit Jahrhunderten von den Gletschern gewinnen.» Es gehe um ein globales Phänomen, bei dem Industrie, Abgase und Landwirtschaft wichtige Rollen spielten. Die Forscher arbeiten nun an Lösungsmodellen.

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#54 Ungelesener Beitrag von frank » 05.11.2004 15:37

Schnellster Supercomputer Europas geht in Spanien in Betrieb
Madrid (dpa) - Europas schnellster Supercomputer steht in Spanien. Die Rechenanlage «MareNostrum» schafft derzeit 20,5 Billionen Rechenoperationen in der Sekunde (20,5 Teraflops) und gehört damit zu den schnellsten der Welt, wie der Hersteller IBM zur Präsentation des Superrechners am Freitag in Madrid mitteilte. In der endgültigen Ausbauphase soll die 160 Quadratmeter große Anlage, die auf dem Betriebssystem Linux läuft, über 4564 statt der derzeit 3564 Prozessoren verfügen. An der polytechnischen Universität in Barcelona wird sie vom kommenden Frühjahr an zur Erforschung des Erbguts und von Klimaveränderungen sowie für die Entwicklung neuer Medikamente eingesetzt.
Mit ihrer Rechenkapazität dürfte «MareNostrum» einen vorderen Platz auf der Supercomputer-Weltrangliste «Top 500» erobern, die kommende Woche veröffentlicht wird. Seit zwei Jahren wird diese zwei Mal im Jahr erstellte «Hitliste» vom japanischen «Earth Simulator» der Firma NEC angeführt - die Rechenanlage im Institut für Erdwissenschaften in Yokohama kommt auf eine Leistung von 35,86 Teraflops.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte kürzlich in ihrem Ames Research Center in Kalifornien den 42,7 Teraflops schnellen Computercluster «Columbia» in Betrieb genommen. IBM macht sich indes mit seinem System «BlueGene/L» Hoffnungen auf die Supercomputer-Krone. Es soll mehr als 70 Teraflops erreichen.

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#55 Ungelesener Beitrag von frank » 08.11.2004 11:11

Mediziner: Hoffnung auf Impfung und neue Mittel gegen Alzheimer
München (dpa) - Auf dem Weg zu einer «Alzheimer-Impfung» sehen Mediziner weitere Fortschritte. Bei Mäusen sei diese Impfung bereits gelungen, berichtete der Münchner Psychiatrie-Professor Hans-Jürgen Möller in einem dpa-Gespräch. Dafür werde die körpereigene Abwehr so stimuliert, dass sie die speziellen Eiweißbruchstücke zerstört, die andernfalls Ablagerungen im Gehirn bilden und so die Demenz auslösen. Zugleich arbeiten Forscher mit Hochdruck an einem neuen Medikament, das die Entstehung der gefährlichen Bruchstücke von vorneherein verhindern soll.
«Die neurobiologische Forschung ist dabei, Medikamente zu entwickeln, die die Alzheimersche Erkrankung direkt an der Ursache und sehr effektiv behandeln», erläutete der Direktor der vor 100 Jahren eröffneten Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die heute zur Ludwig-Maximilians-Universität gehört. «Diese Arzneien könnten in fünf bis zehn Jahren auf dem Markt sein.» Damit könnte in fernerer Zukunft bei einer frühen Diagnose die Entwicklung einer Demenz möglicherweise verhindert werden.
Bildgebende Diagnoseverfahren und die Bestimmung bestimmter Stoffe in der Nervenflüssigkeit könnten schon heute zu einer frühzeitigen Erkennung beitragen. «Man kann heute eine Diagnose schon in einem Stadium stellen, in dem es noch keine deutlichen Symptome gibt», erläutete Möller. «Je früher die Diagnose gestellt wird und je früher man die Erkrankung behandelt, desto günstiger ist die Verlaufsprognose.»

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#56 Ungelesener Beitrag von frank » 08.11.2004 17:28

Australische Mediziner stoppen Querschnittslähmung bei Mäusen
Melbourne (dpa) - Australische Forscher haben einen Ansatz zur Heilung von Querschnittslähmung vorgestellt. Sie entfernten bei Mäusen mit zerstörtem Rückenmark ein Molekül, das normalerweise zur Vernarbung von Nervengewebe führt. Die so behandelten Tiere konnten nach Auskunft der Universität Melbourne innerhalb eines Monats bereits Beine, Knöchel und Zehen wieder bewegen und später die Gelenke auch wieder belasten. Ihre Fähigkeit zu gehen und zu klettern habe sich im Laufe von drei Monaten ständig verbessert, berichtete die Universität am Montag. Bis zum Versuch am Menschen wird es nach Angaben australischer Medien aber noch fünf bis zehn Jahre dauern.
Das Team um Prof. Mary Galea und Ann Turnley hatte das Molekül EphA4 entfernt. Dieses fördert nach Angaben der Forscherinnen die Narbenbildung nach der Zerstörung von Nervenzellen und hemmt damit die Nervenneubildung. Die Therapie müsse daher möglichst bald nach einem Unfall beginnen. Nach Entfernung von EphA4 seien die Rückenmarkszellen deutlich gewachsen.
Die Arbeit soll am Mittwoch im «Journal of Neuroscience» veröffentlicht werden. Bislang war nur bekannt, dass EphA4 eine Rolle bei der Nervenentwicklung spielt.
(Internet: Universität Melbourne: http://uninews.unimelb.edu.au)

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#57 Ungelesener Beitrag von Gast » 09.11.2004 12:47

EU-Kreise - Frankreich erhält wohl Zuschlag für Fusionsreaktor
Brüssel, 08. Nov (Reuters) - Frankreich wird EU-Kreisen zufolge wahrscheinlich den Zuschlag für den Standort des weltweit größten Versuchsreaktors zur Erprobung einer Kernfusion erhalten.
Bei Gesprächen des internationalen Projekt-Konsortiums in Wien solle bis Mittwoch eine Verhandlungslösung erreicht werden, die dem Mitbewerber Japan einen Verzicht ermöglichen solle, hieß es am Montag in den Kreisen in Brüssel. Man bereite eine Übereinkunft vor, die eine Kompensation für Japans Ausstieg aus dem Bieterwettstreit vorsehe. Die Forschungspartner Europäische Union (EU), USA, Südkorea, Japan, Russland und China waren bislang uneins, wer den Zuschlag erhalten sollte. Während die USA und Südkorea das japanische Rokkasho als Standort für das Projekt favorisierten, hatten sich die EU, China und Russland für Cadarache in Frankreich ausgesprochen.
Frankreich hatte zuletzt mit der Zusage zu punkten versucht, dass es innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren seinen Beitrag für die Projektkosten von 4,77 Milliarden Euro verdoppeln werde. Die Regierung in Paris ist somit bereit, insgesamt 914 Millionen Euro zu übernehmen, also rund 20 Prozent der Gesamtkosten.
Das Forschungsprojekt für den Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor (ITER) ist auf 30 Jahre angelegt. Bei dem Projekt soll mehrere Minuten lang eine Kernfusion erzeugt werden. In dem Fusionsvorgang, wie er etwa auf der Sonne abläuft, wird im Gegensatz zur Kernspaltung Energie durch Verschmelzung leichter Atomkerne erzeugt. Die Kernfusion gilt als Zukunftstechnologie, weil bei ihr kaum
Abfallprodukte anfallen. Zudem sind die benötigten Ausgangsstoffe im Meerwasser praktisch unbegrenzt vorhanden.

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Michael H.W. Weber
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#58 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 09.11.2004 15:31

Hoffentlich kommen die bald zu Potte. Gelabert wird seit 20 Jahren darüber...

Michael.
Fördern, kooperieren und konstruieren statt fordern, konkurrieren und konsumieren.

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SpeedKing
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#59 Ungelesener Beitrag von SpeedKing » 09.11.2004 15:37

Die kommen schon zu Potte. Für richtige Zeitmaßstäbe mußt du dir aber die Aussagen der Wissenschaftler und nicht das Marketing- bzw. Politikergeblubber anhören.
Die sind auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg.

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#60 Ungelesener Beitrag von frank » 12.11.2004 13:47

Bundesweit erstmals neue Zelltherapie gegen Herzinfarkt eingesetzt
Hamburg (dpa) - Hamburger Mediziner haben nach eigenen Angaben erstmals in Deutschland eine neue Zelltherapie gegen Herzinfarkt erprobt. Die Ärzte vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) spritzten einem 54-jährigen Patienten speziell gezüchtete Muskel-Vorläuferzellen (Myoblasten) in den infarktgeschädigten Herzmuskel. Die Zellen waren dem Mann drei Wochen zuvor aus dem Unterschenkel entnommen und aufbreitet worden, wie das Team um Prof. Hermann Reichenspurner am Mittwochabend mitteilte. Ob die Behandlung Erfolg habe, lasse sich allerdings erst in einigen Monaten feststellen.
Derzeit gibt es weltweit mehrere Versuche, Herzinfarktpatienten mit Stammzellen oder mit Muskel-Vorläuferzellen zu therapieren. Es sei noch nicht klar, welche Fähigkeiten die Muskel-Vorläuferzellen im Herz haben, sagte der Herzchirurg Robert Bauernschmitt vom Deutschen Herzzentrum München auf Anfrage der dpa.
Bei ersten Studien im Ausland habe sich die Herzfunktion in einigen Fällen um einige Prozent verbessert. «Ob die Therapie den Patienten aber wirklich etwas bringt, ist noch nicht klar», sagte Bauernschmitt. Auch müsse geprüft werden, ob sich die Lebenszeit verlängere. Das Einspritzen von Zellen werde höchstens bei kleineren geschädigten Herzregionen wirksam sein. Bei einem Infarkt sterben Herzmuskelzellen, weil sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt worden sind. Mit einem breiten Einsatz von entsprechenden Therapien rechnet Bauernschmitt in frühestens zehn Jahren.
Dem Hamburger Patienten, dem die körpereigenen Muskelzellen während einer Bypass-Operation vor rund zwei Wochen gespritzt worden waren, gehe es ausgezeichnet, berichtete das UKE-Ärzteteam. Der Mann werde voraussichtlich Ende der Woche entlassen. Etwa in einem halben Jahr soll sich die Wirkung der Therapie überprüfen lassen. Eine europaweite Studie mit 300 Patienten soll die Chancen dieser so genannten autologen Zelltherapie ausloten.

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