Medikament gegen AIDS gefunden?

Projektunabhängige Entdeckungen, Forschungen und Spekulationen
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frank
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#13 Ungelesener Beitrag von frank » 26.03.2004 14:27

Europäische Forscher entdecken Gen-Falle gegen Malaria-Erreger
Washington/Heidelberg (dpa) - Europäische Molekularbiologen haben eine mögliche «Gen-Falle» für die Erreger der Malaria entdeckt. Die Forscher identifizierten mehrere Gene bei der Stechmücke Anopheles gambiae, mit denen sie die von der Mücke übertragenen Malaria-Parasiten zur Strecke bringen wollen. Die Malaria gehört zu den schlimmsten Geißeln der Menschheit. Zwischen 300 und 500 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an der von Stechmücken übertragenen Infektion, und mehr als eine Million sterben, überwiegend Kinder unter fünf Jahren.
Das Forscherteam vom Europäischen Molekularbiologischen Labor (EMBL) mit Hauptsitz in Heidelberg stieß im Erbgut der Stechmücke auf zwei Gene mit deren Hilfe das körpereigenen Immunsystem der Mücke den Malaria-Parasiten attackieren und töten könnte. Ihnen wirken jedoch zwei andere Mücken-Gene entgegen, die dem Parasiten sozusagen zu Hilfe kommen. Die vier Gene stellt das Team im Fachjournal «Science» (Bd. 303, S. 2030) vom Freitag vor. «Wir haben einen Weg vor Augen, mit dem wir den Parasiten effektiv in seiner Entwicklung unterbrechen können», sagte EMBL-Generaldirektor Fotis Kafatos, der auch der Leiter der Malariaforschung ist.
Zur Malariabekämpfung wollen die Forscher die gegen den Malaria-Erreger wirksamen Gene unterstützen und die anderen unterdrücken. Das könnte unter anderem durch Sprühaktionen geschehen, heißt es in einem Begleitartikel. Da andere Insekten wie die Fruchtfliege Drosophila nicht über die entsprechenden Gene in ihrem Erbgut verfügen, seien Nebenwirkungen für die Umwelt unwahrscheinlich, heißt es weiter.
Die Malaria-Parasiten, so genannte Plasmodien, werden von Stechmücken aufgesogen, die sich am Blut eines Malaria-Infizierten laben, und durchlaufen eine dreiwöchige Entwicklungsphase im Magen und Darm der Mücke. Während dieser Spanne sollen die Pläne der Heidelberger Forscher künftig verhindern, dass sich die Plasmodien wie bisher weiter zu den Speicheldrüsen der Mücke vorarbeiten können und bei deren nächstem Stich ein neues Opfer erreichen.

Beschneidung reduziert bei Männern HIV-Risiko auf ein Sechstel
Baltimore/London (dpa) - Eine Beschneidung senkt das Risiko einer Infektion mit dem Aidsvirus HIV bei Männern auf ein Sechstel - und zwar aus biologischen und nicht aus verhaltensbedingten Gründen. Diesen Schluss ziehen Forscher der Johns Hopkins Universität in Baltimore (US-Staat Maryland) und des indischen Aidsforschungsinstituts in Pune aus einer Studie an indischen Männern. Sie ist im britischen Fachjournal «The Lancet» (Bd. 363, S. 1039) vom Freitag veröffentlicht und kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorhaut das sechsfache HIV-Infektionsrisiko in sich birgt.
Der Studie zufolge ist die Vorhaut mit Zellen gespickt, die dem Aidserreger besonders leicht anheim fallen. Zu ihnen gehören CD4+-T-Lymphozyten und Langerhanssche Zellen. Zu ihnen verschafft sich das tückische Aidsvirus «einfachen Zugang», wie die Forscher erläutern. Dagegen schützt die Beschneidung der Vorhaut nicht vor anderen Krankheiten, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. So hatten beschnittene wie unbeschnittene Männer in der Studie das gleiche Risiko, sich mit Herpes, Syphilis und Gonorrhoe anzustecken.

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#14 Ungelesener Beitrag von frank » 01.04.2004 10:01

Bundesweit erstes Forschungsinstitut für Multiple Sklerose eröffnet

Göttingen (dpa) - Das bundesweit erste Institut für Multiple-Sklerose-Forschung ist am Mittwoch in Göttingen eröffnet worden. An der neuen Einrichtung sollen die Mechanismen erforscht werden, die zu der charakteristischen Zerstörung der Nervenfasern und Nervenfaserscheiden bei dem Leiden führen. «Wir wollen versuchen, Strategien zur Reparatur dieser Schäden zu entwickeln», sagte Prof. Ralf Gold aus Würzburg, der auf den Stiftungslehrstuhl Experimentelle Neuroimmunologie berufen wurde.
Nach Golds Angaben leiden etwa 120 000 Menschen in Deutschland an Multipler Sklerose. Sie sei die häufigste Erkrankung des Nervensystems und ihre Ursachen seien hundert Jahre nach der Entdeckung immer noch unklar. Nach wie vor fehle es an sicher wirksamen Therapien zur Eindämmung und Heilung. Es hätten sich jedoch in jüngster Zeit Hinweise verstärkt, dass die eigentliche Ursache der Multiplen Sklerose in einer Störung des körpereigenen Immunsystems liege.
Das neue Institut hat rund 50 Mitarbeiter. Außer sechs Göttinger Einrichtungen sind daran Forscher des Deutschen Primatenzentrums sowie Neurobiologen der Universität Bonn und der Charite Berlin beteiligt. Die Göttinger Universität hatte in einem öffentlichen Wettbewerb den Zuschlag für die Fördermittel in Höhe von 4,6 Millionen Euro von der Hertie-Stiftung erhalten.

Demenzkranke lassen sich durch ihre Mimik verstehen
Augsburg (KNA) Der Heidelberger Gerontologe Andreas Kruse hat herausgefunden, dass auch schwer Demenzkranke, die nicht mehr sprechen können, noch zu differenzierten Äußerungen fähig sind. Sein Institut ist eines der wenigen auf der Welt, das derzeit ein Instrument zur nichtsprachlichen Kommunikation mit Demenzkranken entwickelt, wie Kruse am Mittwoch bei einer Anhörung des Nationalen Ethikrats in Augsburg berichtete. Dabei werden die Gesichtsausdrücke der Kranken auf feinste Regungen hin analysiert und ausgewertet.
«Der mimische Ausdruck der Kranken ist sehr viel differenzierter als durch den ungeschulten Beobachter erkennbar», erläuterte der Mediziner. So habe er bei Demenzkranken eindeutig auch positive Gefühlszustände wie Wohlergehen und Glück beobachten können. Angesichts der mit der Lebenserwartung stark ansteigenden Zahl Demenzkranker in Deutschland seien diese Erkenntnisse nicht zu unterschätzen. Laut Kruse ist davon jeder Vierte aus der Altersgruppe zwischen 85 und 90 Jahren betroffen, darüber jeder Dritte.

Wahrhaftige Kommunikation für Sterbende sehr wichtig

«Künftig werden immer mehr Menschen mit einer psychischen Erkrankung sterben», sagte der Mediziner voraus. Zu einem gelingenden Sterben gehöre nicht nur eine gute Pflege und Schmerztherapie, sondern auch eine möglichst wahrhaftige Kommunikation.

Körber-Preis für Erforschung von Fehlern im Eiweiß-Stoffwechsel
Hamburg (dpa) - Für die Erforschung angeborener Fehler im Eiweiß-Stoffwechsel bekommt ein internationales Forscherteam den mit 750 000 Euro dotierten Europäischen Wissenschaftspreis 2004 der Hamburger Körber-Stiftung. Ziel der Preisträger seien neue Diagnose- und Therapieverfahren für die untersuchten Erbleiden, teilte die Stiftung am Dienstag mit. Für das Projekt haben sich Forscher aus Deutschland, Belgien und der Schweiz zusammengetan. Der Körber-Preis zählt zu den renommierten wissenschaftlichen Auszeichnungen Europas und wird zum 19. Mal vergeben.
Koordinator der Forschungsgruppe ist der Mediziner Kurt von
Figura (Universität Göttingen). Weitere Preisträger sind der Mikrobiologe Markus Aebi (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich), der Mikrobiologe Thierry Hennet (Universität Zürich), der Mediziner Jaak Jaeken (Universitätskrankenhaus Leuven), der Biologe Ludwig Lehle (Universität Regensburg) sowie der Pharmazeut Gert Matthijs (Center for Human Genetics Leuven).
Die von dem Forscherteam untersuchten Erbleiden sind seit weniger als 25 Jahren bekannt. Sie betreffen die Herstellung einer bestimmten Klasse von Eiweißmolekülen - den Glykoproteinen - und werden als Congenital Disorder of Glycosylation (CDG) bezeichnet. CDG-Patienten sind oft geistig zurückgeblieben und in ihrer körperlichen Beweglichkeit eingeschränkt. Rund ein Fünftel der Erkrankten stirbt in den ersten zwei Lebensjahren an Leber- oder Nierenversagen, Herzmuskelschwäche oder Infekten. Die Häufigkeit entspricht etwa der anderer Erbleiden wie der Bluterkrankheit.
Die Preisträger waren die ersten, die Patienten mit CDG-Syndrom beschrieben haben. Sie gehören laut Körber-Stiftung zur Weltspitze bei der Erforschung dieser Krankheitsgruppe. In Versuchen mit Hefezellen sowie an Mäusen wollen die Forscher herausfinden, warum der Eiweiß-Stoffwechsel bei den CDG-Patienten nicht richtig funktioniert.

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#15 Ungelesener Beitrag von frank » 23.04.2004 12:13

Erstmals hochdichtes flüssiges Wasser entdeckt
Stuttgart (ddp). Auch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt muss Wasser nicht zu Eis erstarren: Schon bei minus 17 Grad kann sich an Kontaktflächen zwischen Eis und bestimmten Mineralien ein extrem dünner Film aus flüssigem Wasser bilden. Das Wasser in dieser flüssigen Schicht ist jedoch kein gewöhnliches. Es hat eine höhere Dichte und wahrscheinlich auch andere Eigenschaften als flüssiges Wasser unter Normalbedingungen. Das haben Wissenschaftler vom Stuttgarter Max-Planck-Institut für Metallforschung entdeckt.
Trotz intensiver Forschung ist immer noch nicht alles darüber bekannt, wie sich Wasser unter unterschiedlichen Bedingungen verhält. So vermuteten Wissenschaftler bisher zwar, dass es hochdichtes Wasser geben muss, konnten es aber nicht nachweisen. Dieser Nachweis ist den Stuttgarter Forschern jetzt gelungen: Mit energiereichen Röntgenstrahlen aus einem Teilchenbeschleuniger hatten sie die Kontaktfläche zwischen Eiskristallen aus ganz reinem Wasser und einer Siliziumdioxidschicht untersucht. Solche Bedingungen kommen auch in der Natur beispielsweise bei Gletschern oder in Permafrostböden vor.
Bei ihren Untersuchungen stießen die Forscher auf eine nur wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) dicke Schicht aus flüssigem Wasser, dessen Dichte mit knapp 1,2 Gramm pro Kubikzentimeter etwa 20 Prozent höher war als die von Wasser bei Raumtemperatur. Um eine derart erhöhte Dichte zu haben, müsse sich auch die Struktur des neu entdeckten Wassers von der bisher bekannten flüssigen Struktur unterscheiden, berichten die Wissenschaftler. Wie genau diese Struktur aussieht, können sie jedoch noch nicht sagen.
Aus einer veränderten Struktur schließen die Forscher zudem auf veränderte Eigenschaften, die in der Natur eine wichtige Rolle spielen könnten: Eine niedrigere Viskosität (Dünnflüssigkeit (müsste es nicht "Zähigkeit" heißen?? frank)) würde beispielsweise Gletscherbewegungen fördern, während eine veränderte Löslichkeit für Salze den gesamten Schmelzprozess beeinflussen könnte. Weitere Untersuchungen sollen nun die Frage klären, ob sich das hochdichte Wasser nur bei Kontakt mit Siliziumdioxid oder auch an anderen Grenzflächen bildet.

Spektakuläre «Mars Express»-Bilder von gewaltige Vulkan-Steilkanten
Köln (dpa) - Die europäische Raumsonde «Mars Express» hat spektakuläre Aufnahmen vom größten Vulkan des Sonnensystems zur Erde gefunkt. Die am Mittwoch veröffentlichten Bilder zeigen eine gigantische Abbruchkante an der Westflanke des Marsvulkans Olympus Mons, dem mit 24 Kilometern höchsten Berg im gesamten Sonnensystem, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch in Köln mitteilte. Die Aufnahmen wurden aus 266 Kilometern Höhe gemacht.
Die gewaltige Geländekante ist sieben Kilometer hoch und vermutlich nicht direkt durch Vulkanismus entstanden. Vielmehr scheine der gewaltige Vulkan an dieser Stelle instabil gewesen zu sein, erläuterte das DLR. Vor Millionen von Jahren sei dort dann vermutlich ein beträchtlicher Teil des Bergs weggebrochen. So seien an den Flanken die Spuren von Abrutschungen von Material zu sehen, das ins Vorland hinabstürzte und dort verwittert sei. Allerdings könnten die gewaltigen Klippen auch das Ergebnis von sehr intensiver Erosion sein.
(Internet: «Mars Express»-Homepage beim DLR: www.dlr.de/mars-express)

US-Forschungssonde Gravity Probe B gestartet - Test für Einstein
San Francisco (dpa) - Zwei bizarre Aspekte von Einsteins Relativitätstheorie werden nun erstmals per Satellit überprüft. Nach mehreren Anläufen brachte eine Trägerrakete den Satelliten Gravity Probe B am Dienstag (Ortszeit) vom kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg aus in die Umlaufbahn, wie die US-Weltraumbehörde NASA berichtete. Die bereits 1959 vorgeschlagene Mission war wegen der komplizierten Technik erst jetzt möglich geworden.
Getestet werden soll, wie sehr die Erde durch ihre Masse und Rotation den Raum verzerrt. Nach Einsteins Vorhersagen dellt eine große Masse den Raum um sich herum ein, so dass sich andere Objekte auf die Masse zubewegen. Die NASA vergleicht den Raum mit einem an vier Ecken befestigten Bettlaken, in dessen Mitte ein Basketball liegt. Außerdem soll eine rotierende Masse den Raum mit sich ziehen wie ein sich drehender Löffel den Sirup in einem Glas. Beide Effekte sind für die Erde gesehen zwar sehr schwach, haben aber weit reichende Bedeutung für das Verständnis der Struktur des Universums.
Während der 18 Monate langen Mission soll Gravity Probe B die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in 640 Kilometer Entfernung umkreisen und jede kleinste Veränderung der Erdanziehungskraft messen. Der Satellit ist mit vier kleinen Hochpräzisionskreiseln ausgestattet, die mit einer Genauigkeit von 40 Atomlagen zu perfekten Kugeln gefräst wurden. Sie sind tiefgekühlt auf minus 271 Grad Celsius und in einem Vakuum versiegelt, das noch zehn Mal besser ist als das Vakuum des Weltalls. Einsteins Theorie zufolge sollen die Achsen der mit 10 000 Umdrehungen pro Minute rotierenden Quarzkreisel durch Schwerkraft und Rotation der Erde ganz leicht kippen, wie das Fachjournal «Nature» auf seiner Internetseite berichtet. Die Präzisionsinstrumente hat die NASA zusammen mit der Stanford University in Kalifornien entwickelt.
Die Sonde ist nicht der erste Satellitentest von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Bereits 1976 hatte beispielsweise Gravity Probe A bestätigt, dass die Zeit unter dem Einfluss der Schwerkraft langsamer vergeht. Dazu hatte die Sonde eine Atomuhr in rund 10 000 Kilometer Entfernung von einer identischen Atomuhr auf der Erde gebracht.
(Internet: Gravity Probe B: www.ksc.nasa.gov/elvnew/gpb, Stanford
University zum Experiment: http://einstein.stanford.edu/)

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#16 Ungelesener Beitrag von frank » 27.04.2004 17:24

Deutsche Forscher wollen neuen Schub für Xenotransplantation
Bonn (KNA) Deutsche Forscher wollen der Transplantation von Tierorganen auf Menschen neuen wissenschaftlichen Schub verleihen. In einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wollen sie erstmals mehrfach genetisch veränderte Schweine herstellen und ihre der menschlichen Struktur angeglichenen Organe auf Affen übertragen, wie beteiligte Mediziner und Tiermediziner am Dienstag vor Journalisten in Bonn mitteilten. Damit solle Tauglichkeit und Sicherheit der Organe für den Einsatz am Menschen überprüft werden. An dem DFG-Projekt beteiligen sich Wissenschaftler aus Hannover, München, Berlin und Langen.
Die so genannte Xenotransplantation gilt als viel versprechende Alternative der Transplantationsmedizin, die weltweit unter einem Mangel an menschlichen Spenderorganen leidet. Probleme ergeben sich allerdings durch Abstoßungsreaktionen des menschlichen Körpers und durch die Gefahr der Übertragung von tierischen Viren auf die Patienten. Sie könnten ähnlich wie Aids Immunschwächen oder Tumore auslösen.

Nur kurze Überlebensraten

Der Münchener Herzchirurg Michael Schmoeckel sagte, die Industrie habe sich aus diesem Bereich der Forschung zurückgezogen, weil sich nach vielen Anfangserfolgen kein kurzfristiger Erfolg abgezeichnet habe. Nach wichtigen Fortschritten der vergangenen zwei Jahre sei die Xenotransplantation jedoch viel versprechender als der Organ-Ersatz durch Stammzellen. Der Arzt wollte sich allerdings nicht auf zeitliche Vorhersagen über den Einsatz am Menschen festlegen lassen. Schmoeckel räumte ein, dass die Überlebensraten gentechnisch veränderter Schweineorgane bei Affen zwei bis drei Monate bislang nicht überschritten hätten. Dennoch gebe es deutliche Fortschritte in diesem Bereich.
Nach den Worten des Neustädter Biotechnologen Heiner Niermann ist es im Tierversuch erstmals gelungen, direkte Abstoßungsreaktionen von fremden Tierorganen für längere Zeit zu unterdrücken. Dabei wird durch Medikamente verhindert, dass der Körper des Empfängers auf bestimmte Zuckermoleküle auf der Oberfläche des Schweineorgans reagiert und dieses innerhalb von Minuten zerstört. Jetzt sollten Schweine im Zuge des Klonens gentechnisch so verändert werden, dass auch längerfristige Komplikationen verhindert werden könnten.

Übertragungsrisiko gering

Der Leiter der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Xenotransplantation, Joachim Denner, sagte, die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Schweine-Viren auf den Menschen sei nach neuesten Erkenntnissen relativ gering. Weltweit seien bislang 200 Patienten mit den Tier-Zellen behandelt worden - beispielsweise in Form einer Blutwäsche durch eine Schweineleber oder die Verwendung von tierischen Herzklappen. Dabei seien in keinem Fall Infektionen aufgetreten. Mittlerweile habe die Wissenschaft gute Nachweissysteme für Viren entwickelt; außerdem gebe es Fortschritte bei der Züchtung von Tieren ohne solche Viren sowie bei der Entwicklung von Impfstoffen.
1998 hatten sich die beiden großen Kirchen in Deutschland sehr vorsichtig zur Xenotransplantation geäußert. Zwar stehe ihr grundsätzlich nichts entgegen, doch müsse sicher sein, dass wirklich die Patienten und nicht wissenschaftliche und wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stünden, heißt es in einer Arbeitshilfe. Darin wird auch vor falschen Hoffnungen gewarnt.

Am weitesten entfernter Planet entdeckt
Wellington (dpa) - Ein internationales Forscherteam hat den bislang am weitesten von der Erde entfernten bekannten Planeten vorgestellt. Der noch unbenannte Himmelskörper ist etwas größer als Jupiter. 17 000 Lichtjahre entfernt kreist er im Sternbild Schütze (Sagittarius) um einen Stern. Der Gasplanet könne zwar kein Leben beherbergen, sagte Denis Sullivan von der Victoria University of Wellington (Neuseeland) am Montag dem Radio New Zealand. Mit der nun erstmals verwendeten Technik, einer Art kosmischen Lupe, könnten Astronomen aber auch erdähnliche Planeten finden.
Über die Entdeckung des Planeten hatten vor wenigen Tagen Forscher unter Leitung von Ian Bond vom Institut für Astronomy in Edinburgh Schottland) berichtet, ohne jedoch darauf zu verweisen, dass es der bislang am weitesten von der Erde entfernte Planet sei. Sie wollen ihre Arbeit im Mai im Fachblatt «Astrophysical Journal Letters» veröffentlichen (Bd. 606, S. 155).

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#17 Ungelesener Beitrag von frank » 30.04.2004 10:24

Untergang in Feuer und Eis - Hubble schießt spektakuläres Foto
München (dpa) - Es ist das Vermächtnis eines sterbenden Sterns: Das Weltraumteleskop «Hubble» hat im Sternbild Skorpion ein spektakuläres Foto vom Käfer-Nebel NGC 6302 aufgenommen, einer vor vermutlich rund 10 000 Jahren abgestoßenen Sternenhülle. Der sterbende Stern selbst verbirgt sich unsichtbar hinter einer dichten Wolke kosmischer Staub- und Hagelkörner. Mit einer Temperatur von mindestens 250 000 Grad Celsius ist er eine der heißesten bekannten Sonnen. Die Europäische Weltraumagentur ESA veröffentlichte das Bild vom «Untergang in Feuer und Eis» am Donnerstag in Garching bei München.
Die chemische Zusammensetzung des Käfer-Nebels macht ihn zu einem der interessantesten Objekte für Astronomen. «Was unser Interesse an NGC 6302 weckte, war die Mischung aus Mineralien und Eiskristallen - auf Staub gefrorene Hagelkörner. Sehr wenige Objekte haben so eine gemischte Zusammensetzung», sagte der Leiter des Astronomenteams Albert Zijlstra von der Universität von Manchester (Großbritannien).
Frühere Beobachtungen mit Spezialinstrumenten hatten bereits gezeigt, dass die dunkle Staubwolke vor dem sterbenden Stern Kohlenwasserstoffe, Karbonate, Wassereis und Eisen enthält. Vor allem die Karbonate sind für die Forscher von Bedeutung, weil sie in unserem Sonnensystem als Hinweis auf flüssiges Wasser gelten. Denn Karbonate entstehen normalerweise, wenn sich Kohlendioxid im Wasser löst und Sedimente formt. Da in Objekten wie dem Käfer-Nebel jedoch nie flüssiges Wasser existiert habe, könnten andere Entstehungsprozesse für Karbonate nicht ausgeschlossen werden, betonte die ESA.
(Internet: Animierter Flug in den Käfer-Nebel: http://www.spacetelescope.org/videos/ht ... 0407a.html)

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#18 Ungelesener Beitrag von frank » 04.05.2004 15:42

Klimawandel: Forscher untersuchen die Reaktion der Pflanzen
Jülich (dpa/lnw) - Jülicher Wissenschaftler untersuchen in einem eigens gebauten Gewächshaus die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzen. Das Forschungszentrum Jülich baute dazu ein nach eigenen Angaben einzigartiges Labor, das den Versuchspflanzen fast natürliche Lebensbedingungen bietet. Umwelt- und Klimafaktoren wie Temperatur, Kohlendioxid oder Ozon könnten aber künstlich verändert werden, teilte das Forschungszentrum am Dienstag bei der Eröffnung mit.
«Das Verhalten der Pflanzen kann eine erhebliche Rückkopplung haben auf das gesamte Klima», sagte der Biologe Siegfried Jahnke. Es sei bekannt, dass Pflanzen bei einer höheren Konzentration von Kohlendioxid über ihre Blätter weniger Wasser abgeben. Das könne zu einer geringeren Wolkenbildung und einer stärkeren Sonneneinstrahlung führen. «Das muss nicht unter allen Bedingungen stimmen», sagte Jahnke. Deshalb wollen die Wissenschaftler in Versuchen weitere Erkenntnisse gewinnen.
In dem Gewächshaus «PhyTech» hätten die Versuchspflanzen Tabak und Gänsekresse fast natürliche Lebensbedingungen. Einzigartig sei die Ausstattung mit so genanntem Solarglas. Anders als gewöhnliche Fensterscheiben lasse das Spezialglas UV-Strahlung und wesentlich mehr Licht durch, sagte Jahnke. Dadurch lebten die Pflanzen in fast natürlichen Lichtverhältnissen. Die Versuchs-Ergebnisse aus dem Labor sollen in mathematische Modelle übertragen werden. Damit wollen die Wissenschaftler zuverlässig voraussagen, wie die Pflanzen ihr Verhalten ändern werden. (Grundlagen für neue DC Projekte?? :D )

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#19 Ungelesener Beitrag von frank » 05.05.2004 19:10

Vibrationen im Sitz weisen Autofahrern den Weg
London (ddp). Statt einer Stimme aus dem Navigationssystem könnte in Zukunft der Autositz dem Fahrer den Weg weisen: Eine niederländische Firma hat ein Navigationskonzept entwickelt, bei dem Knöpfe im Sitz durch Vibrieren anzeigen, in welcher Richtung das Ziel angesteuert werden muss. Damit könne das Durcheinander aus akustischen Signalen und blinkenden Lichtern am Armaturenbrett vermindert werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin «New Scientist» (Ausgabe vom 8. Mai, S. 22). Bei dem neuen System befindet sich eine ganze Reihe der vibrierenden Knöpfe, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie der Vibrationsalarm im Handy, unter einer Abdeckung auf dem Fahrersitz. Gekoppelt mit dem Navigationssystem werden sie gezielt angesteuert, um dem Fahrer die Richtung zu weisen. «Eine Vibration unter dem rechten Bein zeigt an, dass man nach rechts fahren soll», erklärt Jan van Erp vom TNO Human Factors Lab in Soesterberg das Prinzip. Neben diesen direkten Richtungshinweisen gibt es auch bestimmte Vibrationskombinationen, die dem Fahrer komplexere Anweisungen wie beispielsweise die zum Wenden bei der nächsten Möglichkeit vermitteln sollen.
Nach Angaben des «New Scientist» will ein nicht genannter Hersteller von Oberklasse-Fahrzeugen das System in einem seiner Modelle einsetzen. Das Auto soll 2006 auf den Markt kommen.

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#20 Ungelesener Beitrag von frank » 13.05.2004 16:28

Klimagase greifen Plankton an - Kohlendioxid macht die Ozeane zunehmend saurer
Kiel (epd). Wenn die Ozeane immer mehr Kohlendioxid aufnehmen müssen, werden sie zunehmend saurer und gefährden damit mikroskopisch kleine Lebewesen. Der Kieler Professor für Meeresbiologie, Ulf Riebesell, hat mit seiner Forschungsgruppe jetzt nachgewiesen, dass Kohlendioxid die Kalkschalen des Plankton schädigt. Welche Folgen dies für das Ökosystem im Meer hat, ist derzeit noch nicht absehbar.
Die Ozeane nehmen eine Schlüsselstellung im globalen Klimasystem ein. Mehr als ein Viertel des Treibhausgases Kohlendioxid, das Industrie und Verkehr ausstoßen, wurde bisher von den Weltmeeren aufgenommen. Damit hat sich zugleich die Chemie des Meeres verändert. Der pH-Wert des Wassers ist gesunken, und die Ozeane wurden allmählich saurer. Riebesell: «Mineralwasser mit Kohlensäure schmeckt ja auch ein wenig sauer.» Nach bisherigen Prognosen wird der pH-Wert von ursprünglich 8,2 bis zum Jahre 2100 auf 7,7 sinken.
Riebesell und sein Forschungsteam haben die Folgen dieser Veränderung für das Plankton untersucht. Diese mikroskopisch kleinen, einzelligen Lebewesen spielen nicht nur in der Nahrungskette der Fische und Krebse, sondern auch für das weltweite Klima eine wichtige Rolle. Denn nicht nur das Wasser selbst nimmt Kohlendioxid auf, auch das Plankton bindet ähnlich wie die Pflanzen der Erde Kohlendioxid. Grob geschätzt wird durch Plankton etwa so viel Kohlendioxid aufgenommen wie durch alle Wälder der Erde zusammen.
Im norwegischen Fjord vor Bergen und im Labor hat Riebesell bei mehreren Plankton-Arten untersucht, wie sich das angesäuerte Wasser insbesondere auf die nur Mikrometer großen Kalkplättchen auswirkt, die einige Planktonarten umgeben. Zuletzt war es eine Forschungsreihe Ende vorigen Jahres in Norwegen, die weitere Sicherheit brachte: Sind die Ozeane so sauer wie prognostiziert, dann werden die Kalkplättchen des Plankton nachhaltig geschädigt. Grob geschätzt wird die Kalkproduktion auf unter 70 Prozent des ursprünglichen Wertes vor 200 Jahren zurück gehen.
Welche Folgen die fehlende Kalkbildung für das Plankton hat, ist noch ungewiss. Ein Schreckensszenario wäre für Riebesell, wenn die Kalkalgen durch die Schädigung absterben würden. «Damit würde ein wichtiges Glied in der Nahrungskette verloren gehen.» Möglicherweise kann sich das Plankton aber an das saurere Wasser anpassen und als veränderte Art wieder neue Kalkplättchen bilden. Riebesell: «Zumindest im Labor kann eine Plankton-Zelle auch ganz ohne Kalkplättchen leben.»
Fest steht dagegen für Ulf Riebesell, dass die Bedeutung der Ozeane und seiner Mikro-Organismen für das Weltklima bisher noch weit unterschätzt wird. Das liege vor allem daran, dass etwa das Plankton vom Menschen nicht so wahrgenommen werden kann wie Bäume und Gräser. Riebesell: «Da schwebt und treibt alles. Man kann es nicht anfassen und mit bloßem Auge auch kaum sehen.»

Forscher: Sonne ersetzt schwindenden Schutzschild des Erdmagnetfelds
London/München (dpa) - Hollywood hat ein Katastrophenszenario weniger: Der so genannte Sonnenwind soll die Erde vor dem tödlichen kosmischen Teilchenbeschuss retten, wenn der Schutz des schwindenden Erdmagnetfeldes zusammenbricht. Das zumindest meinen Münchner Forscher auf Grundlage von Modellrechnungen. Der Sonnenwind ist ein konstanter Strom elektrisch geladener Atomkerne von der Sonne. Er werde die Erde einhüllen und dabei ein Ersatzmagnetfeld erzeugen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin «New Scientist» (Nr. 2447, S. 14). Die Feldstärke des Erdmagnetfeldes sinkt derzeit um fünf Prozent pro Jahrhundert.
«Das ist die schnellste Verringerung seit der letzten Polumkehr vor 730 000 Jahren», sagte der Münchner Forscher Harald Lesch dem «New Scientist». Das Erdmagnetfeld hat sich im Laufe der Erdgeschichte vielfach umgepolt, wie aus Sedimenten abzulesen ist. Während dabei der magnetische Nord- und Südpol die Plätze tauschen, kann die Feldstärke und damit der lebenswichtige Schutzschild drastisch schwinden. Zurzeit zeigt das Erdmagnetfeld mögliche Anzeichen einer nahenden Polumkehr, wie das Magazin schreibt: Es sinkt nicht nur die Feldstärke, der magnetische Nordpol ist in den vergangenen 200 Jahren auch um rund 1100 Kilometer gewandert.
In den Simulationen des Münchner Teams erzeugt der Sonnenwind beim Kippen des Erdmagnetfelds ein Ersatzfeld in der Ionosphäre, das sogar ebenso stark ist wie das Original. «Wir waren recht überrascht über diese Effektivität», kommentierte Lesch. Der Forscher von der Ludwig-Maximilians-Universität-München und seine Kollegen Guido Birk und Christian Konz haben ihre Modellrechnungen zur Veröffentlichung im Fachblatt «Astronomy & Astrophysics» eingereicht.
(Internet: Originalstudie: www.arxiv.org/abs/astro-ph/0404580)

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#21 Ungelesener Beitrag von frank » 14.05.2004 11:08

Forscherteam entdeckt Leben im Tiefseeasphalt im Golf von Mexiko
Mexiko-Stadt/Washington (dpa) - An den Asphalt speienden iefseevulkanen im Golf von Mexiko hat ein Forscherteam mit deutscher Beteiligung überraschender Weise blühendes Leben entdeckt. 3000 Meter unter der Meeresoberfläche stießen die Forscher auf ein Ökosystem, das seine Energie aus den Erdölverbindungen im Asphalt bezieht und ganz ohne Sonnenlicht auskommt. Solches «chemosynthetische Leben» könnte im erdölreichen Golf von Mexiko weit verbreitet sein, schreiben die Forscher aus Bremen, Kiel, Mexiko und den USA im US-Wissenschaftsjournal «Science» (Bd. 304, S. 999).
Untersuchungsgebiet waren die so genannten Campeche Knolls, unterseeische Hügel rund 400 Kilometer nordöstlich der mexikanischen Hafenstadt Veracruz. Bei ihrer Suche orientierten sich die Forscher an Erdölspuren, die vom Meeresboden zur Wasseroberfläche aufsteigen. Vom deutschen Forschungsschiff RV Sonne aus ließen sie ferngesteuerte Kameras und Greifgeräte in die Tiefe hinab. Sie entdeckten an den asphaltierten Hängen Mikroben, Röhrenwürmer, verschiedene Muschelarten und andere Meereslebewesen. Asphaltbrocken wurden aus der Tiefe geborgen und später in medizinischen Tomographen untersucht. «Einige Lebewesen scheinen Asphalt regelrecht zu mögen»,
heißt es in dem Bericht.

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#22 Ungelesener Beitrag von frank » 18.05.2004 12:59

Forscher: Algen-Düngung hilft nicht gegen Treibhauseffekt
Geesthacht/Kapstadt (dpa/lno) - Mit einer künstlichen Algenblüte kann man den Treibhauseffekt nicht eindämmen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer internationalen Expedition in den Südatlantik. Zwar binden die Algen über die Photosynthese große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. «Der Beitrag wäre jedoch zu gering, um das Kohlendioxidproblem zu lösen», sagte der Leiter des Geesthachter Instituts für Küstenforschung (GKSS), Franciscus Colijn (58), in einem dpa-Gespräch.
Für ein endgültiges Ergebnis müssen jedoch sämtliche gewonnenen Daten des «EIFEX» (European Iron Fertilization Experiment = Europäisches Eisendüngungs-Experiment) genannten Forschungsprojektes ausgewertet werden. Rund 50 Wissenschaftler aus Europa waren zwei Monate lang mit dem Forschungsschiff «Polarstern» von Kapstadt aus in Richtung Süden gefahren. Sie wollten erforschen, ob sich durch eine Düngung der Wasseroberfläche mit Eisensulfat das Treibhausgas Kohlendioxid in der Tiefsee «versenken» lässt.
«Wir konnten in Proben aus 3000 Metern Tiefe nachweisen, dass das Kohlendioxid teilweise absinkt», berichtete Colijn. Doch eine Düngung des so genannten Phytoplanktons könne den drohenden Klimawandel nicht bremsen. «Die Mengen, die über diesen Mechanismus in der Tiefe verschwinden, sind zu gering, um die Riesenmengen Kohlendioxid in der Atmosphäre zu verringern beziehungsweise den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre zu bremsen», meinte er. Fazit des Wissenschaftlers: Die Düngung des Meers ist keine Lösung für das Kohlendioxid-Problem der Erde.
Das internationale Forscherteam unter Leitung des Alfred- Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven hatte auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern sieben Tonnen Eisensulfat ausgebracht. Forscher arbeiten an verschiedenen Methoden, die Menge des Treibhausgases in der Atmosphäre zu verringern. So versenken japanische Forscher versuchsweise riesige Blöcke aus gefrorenem Kohlendioxid in der Tiefsee, andere Wissenschaftler wollen das Treibhausgas in leere Erdgas- und Erdöllagerstätten pumpen.

Studie: Fachleute plädieren für mehr adulte Stammzellforschung
Berlin (KNA) Die Forschung mit adulten Stammzellen sollte nach Ansicht deutscher Experten verstärkt werden. Zurückhaltender bewerteten Wissenschaftler und Kliniker bei einer am Montag in Berlin vorgestellten Umfrage die humane embryonale Stammzellforschung. Zugleich bezeichneten sie jedoch als «größtes Risiko für Patienten, Forschung und Industrie» die Abwanderung von Stammzellwissenschaftlern wegen eingeschränkter Forschungsbedingungen. Sie sei in den nächsten 5 Jahren zu erwarten, so etwa die Hälfte der Befragten. Fast 75 Prozent der Experten rechnen während der nächsten 10 bis 20 Jahre mit entscheidenden Fortschritten, die es aber im Ausland geben werde.
Bei der so genannten Delphi-Studie des Max-Delbrück-Centrums (MDC) Berlin-Buch und des Forschungszentrums Jülich (FZJ) wurden Erwartungen der in Deutschland tätigen Fachleute ermittelt. Von 110 angefragten Experten beteiligten sich 49 an der umfassenden schriftlichen Befragung. Der Leiter der MDC-Arbeitsgruppe für Bioethik und issenschaftskommunikation, Christof Tannert, sagte, der Rücklauf spiegele aber «einigermaßen die gesamte Breite» der Forschungslandschaft wider. So hätten sich alle sechs Einrichtungen, die bislang Genehmigungen für den Import embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken erhielten, an der Umfrage beteiligt.

«Embryonale Forschung risikoreicher»

Der Leiter der FZJ-Programmgruppe Mensch, Umwelt, Technik, Peter Wiedemann, betonte, von den Wissenschaftlern sei die staatliche Forschungsförderung als entscheidender Faktor für die Zukunft der Stammzellforschung in Deutschland benannt worden. In der Umfrage wurde zugleich die embryonale Stammzellforschung als «risikoreicher, vor allem für die Patienten» bewertet. Dies wurde nach Angaben Tannerts vor allem mit unzureichender «Zielgenauigkeit» bei der Ausdifferenzierung von Zellen und mit der Gefahr krebslicher Veränderung begründet.
Mittel- bis langfristig werden von den Fachleuten aber sowohl eine größere Akzeptanz der embryonalen Stammzellforschung als auch eine Lockerung der rechtlichen Vorgaben erwartet. Nahezu 90 Prozent der Experten gehen davon aus, dass sich ein internationales Komplettverbot der Erforschung und Verwendung embryonaler Stammzellen nie durchsetzen wird. Eine weitergehende Öffnung des Embryonenschutzgesetzes, die die Forschung an Embryonen jenseits des 14. Tages erlauben würde, wird von fast allen Befragten niemals oder aber zumindest nicht in den nächsten 20 Jahren erwartet.
Die gezielte Befragung der Fachwissenschaftler erfolgte nach einem so genannten Bürgervotum zur Stammzellforschung. Bei diesem Projekt wurden 16 Bürger ausgewählt, die in mehreren Anhörungen Experten zu dem Thema befragten. Sie votierten im März abschließend dagegen, dass menschliche Embryonen zum Zweck der Forschung hergestellt werden. Ein Mehrheit der Gruppe sprach sich zudem gegen jede Form des Klonens aus.

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#23 Ungelesener Beitrag von frank » 19.05.2004 16:26

Forscher: Stammzellen aus der Nabelschnur bedingte Alternative
München (KNA) Stammzellen aus der Nabelschnur könnten für Forschung und Therapie zum Teil eine interessante Alternative zu embryonalen Stammzellen bieten. Das ist das Fazit eines Kooperationsforums, das am Mittwoch in Garching bei München erstmals Ergebnisse eines bayernweiten Forschungsprojektes vorstellte. «Wir sind noch dabei zu untersuchen, was die Zellen aus der Nabelschnurwand alles können», sagte Erich Wintermantel, geschäftsführender Direktor des Zentralinstituts für Medizintechnik der Technischen Universität München. «Die ersten Ergebnisse sind aber sehr ermutigend.»
Zur Behandlung von Tumoren und Herz-Kreislauferkrankungen könnten die Zellen gute Dienste leisten, meinte Wintermantel. Die Forschung mit Stammzellen aus der Nabelschnur ist im Gegensatz zur Forschung mit embryonalen Stammzellen ethisch und rechtlich unbedenklich. Die Wissenschaftler ließen aber keinen Zweifel daran, dass sie die Beschäftigung mit embryonalen Stammzellen nicht völlig ersetzen könne. Letztere verfügten über ein größeres Differenzierungspotenzial.

Spender-Mütter werden vorher aufgeklärt
Stammzellen aus der Nabelschnur oder aus ihrem Blut werden derzeit im Rahmen des vom bayerischen Staat geförderten STEMMAT-Programms von Müttern freiwillig nach der Geburt zur Verfügung gestellt - nach entsprechender Aufklärung gemäß den Richtlinien der Ethikkommission. Nabelschnüre von rund 100 Patienten haben die Forscher in einem Kooperationsprojekt mit der Frauenklinik der TU München auf diesem Weg gewonnen und eingefroren. Es soll getestet werden, ob sie ihrem Spender später im Krankheitsfall von Nutzen sein können, etwa beim Aufbau eines neuen Gewebes.
Als Alternative zur Knochenmarkstransplantation werden Zellen aus Nabelschnurblut schon seit Jahren verwendet. Allerdings hat diese Methode derzeit nur bei Kindern Erfolg. Auch im Hinblick auf andere mögliche Therapieformen hielten sich die Forscher in ihren Äußerungen zurück. «Wir brauchen noch Zeit und wollen keine übertriebenen Hoffnungen wecken», so Wintermantel.

Düstere Zukunft - fossile Brennstoffe blockieren Sonnenlicht
London (dpa) - Auf der Erde wird es langsam dunkler. Winzige Partikel aus der Verbrennung von Öl und Kohle blockieren nach Messungen von Forschern zunehmend das Sonnenlicht. Außerdem wächst durch die Klimaerwärmung die Wolkendecke. Seit den späten 50er Jahren sei die Sonneneinstrahlung am Erdboden um zwei bis vier Prozent pro Jahrzehnt gesunken, berichtete das britische Wissenschaftsjournal «Nature» am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dies könne möglicherweise den Treibhauseffekt abmildern.
Bislang sei das Phänomen nur auf der Nordhalbkugel untersucht worden. Nun hätten australische Forscher es auch auf der Südhalbkugel nachgewiesen, berichtete «Nature». Ihrer Studie zufolge sei die Verdunstungsrate in Australien während der vergangenen 30 Jahre signifikant gefallen, was ein sicheres Zeichen für eine gesunkene Wärmeeinstrahlung sei. «Das belegt, dass es sich um ein globales Phänomen handelt», zitierte das Journal den Chef des Forscherteams, Michael Roderick von der Australischen Nationaluniversität in Canberra. Die Messdaten widerlegten zudem die Theorie, demzufolge Australien durch die Klimaerwärmung auszutrocknen drohe. «Tatsächlich wird die Welt weniger trocken», behauptet Roderick laut «Nature».
Einige Forscher fürchten, dass die globale Verdunklung als Ausrede dienen könnte, sich nicht weiter um den Treibhauseffekt zu sorgen. Aus dieser Befürchtung habe die Forschergemeinde das Thema in der Vergangenheit auch nur sehr zurückhaltend in der Öffentlichkeit diskutiert, sagte der israelische Umweltexperte Shep Cohen laut «Nature». Ein Verständnis des Phänomens sei jedoch bedeutend für den Klimaschutz. So könnten Partikelfilter möglicherweise mehr schaden als nützen, wenn nicht gleichzeitig der Kohlendioxidausstoß verringert werde.

Neues chemisches Element soll «Roentgenium» heißen
Darmstadt (dpa) - Das bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt entdeckte chemische Element 111 soll «Roentgenium» (Rg) heißen. Diese Empfehlung des zuständigen internationalen Verbandes IUPAC gab die Gesellschaft am Dienstag bekannt. Die IUPAC (International Union for Pure and Applied Chemistry) schloss sich damit dem Vorschlag der Entdeckergruppe um Professor Sigurd Hofmann an, mit dem Element den Wissenschaftler Wilhelm Conrad Röntgen zu ehren. Dieser hatte 1901 den ersten Physik-Nobelpreis bekommen.
Das Element 111 wurde erstmals 1994 nachgewiesen und der Nachweis seitdem mehrfach bestätigt. Die endgültige Benennung erfolgt durch das «IUPAC-Bureau», das im Oktober tagen wird. Die GSI hat in seiner Beschleunigeranlage bereits mehrere neue Elemente nachgewiesen, die nach wenigen Millisekunden zerfallen. Zuletzt war das Element 110 im vergangenen Dezember offiziell auf den Namen «Darmstadium» getauft worden.

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#24 Ungelesener Beitrag von frank » 20.05.2004 09:44

Asteroiden verändern im Alter ihre Farbe
London (ddp). An der Farbe eines Asteroiden lassen sich sein Alter und seine Lebensgeschichte ablesen. Damit könne häufig auch die Frage nach der Herkunft von auf der Erde gefundenen Meteoriten beantwortet werden, sagen Astronomen um Robert Jedicke vom Astronomischen Institut der Universität auf Hawaii. Die Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Nature» (Bd. 429, S. 275).
Asteroiden unterliegen im All einer Verwitterung: Kosmische Strahlung und der Einschlag kleiner Partikel verändert im Lauf der Zeit ihre Oberfläche. Damit wandeln sich auch die spektralen Eigenschaften und somit sozusagen die Farbe dieser Himmelskörper. Zudem prägen Zusammenstöße mit anderen Asteroiden die Oberfläche und damit ihr Farbspektrum. Anhand von mehr als 8000 bekannten Asteroiden und eigener Verwitterungsexperimente im Labor erstellten die Wissenschaftler nun für diese Himmelskörper eine Alterstabelle. Damit kann sowohl das Alter als auch die Geschichte eines Asteroiden rekonstruiert werden.
Bislang wurde das Alter von Asteroiden anhand von Bildern ermittelt, die von Raumsonden aus aufgenommen worden waren. Dabei wurden die Krater auf den Himmelskörpern ausgezählt. Diese Methode ist jedoch recht ungenau. Die Altersbestimmung anhand gleichmäßigerer Prozesse wie der Wirkung der kosmischen Strahlung ermöglicht dagegen eine präzisere Datierung der Entstehung und von Zusammenstößen.
Die ältesten Oberflächen von Asteroiden sind nach den neuen Erkenntnissen 4,65 Milliarden Jahre alt. Sie blieben demnach seit der Frühzeit des Sonnensystems unverändert. Viele der Kleinplaneten, die der Erde nahe kommen, befinden sich erst seit einigen Millionen Jahren auf diesen Bahnen. Die meisten Meteoriten, die auf die Erde fallen, stammen von Asteroiden, die nach Zusammenstößen aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter herausgeschleudert wurden, ergaben Untersuchungen der Forscher.

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