Kompakte Rechenpower für wenig Geld

Analyse und Vorhersage von Struktur und Faltungsweg (Folding@home, GPUGRID, Rosetta@home, ...)
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frerich

Kompakte Rechenpower für wenig Geld

#1 Ungelesener Beitrag von frerich » 05.08.2003 06:30

Moin Moin,

mir schwirrt schon seit längerem eine Idee im Kopf herum, auf die ich durch verschiedene Artikeel gekommen bin, die ich aber aus Zeitmangel nie realisieren konnte:

was haltet ihr von der Idee, einen Cluster der auf rechenintensive Probleme wie z.B. Compilieren oder (ach ja... ;-) distributed folding getrimmt ist, und aus möglichst billiger "Off the shelf" Hardware besteht?

Ähnliche Projekte gibt es ja zu hauf, z.B. http://www.dai.ed.ac.uk/homes/craigr/Spectrum/ - aber das geht mir schon viel zu weit: genaugenommen würde es doch reichen wenn man z.B. 8 billige Motherboards nimmt, die mit Grafik- und Netzwerkkarte ob-board kommen, auf jedes Board z.B. eine billige ~1.3Ghz CPU und 128MB RAM paken würde, und das ganze via 10BaseT vernetzen würde.

Zusammen mit einem KVM (damit man einen Monitor und die Tastatur zwischen den einzelnen Rechnern hin und her schalten kann, denn im Prinzip hat man sich ja dann ein Netzwerk auf höchst kompaktem Raum gebaut) würde das ganze dann ja ziemlich viel Rechenkraft für relativ wenig ¤ geben, und wenig Raum beanspruchen.

Man bräuchte ja nicht einmal Tower (wie auf der oben erwähnten seite) für die einzelnen Nodes zu verwenden - die Motherboards könnten ja z.B. mittels etwas längerer Abstandshalter übereinander gesteckt werden, zu einem kleinen Turm. Wenn dann aussen noch ein Gehäuse aus z.B. Hartplastik gebaut wird, wäre die Sache auch noch gegen Staub gesichert (und ein paar 120mm Lüfter sorgen für eine frische Brise im Kubus).

Mich würde jetzt mal interessieren, ob ihr schon von solchen Projekten gehört habt (oder gar selbst sowas angegangen seid), was ihr von der Idee haltet, und mit welcher Hardware man am besten sowas anfängt.

frerich

#2 Ungelesener Beitrag von frerich » 05.08.2003 06:56

Ich habe jetzt noch mal nach ein paar interessanten Seiten zum Thema gesucht. Mir scheint, die Idee hinter "Beowulf" Clustern kommt meiner Idee schon ziemlich nahe, obwohl Beowulf Cluster eigentlich schon zu ausgefeilt sind (unterscheidung zwischen einer "Head Node" [ == Controller ] und den "Compute Nodes" [ == Rechensklaven ]).

http://space-simulator.lanl.gov/ sah besonders interessant aus, obwohl die Hardware schon totaler overkill ist (verflucht, bei denen ist eine einzige Node schon schneller als mein PC :-}).

Pascal

#3 Ungelesener Beitrag von Pascal » 05.08.2003 09:36

Schau doch mal hier unter Hardware, Software Betriebssysteme.

Es gibt einfache Lösungen mit Linux, Mosix und co. Mit Linux kannst du die anderen Rechner schön übers Netzwerk verwalten und die Umsteckerei entfällt.

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#4 Ungelesener Beitrag von LinuxFan » 05.08.2003 10:36

Spannend finde ich bei der ganzen Geschichte eigentlich vor allem die Software-Seite. Also dass nicht auf jedem Node ein Client einsam vor sich hinrechnet, sondern dass sich das ganze System wirklich wie ein (Mosix-)Cluster verhält, also inklusive Load-Balancing etc.

Da arbeite ich übrigens auch gerade dran, und aus leidiger Erfahrung kann ich Dir sagen: Die Hardware ist an einem Wochenende zusammengestöpselt, aber die Software kostet wirklich Zeit und Nerven!

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Re: Kompakte Rechenpower für wenig Geld

#5 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.08.2003 10:51

frerich hat geschrieben:Mich würde jetzt mal interessieren, ob ihr schon von solchen Projekten gehört habt (oder gar selbst sowas angegangen seid), was ihr von der Idee haltet, und mit welcher Hardware man am besten sowas anfängt.
Spare bereits seid einiger Zeit für solch ein Vorhaben. Allerdings werde ich entweder EPoX Single-MoBos oder DUAL-Opteron-Boards einsetzen - Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres... fehlt noch das nötige Kleingeld. Das Ganze wollte ich derartig mit Betriebssystemen ausstatten, daß die Maschinen sowohl als Windoof XP-Einzelrechner laufen können, wie auch als MOSIX/ClusterKNOPPIX-Verbund. Wird alles fein als auf Holzstäben gestapeltes Rack aufgesetzt und in einen mit entsprechenden Lüftern umgebauten Kleiderschrank eingesetzt. Vorne wollte ich an die Schranktür ein LCD-Display basteln und ein ausfahrbares Keyboard integrieren. Spaß muß sein...

Michael.
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frerich

#6 Ungelesener Beitrag von frerich » 05.08.2003 11:30

LinuxFan hat geschrieben:Spannend finde ich bei der ganzen Geschichte eigentlich vor allem die Software-Seite. Also dass nicht auf jedem Node ein Client einsam vor sich hinrechnet, sondern dass sich das ganze System wirklich wie ein (Mosix-)Cluster verhält, also inklusive Load-Balancing etc.

Da arbeite ich übrigens auch gerade dran, und aus leidiger Erfahrung kann ich Dir sagen: Die Hardware ist an einem Wochenende zusammengestöpselt, aber die Software kostet wirklich Zeit und Nerven!
Irgendeine Software zum Parallelen-Rechen wie OpenMOSIX oder pvm macht garkeinen Sinn - zum Einen ist der distributedfolding.org Client garnicht darauf ausgelegt, d.h. du kannst zwar einen Client über n Nodes verteilen, aber du hast auch den zusätzlichen Overhead durch das Netzwerk (langsamer als Gigabit Ethernet, und es macht wirklich keinen Spass mehr). Zum Anderen macht der Einsatz von OpenMOSIX usw. keinen Sinn weil es keine "Bottlenecks" im Prozess gibt (z.B. kann es nicht passieren, dass eine Node auf eine andere wartet weil, durch die Programmierung des Clients, eh alle Clients ihr eigenes Ding machen und also auch hoch-/runterladen wann es ihnen passt).

Ich fürchte also, dass die Software-Seite nach etwas Überlegung garnicht mehr so interessant ist, zumindestens wenn einem die letztendlich erreichbare Performance am Herzen liegt. Wenn der Cluster flexibel werden soll, kannst du später immernoch OpenMOSIX einsetzen - aber sicher nicht zum Folden.

Ich persönlich finde die Hardware-Seite eigentlich viel interessanter (auch nur, weil bei distributed folding mit dem Client nicht viel zu basteln ist ;-) - insbesondere, welche Motherboards und CPUs benutzt werden (Preise und Wärmeabgaben wären interessant), und wie der ganze Kram verstaut wird - als Regalwand, im Rack, oder mit 08/15 Towern von der Stange?

Im Moment scheint mir die billigste Lösung zu sein, von Alphamax ein "Basis Set" aus Gehäuse, Netzteil, Floppy und Motherboard zu holen (http://www.alphamax.de/index.php?nr=512&gruppennr=0040 - ca. 94 EUR) und da dann einen Athlon XP 2200+ (62,50 EUR bei Alphamax) und 128MB SDRAM (20-30 EUR) draufzusetzen. Das wären dann noch unter 200 EUR für eine XP 2200+ Node.

Vielleicht erlauben die on-board Netzwerkkarten auch, über's LAN zu booten, so dass man sich für den ganzen Cluster nur eine Festplatte zu holen braucht. Das senkt auch die Stromkosten, und die Lautstärke.

Pascal

#7 Ungelesener Beitrag von Pascal » 05.08.2003 11:36

frerich hat geschrieben:..

Vielleicht erlauben die on-board Netzwerkkarten auch, über's LAN zu booten, so dass man sich für den ganzen Cluster nur eine Festplatte zu holen braucht. Das senkt auch die Stromkosten, und die Lautstärke.
Genau wegen der Stromkosten wäre es sinnvoller, einen stärkeren als den 2200+ zu holen. Auch wenn die Anschaffungskosten höher sind, wenn man die Stromkosten auf Dauer etwas höher hat, kommt man in der Summe mit weniger Nodes zur gleichen Gesamtrechenleistung!

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#8 Ungelesener Beitrag von LinuxFan » 05.08.2003 12:10

frerich hat geschrieben:Im Moment scheint mir die billigste Lösung zu sein, von Alphamax ein "Basis Set" aus Gehäuse, Netzteil, Floppy und Motherboard zu holen (http://www.alphamax.de/index.php?nr=512&gruppennr=0040 - ca. 94 EUR) und da dann einen Athlon XP 2200+ (62,50 EUR bei Alphamax) und 128MB SDRAM (20-30 EUR) draufzusetzen. Das wären dann noch unter 200 EUR für eine XP 2200+ Node.
Meine Rechnung würde so aussehen:

Mobo: Asrock K7VT2 - 29,90 Euro (NordPC)
CPU: Athlon XP 2400+ in-a-Box - 86.25 Euro (NorskIT)
RAM: 128 MB PC266 noname - 16,03 Euro (NorskIT)
Gehäuse: ATX 300 Watt MidiTower - 29,90 Euro (CSV)

Sind dann rund 162 Euro plus Porto für einen Node.

Wer bietet mehr? ;)

frerich

#9 Ungelesener Beitrag von frerich » 05.08.2003 13:49

LinuxFan hat geschrieben: Meine Rechnung würde so aussehen:

Mobo: Asrock K7VT2 - 29,90 Euro (NordPC)
CPU: Athlon XP 2400+ in-a-Box - 86.25 Euro (NorskIT)
RAM: 128 MB PC266 noname - 16,03 Euro (NorskIT)
Gehäuse: ATX 300 Watt MidiTower - 29,90 Euro (CSV)

Sind dann rund 162 Euro plus Porto für einen Node.

Wer bietet mehr? ;)
Wow, das ist natürlich noch besser! 8-)

Das Asrock K7VT2 scheint wirklich interessant zu sein - passiv gekühlter Chipsatz, guter Preis, LAN on-board - wenn man jetzt noch mit dem Ding über's LAN booten könnte, wäre es perfekt (ich fürchte allerdings dass es auf dem Motherboard keinen Sockel für so einen Bootchip gibt) . Ansonsten bräuchte man pro Node noch jedesmal eine kleine Netzwerkkarte, was den Preis aber immernoch locker unter 200EUR halten dürfte.

Ich frage mich, ob 300 Watt nicht mächtig viel sind für so ein System - immerhin gibt es ausser der CPU keine wichtigen Verbraucher (die üblichen Verdächtigen Festplatte, CD-ROM usw. fallen ja weg) - vielleicht kann man sich das Gehäuse ja sparen, und dann für zwei oder drei Motherboards ein Netzteil nehmen?

Pascal

#10 Ungelesener Beitrag von Pascal » 05.08.2003 13:54

frerich hat geschrieben:..

Ich frage mich, ob 300 Watt nicht mächtig viel sind für so ein System - immerhin gibt es ausser der CPU keine wichtigen Verbraucher (die üblichen Verdächtigen Festplatte, CD-ROM usw. fallen ja weg) - vielleicht kann man sich das Gehäuse ja sparen, und dann für zwei oder drei Motherboards ein Netzteil nehmen?
Die 300 Watt sind reiner Schwindel. Entscheidend ist die sog. Combined Power, wenn du nen 2400er Athlon hast, brauchst du entsprechende Ströme auf der 5-V- und der 12-V-Leitung. Zwei Boards kriegst du niemals an ein 300-W-NT.

Ich selbst bin relativ günstig an ein 420-W-Levicom-NT gekommen, das ist von der Combined Power her etwas schwächer als ein 365-W-Enermax-Klumpen. Aber nur halb so teuer :P

Entscheidend ist z.b. auch, daß keine Graka drin ist. Notfalls irgendne alte 2 MB-PCI reinstecken.

Wegen der Anforderungen an Leistungen hab ich in nem anderen Thread mal nen Link zu MSI gepostet, die hatten mal ein ganz nettes, umfangreiches Listing..

bluumi @ work

#11 Ungelesener Beitrag von bluumi @ work » 05.08.2003 17:01

frerich hat geschrieben:Irgendeine Software zum Parallelen-Rechen wie OpenMOSIX oder pvm macht garkeinen Sinn - distributedfolding.org Client nicht ausgelegt. Zum Anderen NetzwerkSpeed.
Leider kann ich Dir im grossen und ganzen zustimmen, habe bei meinem Test (18x 2.4Ghz PIV) keinen guten Einsatz für das ClusterKnoppix gefunden. Die wenigste dc Software ist parallelisierbar. Im Moment läuft der "Cluster" so dass jeder für sich seinen Client drauf hat (KSBA / Platz 15 Weltrang).

Weder ChessBrain / dnet (rc5 / OGR) / NFS.net / 17oBust konnten das OpenMosix ausreizen, bzw profitieren.
Ein kleiner versuch etwas zu rendern war aber fantastisch... Ich müsste wirklich mal IMP ansehen.. :D

bluumi @ work

Re: Kompakte Rechenpower für wenig Geld

#12 Ungelesener Beitrag von bluumi @ work » 05.08.2003 17:06

Michael H.W. Weber hat geschrieben:DUAL-Opteron-Boards einsetzen - .
Werden diese denn in einen Vernünftigen Preisrahmen kommen??

Ich bin bei "meinem" 19"Rack-Cluster (20 nodes) immernoch nicht bei der Beschaffung der Boards usw angelangt. Einen Node mit AMDXP2200+ kann man für 200 hinbekommen, aber mit DualOpteron, glaube ich würde man doch glatt geschröpft?!?

Gibt es schon welche? => wohl besser im HW-Forum weiter :D

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