Die Stromkosten der Peripherie können aus meiner Sicht tatsächlich den vermeintlichen Vorteil des "Hauptlast-Trägers" CPU zunichte machen. Deshalb war ich auch von den zitierten Tests aus der c´t recht überrascht.Michael H.W. Weber hat geschrieben:(...) Bleibt am Ende die Frage des CPU-Verbrauchs im Vergleich. Ich denke, der Octacore wird dort besser abschneiden, aber 68W TDP AMD Quads dürften auch nicht zu verachten sein, da sie wegen integriertem Speicherinterface einen enorm niedrigeren Mainboard-Stromverbrauch haben. Angeblich braucht ein AMD Chipsatz für Barcelone CPUs ca. 15 W, der für die Xeons wohl deutlich mehr als das Doppelte. Als Folge wäre der Intel Vorteil in der CPU TDP nicht nur ausgeglichen, sondern übertrumpft. Hierzu bräuchte man nochmal eine genauere Recherche, aber ich denke, das ist so schon richtig abgeschätzt: Beim Vergleich Intel/AMD bezüglich Stromverbrauch muß die Nortbridge bzw. der Hypertransport mit berücksichtigt werden, d.h. CPU TDP + Mainboard-Verbrauch sollten näherungsweise verglichen werden und nicht die CPUs alleine. Oder hält wer mit sinnvollen Argumenten dagegen?
...
P.S.: Mein Problem ist auch daß ich letztlich ohnehin ein zweites System für meine Frau brauche.
Wenn du noch warten kannt, der Nehalem kommt wohl früher als erwartet und könnte die Lücke zwischen "alter" Intel-Quad-Technik und sparsameren AMD-Chipsätzen füllen, das wieder aufgelegte Hyperthreading könnte (muss aber nicht) insbesondere für einen Crunching-Rechner Vorteile bringen:
http://www.computerbase.de/news/hardwar ... t_nehalem/
http://www.computerbase.de/lexikon/Inte ... rchitektur
Zwei kleinere Rechner statt einer "großen" Maschine bieten mit Sicherheit nicht das von dir anvisierte Optimum an Leistung/Watt, hätte aber andere Vorteile wie in Server-Bereich auch, eine gewisse Ausfallsicherheit bei Fehlern/Schäden/Wartungsarbeiten etc. Und natürlich erlauben sie bequemer den Zwei-Personen-Nutzer-Betrieb.
Selbst im privaten Bereich hat man ja nicht rund um die Uhr Zeit, alle Rechner 100% am Laufen zu halten, rechnet man als Faktoren
- die Gesamt-Laufzeit aller Rechner (pro Jahr),
- abzüglich Zeit für Wartung/Komponententausch/Lieferzeiten,
- Stromeinsparung in diesen Zwangs-Pausen (eine hohe Verfügbarkeit ist ja nicht Grund-Bedingung für DC),
- höhere Anschaffungskosten einer Octacore-Maschine aber Stromeinsparung wegen höherer Effizienz,
- Ausfälle
- Verteilung der "Kühlungs-Belastung" an die Raumluft (nicht zwangsweise arbeitet/spielt man in Nähe des DC-Rechners)
- Wiederverkaufswert kann man als Kaufkriterium nahezu ausschließen (denke ich),
(- Optimierungen bestimmter Projekte auf die jeweilige CPU-Architektur sind nicht zukunftssicher,)
so wird die TCO-Rechnung inklusive "Usability" natürlich kompliziert. Sehr sogar. Hier noch rational richtig für das eine oder andere entscheiden zu können, halte ich angesichts der technischen und preislichen Entwicklung für sehr schwierig bis unmöglich. Hardware-Anschaffungen sind in meinen Augen sehr stark vom aktuellen Preis und Verfügbarkeit abhängig.
Strom wird mit großer Sicherheit teuerer (innerhalb des Lebenszylus der neuen Hardware), den Faktor gilt es einzubeziehen, gerade bei höheren Verbrauchswerten wie in kleinen "DC-Farmen", hinsichtlich Gering-Verbrauchern ist dieser reine kWh-Anteil von den Grundgebühren u.a. Vertragsbedingungen, also dem Gesamt-Niveau, abhängig. Die Anmietung einer Lagerhalle mit Option auf Industrie-/Nacht-Strom würde sich folglich kaum rechnen (noch nicht). Selbst die Gründung von DC-Dienstleistern zu diesem Zweck steckt noch in den Kinderschuhen, äh, existiert meines Wissens nicht, Marktlücke ?
Am sinnvollsten halte ich persönlich ultraeffiziente, modulare Einheiten, die kostengünstig aufgerüstet/erweitert werden können (bspw. Server-Racks im Keller). Leisten kann ich mir sowas nicht.



