http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27905/1.htmlMatthias Gräbner hat geschrieben:Menschen sind komplizierter als Fadenwürmer
14.05.2008
Wie komplex ein Organismus ist, lässt sich kaum an der Zahl seiner Gene ablesen - Forscher schlagen das Interaktom als neuen Maßstab dafür vor
Was macht einen Organismus wirklich aus? "Es liegt in den Genen", hieß es lange - nicht zuletzt das Human Genome Project schürte in den 90-ern des vergangenen Jahrhunderts die Hoffnung, mit dem Erbgut des Menschen auch all seine kleinen Wehwehchen zu entschlüsseln, das Funktionieren oder Nichtfunktionieren seines Körpers, nicht zuletzt auch dem Krebs auf die Spur zu kommen und schließlich das ewige Leben zu erreichen. ...
Menschen sind komplizierter als Fadenwürmer - Telepolis-Arti
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Sven
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X1900AIW
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Michael H.W. Weber
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Daß der Mensch nur einen geringen Bruchteil seiner geistigen Fähigkeiten nutzt, hat meines Wissens Einstein niemals gesagt. Und ich meine mich zu erinern, daß dem auch genauer nachgegangen wurde und sich herausstellte, daß es ein Ammenmärchen ist.X1900AIW hat geschrieben:Und wir nutzen nur 0,2 % der möglichen, erinnert irgendwie an die Einstein-Gehirmpotential-Geschichte.
Zu den anderen Dingen: Znächst mal haben wir ein Begrifflichkeitsproblem. Was ist ein Gen? Liest man diese populärwissenschaftlichen Abhandlungen (Telepolis & Co), stellt man schnell fest, mit Gen ist dort proteinkodierende DNA gemeint. Dann kommt hinzu, daß nach wie vor die Mehrheit der Bevölkerung immer noch glaubt, daß nur oder primär die Proteine die Zelle ausmachen. Richtig ist, daß die Zelle ohne Proteine nicht funktioniert. Falsch ist, daß Proteine das Wesen der Zelle sind. Es sind molekulare Maschinen, die eine bestimmte Aufgabe übernehmen. Fällt die Aufgabe flach, kann es Probleme geben - muß aber nicht. Tatsache ist, daß der größte Teil des Genoms - wenn man auch weiterhin "proteinozentrisch" denkt - "evulotionärer Müll" ist (was meiner Ansicht nach der größte Humbug aller Zeiten ist). Ich weiß jetzt nicht die genaue Zahl, aber ich meine, es sind so 2% unserer Erbinformation, die für Proteine kodiert. Der Physiker würde sagen: Also nichts.
Wir leben in einer RNA-Welt, die völlige Kontrolle über Proteine hat. Das ist insofern von Interesse, als man ja auch davon ausgeht, daß sich unsere Welt auf der Basis einer früheren RNA-Welt entwickelt hat. So ausgestorben scheint die aber noch gar nicht zu sein, wie man täglich mehr herausfindet. Proteine werden beispielsweise vom Ribosom hergestellt. Das Ribosom aber ist im Grunde genommen ein Ribozym, also eine katalytisch aktive RNA!
Was die Amöbe, die etwa 200 mal mehr DNA besitzt, als der Mensch an RNAs hat, ist weitestgehend unbekannt. Richtig wird sicherlich sein, daß es nicht allein die Masse macht, sondern die ausgefeilte Regulation. Aber mehr Information bedeutet normalerweise auch einen größeren Grundstock an molekularen Möglichkeiten.
Michael.
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