Veronika Szentpetery hat geschrieben:...
Bei der passiven Immunisierung werden direkt die Antikörper gegen den Schadstoff gespritzt. Das ist zwar sicherer, dafür gibt es im Körper keinen Lerneffekt, und beim nächsten Kontakt mit der Substanz wird diese nicht als gefährlich erkannt. Bei einer aktiven Immunisierung dagegen wird die eigene Antikörper-Produktion angeregt, indem man eine ungefährliche Form der Substanz verabreicht. Der Vorteil dabei ist, dass der Körper den Schadstoff zu erkennen lernt. Der Nachteil besteht darin, dass er sich zu heftig gegen ihn wehren kann.
Genau das geschah vor fünf Jahren bei einem mit vielen Vorschusslorbeeren bedachten Alzheimer-Impfstoff des irischen Pharma-Unternehmens Elan: Wegen schwerer Nebenwirkungen mussten die fortgeschrittenen klinischen Tests abgebrochen werden. Die zur Immunisierung gedachten Bruch- stücke von synthetischen Beta-Amyloid-Proteinen hatten bei etwa fünf Prozent der 300 Patienten eine schwere Immunreaktion und als Folge eine Hirnhautentzündung ausgelöst.
Drei Jahre später ergab eine Nachuntersuchung allerdings ein überraschendes Ergebnis: Bei den Probanden, die durch die Impfung Antikörper entwickelt hatten, hatte sich der Krankheitszustand kaum verschlechtert. Die Obduktion dreier unabhängig von der Impfung verstorbener Patienten offenbarte ein weiteres erstaunliches Detail: In ihren Gehirnen gab es weniger Plaques, die ins Gehirn gelangten Fresszellen aber, die Abfall beseitigen, waren angefüllt mit Amyloid-Resten. So hatte sich die Theorie des Impfstoffes doch noch bestätigt, auch wenn der Wirkstoff selbst aufgegeben werden musste. Elan konzentriert sich inzwischen, in Kooperation mit dem Konkurrenten Wyeth, auf die Entwicklung eines passiven Impfstoffes gegen die moderate Form von Alzheimer.
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Neues aus der Alzheimer-Forschung
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Sven
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