Ohne Zweifel war das diesjährige Penathlon der größte Erfolg für RKN; seit langem, oder überhaupt. Wer weiß das schon? Ich jedenfalls nicht, denn es ist für das erste Mal gewesen und die Veteranen schwiegen von Anfang an über Tricks und Finesse geplanter und durchgezogener Strategie und Taktik. Dennoch es ist uns gemeinsam gelungen, den Platz zu erobern und zu verteidigen. Letztes Jahr war es noch Platz 15. Diesen unseren großen Erfolg sollten wir im Hinterkopf behalten und uns den nicht selber mies und madig machen (lassen) in dieser Nachlese, wo es auch darum geht Kritik und Verbesserungsvorschlage zu bekunden.
Im Vorfeld konnten die sich anmeldenden Teams Projekte vorschlagen.
»Wie werden die Projekte ausgewählt?
Jedes Team kann bei der Anmeldung vier Projektvorschläge abgeben. Die am häufigsten vorgeschlagenen Projekte werden gemäß dieser Beschreibung auf die Disziplinen aufgeteilt.«
Beschreibung:
»Der BOINC Pentathlon besteht aus 5 Disziplinen:
Marathon (CPU, 14 Tage)
Sprint (CPU oder GPU, 3 Tage)
Stadtlauf (CPU, 5 Tage)
Querfeldein (GPU oder CPU, 5 Tage)
Schwimmen (CPU, 7 Tage)
Jedes Team kann bei der Anmeldung 4 Projektvorschläge angeben.
Die Projekte werden den Disziplinen folgendermaßen zugeordnet:
Marathon
Das Projekt wird von den Organisatoren vorgegeben.
Sprint
Das Projekt mit den meisten Stimmen, welches Workunits mit Quorum 1 anbietet. Sowohl CPU- als auch GPU-Projekte sind möglich.
Stadtlauf
Das reine CPU-Projekt (d.h. Projekt hat keine GPU-Anwendungen) mit den meisten Stimmen, das nicht schon für den Sprint ausgewählt wurde.
Querfeldein
Das GPU-Projekt mit den meisten Stimmen. Wurde dieses bereits für den Sprint ausgewählt, rückt das Projekt (CPU oder GPU) mit den nächstmeisten Stimmen nach, das noch für keine andere Disziplin gewählt wurde.
Schwimmen
Das reine CPU-Projekt (d.h. Projekt hat keine GPU-Anwendungen) mit den meisten Stimmen, welches noch für keine andere Disziplin ausgewählt wurde.
Quorum 1
ATLAS@Home
Cosmology@Home
Enigma@Home
NFS@Home
NumberFields@home
Rosetta@home
SRBase
VGTU@Home
vLHCathome
YAFU
Collatz Conjecture
GPUGRID
Moo! Wrapper
POEM@HOME
Quorum 2
Citizen Science Grid
DENIS@Home
SAT@home
theSkyNet POGS
Universe@home
Asteroids@home
MilkyWay@home
PrimeGrid
SETI@home
Ausgeschlossen sind Projekte, die einen der folgenden Punkte erfüllen:
Projekt war im Vorjahr Teil des Pentathlons (Einstein@Home, LHC@home Sixtrack, malariacontrol.net, World Community Grid, yoyo@home)
keine ausreichende WU-Versorgung sichergestellt
Unterstützung nur weniger Betriebssysteme
nicht CPU-intensive (NCI-)Projekte
fehlerhafte oder nur Test-Anwendungen
keine Accounterstellung möglich
keine WebRPC-Unterstützung
Zwecks Nachvollziehbarkeit werden die Vorschläge der Teams bei Bekanntgabe des letzten Projektes veröffentlicht.
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Entscheidungsprozesse
Die Frage der Projektauswahl innerhalb bei SG fiel zu jener Zeit, wo mein kurzes Intermezzo bei Seti.Germany war. Demzufolge habe ich an die Projektauswahl teilgenommen. Das war übrigens einer der überragenden positiven Erfahrungen, die ich bei der SG gemacht habe: das demokratische Auswahlverfahren - bevor sich das Team festlegt. Im Gegensatz zu anderen Teams, wo der Anmelder aus seiner subjektiven Stimmung und eigenen Präferenz heraus wählt - ohne irgendwelche Rückfragen oder gar Beteiligung des in den Wettbewerb ziehendem Team. Naja, SG ist schon ok, . nette Leute da.
Jedenfalls habe ich mich auch an der Auswahl beteilgt (ohne jetzt zu verraten, was ich gewählt habe). Fakt ist: Ich habe die Projekte ausgesucht, die ich (tatsächlich?) toll und unterstützungswürdig finde. So, so ... ja! Aber ich habe mir als Person natürlich nicht ein Quantum Gedanken gemacht, ob das auserwählte Projekt überhaupt den Ansturm des Runs gewachsen ist. Keinen Schimmer. Mir doch egal. Das solche Projekte nur begrenzte Ressourcen haben mit ihren Server und WU-Generierung, die auf einen normalen wissenschaftlichen betrieb und deren Abläufe abgestellt sind ... naja egal.
Ich will crunchen und dann haben diese Projekte das gefällig auch zu gewährleisten können. Die Projektleiter werden noch gnädig kurz vorher informiert, dass sie möglicherweise das Opfer, äh, der Empfänger unser Gemeinschaft der globalen Cruncher werden könnte. Schön.
Oder wedelt da gerade der Schwanz mit dem Dackel.
Eine gewisse egozentrische Sichtweise ist da nicht zu übersehen; oder?
Wie dem auch sei: Das SG-Team hat basisdemokratisch abgestimmt und bei den meisten anderen Teams hat wahrscheinlich der Anmelder das nach eignem Gusto so bestimmt - wenn überhaupt von der Möglichkeit der Auswahl gebrauch gemacht wurde.
Aber wer bittschön hat sich vorher auch nur den Hauch eines Gedankens darüber gemacht, ob die Projekte den reibungslosen Ablauf gewähren können?
Mit dieser gemachten Erfahrung wie jetzt bei CSG stellt sich die Frage, ob nicht ein zusätzliches Kriterium wünschenswert ist - oder nicht.
1) Nur große oder auch kleine Projekte
So ein Wettkampf stellt ohne Frage eine Herausforderung dar - für das Team als auch für den einzelnen Member. RKN versendet (manchmal etwas sehr spät) eine Massenmail an alle Mitglieder. Ich vermute mal so rund 1.000 Emails.
Von diesen Empfänger, die mal irgendwann aus irgendwelchen Grund sich bei RKN angemeldet haben (und sei es nur im BOINC-Projekt Haken bei »Rechenkraft.net« rein und gut ist) sind aus welchem Grund auch immer zumindest vage an dieser Einladung interessiert und schaun mal rein. Ich vermute so rund 200 Member.
Das sind jedoch ziemlich unterschiedliche Leute. Einige wollen ein bestimmtes Projekt unterstützen weil sie es Unterstützendwert finden und lassen dann ihre Rechner für eine gewisse Zeit für BOINC laufen. Andere interessieren sich für Wettbewerbe und Runs sowie deren technischen Finessen (tunen!), kommen aus der Gamer-Scene oder wollen schlicht auch mal ein bissel mehr trill in dem gewohnten Crunch-Alltag.
Aus dem ergibt sich unterschiedliche Interessen: Zum einem Bedarf es eine gewisse Benutzerfreundlichkeit. Ich machen am Tag x mein PC auf BOINC an und schalte am Tag z mein PC von BOINC wieder aus bzw. fahr ich auf einen niedrigem Level für jene Projekte, die ich und zwar nur ich aus Lust und Laune will. Ende der Durchsage.
Als Konsequenz ergibt sich nach meiner Lesart: Die ausgewählten Projekte müssen GROSS sein und so ohne Stocken und Nerverei einfach nur funktionieren. Und sie müssen bekannt, ja POPULÄR sein. Das schränkt die Auswahl der Projekte deutlich ein.
Oder ich entscheide mich für die Zulassung von kleineren Projekte, die ebenso einen guten wissenschaftlichen Job machen, bloß eben nicht so bekannt sind und entsprechend ihrer (vielleicht nicht so starken Anbindung an große Institute) technischen und finanziellen Möglichkeiten keinen dauerhaften großen Output gewährleisten können - dennoch im Geiste von BOINC wissenschaftlich Unterstützungswert sind. Das öffnet die Auswahl der Projekte deutlich aus.
Variante A gewährleistet also einen reibungslosen Ablauf für Viele (es zählt dann die reine pure bereitgestellte Rechenkraft), während Variante B eine Herausforderung darstellt, wenn es nicht reibungslos verläuft; wo mehr Strategie und Taktik und geschickte Finesse gefragt sind, knifflige Problemstellungen zu lösen. Sich so in einem race reinzuknien wollen indess nur wenige Mitstreiter und führen bei anderen Member eher zu einem generv sein bis hin zum Absprung.
Da eine gute Mischung verschiedener Bedürfnisse und Interessen (überhaupt: welche Art vom Projekt) ist in gewisser weise ein Glückspiel - weil man so nicht weiss, welche Auswahl an Projekte ALLE Teams in einem Pott werfen.
Daher also: sollen die Veranstalter die Regeln ändern; und das bedeutet hier: Einschränkung auf große Projekte.
2) Quorum 1 und Quorum 2
Natürlich haben die wissenschaftlichen Arbeiten und ihre Qualitätssicherung ihre eigene Standards - und so ist es auch völlig gut und richtig, dass es Q1 und Q2 gibt. Im gewöhnlichen crunchen hat dieses auch keine Auswirkung und berührt einem als Member nicht.
Die Situation ändert sich erst dann, wenn ein Wettbewerb stattfindet, wo Q1 und Q2 zum Spielball taktischer Erwägungen herangezogen werden. Es ist nun mal so, dass im »Eifer des Gefechtes« der Grundgedanke der Unterstützung der Wissenschaft funktionalisiert wird im »Im Krieg sind alle Mittel erlaubt« - was letztlich sich sogar temporär schädlich für das Projekt auswirken kann.
Andererseits muss ich zugeben, dass ich in diesem Race mich erstmalig mit solches Methoden, Tricks und Kniffs beschäftigt habe und als Schachspieler im Rahmen von Strategie und Taktik durchaus »interessante Varianten« vorstellen kann.
Solange dieses nicht zur bewussten Schädigung des Projekten ausartet.
Und so gilt ein Abwägen: der gewöhnliche Member, der gemütlich vor sich hincruncht fühlt sich von solchen Crunch-Freaks ausgetricks und die »gemeinsame Sache« verraten, während die »Race-Profis« das Optimum aus den technischen Möglichkeiten herauskitzeln und damit sich / ihrem Team einen Vorteil verschaffen wollen und können.
Aus dem ergibt sich die Überlegung: Soll die Projekte mit nur Q1 zur Wahl stehen, was zu einer deutlichen Einschränkung der Auswahl führen würde oder weiterhin auch Q2 zulassen, weil die Projekte ja eben förderungswürdige Projekte sind und nix dafür können, dass einzelne »Profis« ihr Wissen auch nutzen.
Dazu habe ich eine Umfrage gestartet:
1) Es soll nur große Projekte berücksichtig werden
2) Es soll wie bisher alle (nach dem alten Kriterium) Projekte berücksichtig werden.
3) Es nur Q1-Projekte zugelassen werden.
4) Es soll wie bisher alle (nach dem alten Kriterium) Q1 und Q2 berücksichtig werden.
Ihr könnt zweimal ankreuzen; logisch bezogen einmal auf 1+2 und einmal auf 3+4.
Die Umfrage läuft 5 Tage.
Liebe Member: Diskutiert und stimmt ab nach Bedarf.
Bitte bedenkt, dass dieses Pentathlon für uns ein sehr großer Erfolg war.
Mag der eine oder andere an diesen oder jenen Punkt gefrustet sein und nun »endlich Dampf ablassen« - bitte bleibt fair euch selbst, dem Team und den Veranstaltern gegenüber. Macht euch und dem Team nicht den Erfolg madig und damit die tolle Phase des Teamplays-Run kaputt. Hier gehst es darum: Fehler und schwächen zu benennen und konstruktiv nach vorne zu wenden für den nächsten Pentathlon.
Die Ergebnisse, soweit sie für Außenstehende vom Interesse ist, werde ich zusammenfassend hier dokumentieren und an Seti.Germany weiter leiten; die einen verdammt harten Job bewältigt haben, um unsere RKN-Position für den nächsten Race einfließen zu lassen.
Felix









