Einen
inoffiziellen BOINC-Client für Android gibt es ja nun. Machbar ist es also. Da ist dann wirklich zu hoffen, dass da auch von offizieller Seite mal was passiert.
Als ich vor 10 Jahren mit Seti@Home angefangen habe, da hatte wirklich jeder noch einen PC zu hause. Heute gibt es in meinem Bekanntenkreis wirklich nur noch Laptops, Tablets, Spielekonsolen und Smartphones. Ich schwöre da weiterhin auf echte PCs, aber da bin ich wohl auch eine Ausnahme.
So ein Smartphone ist eine feine Sache, aber Laptops finde ich preislich einfach zu teuer. Einen PC kann ich nach und nach aufrüsten und Netzteil, Gehäuse, Tastatur, Monitor, DVD-Brenner, Soundkarte etc probemlos übernehmen, was beim Laptop alles immer neu müsste. Und dann zahlt man beim Laptop wegen der Miniaturisierung für die gleiche Leistung noch das doppelte. Gebe ich 500? für Grafikkarte+Mainboard+CPU+Ram aus, dann habe ich wieder einen super flotten PC, mit dem man alles spielen kann. Beim Laptop darf ich da gleich was um die 1300? und höher hinblättern. Den Sinn von Tablets habe ich bis heute nicht verstanden. So ohne Tastatur und mit recht kleinem Monitor sind die absolut ungeeignet zum Arbeiten, aber auch wieder so groß, dass die Dinger nicht zum ständigen mitnehmen taugen.
Der Witz dabei ist aber noch...ich kenne genug Leute die 2 Laptops haben, damit sie die Laptops nicht immer hin und herschleppen müssen. Unterwegs wird dann immer das Smartphone genutzt, weil es viel handlicher ist.
Die Stromkosten sind sicher auch ein großer Faktor. Inzwischen zahle ich für meinen einen PC zuhause ca 750? Stromkosten im Jahr. Dann laufen noch 4 Rechner auf der Arbeit und 2 Laptops, wovon aber nur die 3 neueren BOINC nutzen und das auch nur, wenn die PCs sowieso unbedingt an sein müssen. 2500? Stromkosten im Jahr nur für PCs müssen echt nicht sein.
Und dann lohnt BOINC auch einfach viel weniger als früher.
- Früher waren die Netzteile deutlich ineffizienter. Da musste man die schon halbwegs auslasten, damit man nicht zu viel Strom verschwendet hat. Und dann hat man immer noch viel Strom ans Netzteil verloren, selbst wenn man nur Word laufen hatte.
- Damals gab es keine Kerne, die man bei Inaktivität deaktivieren konnte. Die Spannung und Taktung wurde auch nicht wie heute je nach Last gesenkt. Da konnte man dann wirklich mit nur etwa mehr Verbrauch eine große Menge Rechenzeit spenden.
- Die Software war auch noch nicht so weit. Heute kann man seinen PC im Handumdrehen in den Energiesparmodus versetzen. Da wird der auch mal eben zum Kaffeenachfüllen ausgemacht. Dank Ram-Sicherung auf SSDs kann man sogar den Strom abnehmen.
- Obwohl Netzteile, CPUs, Grafikarten etc deutlich effizienter geworden sind, brauchen die das doppelte oder dreifache an Strom wie damals.
Damals musste ich vielleicht ohne BOINC 300? zahlen und mit Boinc 400?. Heute zahle ich ohne BOINC vermutlich weniger als die 300? und mit BOINC dann 750?.
Der Punkt mit "ein wenig mehr für Strom ausgeben, viel der Wissenschaft helfen" greift also nicht mehr so wirklich. Da sage ich mir dann heute eher: "Ich hab so viel Geld für die Hardware ausgegeben, da wäre es verschenktes Geld, wenn der PC unausgelastet rumsteht. Kann ich auch noch etwas Geld für Stromkosten drauflegen und die Forscher sparen an der Hardware-".
Und dann fand ich es damals auch leichter. Da hat man sich S@H runtergeladen, installiert und dann lief alles fast wie von selbst.
Heute wird man von all den Projekten erschlagen und braucht erstmal Tage, bis man eines gefunden hat, was einem zusagt. Dann sind manche kommerziell, manche nicht auf Deutsch, bei manchen versteht man nicht, wofür die gespendete Rechenzeit überhaupt gut ist. Dann läuft nicht alles auf jedem Betriebssystem oder auf jeder Architektur. Man muss wegen Ram-Verbrauch und Checkpoints gucken...
Da ist BOINC schon eher etwas wie Hobby, wo man sich richtig reinsteigern muss.
Den Ansatz von WCG mit den Badges, die auf Laufzeit und nicht auf Credits basieren, finde ich auch besser. Ich habe auch früher versucht jeden Recher zu mobilisieren. Heute guckt man eher, welchen man lieber vom Netz nimmt, weil das Strom-Credit-Verhältnis einfach nicht passt. Bzw für einen ollen 700MHZ Recher im Büro macht man sich nicht mehr den Aufwand da alles zu verwalten, weil die Leistung eh gegen Null geht.
Ich denke sowas wie PlanetQuest wäre auch gut angekommen. Da hatte ich mich drauf gefreut, aber wurde ja wohl vor Jahren eingestellt.
Da sollte der PC ja Fotos analysieren und so neue Planeten finden, die man dann z.B. hätte benennen dürfen. Da hätte man dann seinen Arbeitskollegen sagen können "Guck mal da oben. Da ist mein Planet namens Rechenkraftopia.".
Mehr Interaktivität wäre sicher auch gut. Da bräuchte es etwas, wo wirklich jeder mitmachen kann, ohne viel vom Thema zu verstehen.
Sowas wie das von der Nasa, wo man Bilder vorgesetzt bekommt und dann intuitiv "Ja" oder "Nein" antworten muss, um so die Daten für die Computer "vorzufiltern". Der beste Computer ist ja immer noch das Gehirn.
Vielleicht ja mal sowas wie diese Seiten mit dem Geldschein-Tracking. Leute tippen die Seriennummern ihrer Banknoten ein und dann rechnen alle PCs gemeinsam an den Wegen des Zahlungsverkehrs und irgenwelchen Daten daraus.
Oder jeder kann eingeben, mit wem er verwand ist. Dann forscht man etwas und nach und nach erweitert man seinen Familienstammbaum. Da kann man sich ja Jahre mit beschäftigen, wenn man endlos nach hinten forscht(werden ja exponentiell mehr Vorfahren). Die ganzen Stammbäume werden dann per DC analysiert, mit anderen Stammbäumen verglichen+verknüpft und so hilft man vielleicht noch der Evolutions- oder Ahnenforschung. Vielleicht nimmt man ja noch Erbkrankheiten auf und findet so etwas über deren Verbreitung heraus oder ähnliches.
Und man kann als Nutzer dann die Ergebinsse verfolgen, die natürlich spannender sind, weil man direkt involviert ist und die einem selbst betreffen. So findet man z.B. Verwandte, die man garnicht kannte, weil ein anderer Cruncher die eingetragen hat oder man kann sich anzeigen lassen, mit wieviel Wahrscheinlichkeit man mit Person XY zu welchem Grad verwand ist.
Ob das nun der Menschheit etwas nützt is eine andere Sache. Aber vom Konzept her würde ich sowas klasse finden. Aber für das meiste Sinnvolle braucht es wohl Experten und Fachwissen, wo dann der 0815-Cruncher überfordert ist.