Quo Vadis DC?

Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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Dennis Kautz
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Quo Vadis DC?

#1 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 18.03.2012 21:37

Hallo zusammen!

Nachdem ich jetzt sage und schreibe 1 1/2 Jahre so gut wie von der DC-Bildfläche verschwunden war (höchstens mal die Foren überflogen hab=, hab ich vor ein paar Tagen mal wieder angefangen, mich ein bisschen einzulesen. Dabei ist mir erstmal aufgefallen, dass RKN mittlerweile in der internationalen Forschungsliga mitspielt und die ambitionierten Ziele, die vor ein paar Jahren oft noch neblig wirkten, mehr als übertroffen wurden - WOW und Gratulation an den Vorstand und alle Mitglieder und Helfer! :)

Andererseits ist mir aber auch aufgefallen, dass quer durch die DC-Teams und -Seiten die Aktivität spürbar nachgelassen zu haben scheint - oder zumindest nicht gestiegen ist. Egal ob RKN, SG, P3D... ich würde mal vermuten, dass die Zahl der Neuzugänge in den letzten Monaten eher gering war, andererseits vermisse ich viele alte Hasen, die wohl wie ich auch eine längere Abwesenheitsphase durchmachen oder ganz ausgestiegen sind (hoffen wir's mal nicht!). Interessant wäre eine Übersicht von BOINCstats, wieviele aktive User es dort gibt (gibts nicht >60 Tage), denn ich vermute mal, dass das eher ein internationales Phänomen ist.

Eine Ursache ist denk ich, dass DC kaum mehr in den Medien wahrgenommen wird. Die Nerd-Ära ist vorbei, die "oh, da gibt es ein interessantes Internetphänomen"-Ära ist vorbei, DC scheint irgendwo am Rande des gerade-etabliert-seins zu hängen in der Aufmerksamkeitsfalle. Zu etabliert, um noch den Coolness-Faktor anzusprechen, zu wenig etabliert, um wirklich auf breiter Masse wahrgenommen zu werden. Dazu kommt, dass es anscheinend außer der Verbreitung von GPU-Berechnungen (aber die gibts auch nicht erst seit gestern) technisch wenig neues gibt und viele Menschen von Desktop-/Tower-PCs zu Laptops und Tablets gewechselt sind, bei denen DC-Programme tendenziell unbeliebter sind (ich nehm mich da nicht aus, auf meinem Laptop dreht der Lüfter auch in kürzester Zeit so hoch, dass ich es abgeschaltet hab).

Bin ich der einzige, der diesen Eindruck hat oder ist das selektive Wahrnehmung meinerseits? Und was könnte man tun? :oops:

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Re: Quo Vadis DC?

#2 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 19.03.2012 09:21

Ein wesentlicher Faktor für rückläufige Beteiligung sind m.E. die Strompreise, darüber habe ich auch bei anderen Teams gelesen. Zweitens der technische Fortschritt in der GPU-Entwicklung und die damit verbundenen Kosten "mithalten" zu können, weil drittens die GPU-Projekte mit ihrer Credit-Inflation manchen Ehrgeiz im Keim erstickten.

Ich mag kaum in neue Hardware investieren (wie bei meinem Einstieg in die DC-Welt), die Unterstützung auf Projekt-Seite ist arg wankelmütig, siehe PS3 bei GPUgrid, bei der technologischen Speerspitze (FAH) mitrechnen zu können, ohne exakt zu wissen, wie lange die neuerworbene Hardware durch welches (neue) Creditsystem bewertet wird, bremst das Engagement, viele Euro durch Stromabwärme zu verbrennen.

Ich habe den Eindruck, die Szene hat sich verändert in Richtung Professionalisierung der "alten Hasen" bzw. kompromisslosen Cruncher und den noch intensiveren Credit-Jägern bei den Neueinsteigern, die mit ihren GPUs jahrelang gewachsene "Strukturen" (worunter sich viele Aspekte nennen ließen) zu Staub zerblasen haben.

Rechne mich weder zur einen noch anderen Gruppierung, für mich war es spannend an vielerlei Entwicklungen reinzuschmecken, einen CPU- wie GPU-Fuhrpark aufzubauen und "zu liefern", wie man in Polit-Sprache sagt, gegenwärtig "liefern" zu können erfordert aber einen zu hohen Tribut, was meine Verhältnisse angeht, unsere Wohnsituation und meine Schwerpunkte haben sich geändert. Um mitreden zu können, muss man intensiv an den Entwicklungen auf technischer wie organisatiorischer Seite involviert sein, beides ist (mir zu) geld- und zeitintensiv.

Was die letzten 2 Jahre angeht, könnte ich nicht mal sagen, wo genau die neuen Trends im DC lagen, davor waren es die Verbreitung von Dual- und QuadCores sowie die Anfänge der GPU-Verwendung, angesichts der heutigen Leistungsfähigkeit modernster Chips müsste es geradewegs weitergehen mit dem Hype. Vielleicht fehlt es an einer Generation, die sich der Relation zu früheren Standards bewusst ist, was ich über die Erwartungshaltung von einsteigenden Hardware-Käufern lese geht in Richtung Allmachtsphantasien zum Schnäppchenpreis, sie wollen das ultimative Produkt, an die Spitze der Technologie, entsprechend maximale Leistung (ohne rechtes Qualitätsbewusstsein) wie maximale Punktezahl (ob Benchmark oder Credits). Werden diese Ansprüche ins DC-Hobby übenommen, wird´s kostspielig, siehe oben. Der Effizienzgedanke wird zwar mittlerweile in jedem Testbericht aufgenommen, die DC-Eignung (Chipdesign und -eignung) nur selten. Die Redaktionen von Hardware-Zeitschriften bzw. online Testberichterstattung sehen im DC offenbar kein rechtes Zugpferd für Käufer.

Soweit meine beschränkte Sicht der Dinge, kann mich an kleinen Erfolgen erfreuen, wie Bronze-Badges bei WCG, der Team-Output hat sich - gemessen an meine Anfangszeit - verdoppelt, im März 2012 kratzte das RKN-Team an der 2 Millionen-Punktegrenze, in früheren Taskforces hätten wir uns damit einige Ränge nach oben verbessern können. Kann aber nicht für die Gesamtheit aller Projekte sprechen, so genau schau ich nicht mehr hin, Hauptsache meine (letzte) Kiste zuhause läuft nie leer und liefert alles an machbaren WUs ab, was geht.
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Re: Quo Vadis DC?

#3 Ungelesener Beitrag von yoyo » 19.03.2012 10:34

DC ist heutzutage auf PC beschrängt. Der globale Trend geht aber weg vom PC, hin zu Laptop, Netbook und vor allem Smartphone. Daher wird sich auch die Anzahl der Mitrechner verringern.
Aus meiner Sicht muss DC sich hin zu diesen Geräten wandeln, wo es dann auch neue Anforderungen gibt. Boinc und die Apps müssen auf Android portiert werden und Boinc muss so eingestellt sein, dass es nur rechnet wenn das Gerät am Ladekabel hängt oder so, dass der Prozessor des Laptops gerade noch im Energiesparmodus bleibt.
Bezogen auf die von X1900AIW benannte Creditflut der GPU sehe ich eindeutig den Fehler bei den Statistikseiten. Man kann halt eben nicht die Credits der einzelnen Projekte addieren und dann vergleichen. Sie sind nicht vergleichbar. Um sie vergleichbar zu machen, müssen die Credits normiert werden, z.B. so wie es DC-Vault macht. Die vergleichen u.a. Credits von Boinc- mit nicht-Boinc Projekten.
DC muss endlich den Sprung in die breite Masse schaffen. Also z.B. vorinstalliert und schon attached zu einem Projekt bei jedem ausgelieferten PC, Laptop, Smartphone. So wie es Sony auf seinen Vario Rechnern in den USA gerade macht und in Europa auch bis Ende dieses Jahres tun wird (wie mir Insider berichtet haben). Wenn die Installation dann noch eine schöne Grafik hat und evtl. was wo man in der Bahn noch etwas manuell mitmachen kann wird es auch weiter aufwärts gehen.
Es feht auch noch die bessere Integration in die sozialen Netzwerke. Wo jeder dann einfach posten kann was er in einem Projekt erreicht hat, welche Badges bekommen hat oder welche Meilenstein erreicht wurden.
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Re: Quo Vadis DC?

#4 Ungelesener Beitrag von Tom_unoduetre » 20.03.2012 12:22

Ich bin da voll und ganz bei yoyo, DC mangelt es einfach an PR und Vorzeigeprojekten um dem Otto-Normal PC User das Thema schmackhaft zu machen. Folding@home auf der PS3, Climate Prediction in Kooperation mit der BBC, das waren Aktionen die auch Nutzer ansprechen die sonst nicht so in der IT Welt verankert sind.

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Re: Quo Vadis DC?

#5 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 20.03.2012 19:22

Ich denke, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich will mal auf einige eingehen, die aus meiner Sicht wichtig sind und auch probieren, ein paar Wege anzudeuten, wie man die von Dennis oben beschriebene DC-Verdrossenheit zum Besseren wenden könnte.

Zum Einen ist in den obigen Erklärungsversuchen der Aspekt ausser Acht gelassen worden, dass heutzutage CPUs nicht mehr wie zu Zeiten des Athlon-A nahezu dauernd auf 100% glühen. Also egal, ob da Word oder FAH läuft. Kerne schalten sich bei Nichtnutzung sukzessive ab, es wird nicht mehr Energie sinnlos verbraten. Also ist eines der ehemaligen Kernargumente für DC flöten gegangen, nämlich die ohnehin einst in Form von CPU-Abwärme verpuffte Energie durch Unterstützung von DC-Projekten noch sinnvoll zu nutzen.
Man überlegt sich bei den heutigen Strompreisen zugleich genauer, ob man DC unterstützt oder nicht. Bei mir ist es z.B. so, dass ich die GPU-Stromkosten zu Hause einfach nicht mehr tragen kann und daher keine GPU-lastigen Projekte unterstützen kann. Ich habe inzwischen sogar alle GraKas ausgebaut (2x 9800 GTX+ liegen auf der Fensterbank) und lasse nur noch Onboard-GraKa Mainboards im µATX-Format ins Haus. Wenn man dann, wie ich zum Beispiel, bei FAH seit Anbeginn gerechnet hat und zusehen muss, wie einen irgendwelche bestenfalls 1 Jahr dabeiseiende Kiddies mit ihren von Papi gesponserten GraKas "wegknacken", dann muss ich schon zugeben, dass auch mir das unbehaglich ist. Und das, wo ich mich nun wirklich nicht in erster Linie zu den Creditsgeiern zählen würde.
Ich denke, dass diese Stromkosten- und Technologieaspekte, also auch der von Yoyo angesprochen Trend weg vom Desktop hin zum Laptop bzw. Smartphone, eine wichtige Rolle spielen.

Hinsichtlich Technologieentwicklung gehört nach meinem Eindruck ARM die Zukunft. Es wäre daher für uns als "inzwischen"-Betreiber von einigen DC-Projekten in höchstem Maße ratsam, sich mit ARM zu befassen. Vor allem auch deshalb, da diese Architektur inzwischen Intel und AMD Konkurrenz macht - man schaue sich mal die Specs der Cortex-A15 Architektur an: Multicores (Quad- bis Octacore) mit 1 TB RAM-Adressierung, doppelte Fließkommagenauigkeit, Taktraten oberhalt von 2 GHz. Und dann RISC-Architektur und die extrem geringe Stromaufnahme. Die liegen im Trend - ich hatte das ja schon früher hier auf dem Brett erwähnt und ARM ist der erfolgreichste CPU-"Hersteller" der Welt. Nahezu jedes "embedded system" nutzt ARM, Smartphones, usw.

Was die Credits angeht, da sollte man vielleicht mal überlegen, ob man Rechendruchsatz pro Leistungsaufnahme bepunktet statt alleine den Rechendurchsatz. Wie man die Leistungsaufnahme dann sinnvoll für die Diversität an existierenden Maschinen bestimmen will, ist mir allerdings auch nicht klar. :roll:

Ein weiterer Aspekt dürfte in meinen Augen die mangelhafte Weiterentwicklung von BOINC von Seiten der Entwickler sein. Lange ausstehende Wünsche werden nicht umgesetzt und wenn Korrekturen erfolgen, entstehen durch die "Bauarbeiten" an anderer Stelle im Code unerwartete Probleme, die Projektbetreiber zögern lassen, eine neue Serverversion aufzuspielen. Überhaupt wird nicht aus der Gemeinschaft heraus agiert, sondern einer bestimmt, was passiert und der Rest muss schweigen. Das wird sicherlich auch Auswirkungen auf die Förderungen der BOINC-Entwickler von Seiten der Wissenschaftsförderorganisationen, wie z.B. die NIH haben, denn die laden zur Begutachtung Experten aus dem DC-Bereich ein und da werden immer häufiger Leute sitzen, die unzufrieden sind. Und da es sich bei BOINC um ein US-Projekt handelt, gebe ich dem Projekt nach Ablehnung von Fördergeldern bestenfalls noch ein halbes Jahr.

Wenn Dennis Recht hat und es tatsächlich einen Trend weg vom DC gibt und dieses wirklich massgeblich mit den Strompreisen zu tun hat, dann zeigt dies in meinen Augen relativ deutlich, dass ein Kernproblem vorliegt: Es geht den Leuten dann nämlich wohl primär um die Credits. Diese lassen sich nicht mehr "wirtschaftlich" erzielen. Das zeigt dann aber auch - und das ist für mich das Wichtigste - das wir in einem wichtigen Aspekt bislang nicht ausreichend tätig geworden sind. Man könnte auch sagen "versagt" haben: Wir haben den Bildungsaspekt von DC als Verein nicht ausreichend vermitteln können. Denn dafür wollten wir uns als Verein ja einsetzen, also den Gedanken des verteilten Rechnens bekannter zu machen.
Wenn ich darüber genauer nachdenke und auf die Historie der Aktivitäten des Vereins zurückblicke, dann bestätigt sich dies. Wir haben bislang alles in unserer Macht stehende in die Waagschale geworfen, um im Wissenschaftsbereich Fuss zu fassen. Ich denke, mit unseren eigenen DC-Projekten sind wir da in der Tat inzwischen ganz gut aufgestellt und werden dies auch weiter ausbauen können. Das aber ging offenbar auf Kosten der Arbeit "an der Basis".

Ich habe mir da in letzter Zeit ein paar Gedanken gemacht, wie man das verbessern kann. Der erste Schritt war das von mir in London auf dem diesjährigen Citizen Cyberscience Summit vorgestellte Projekt des "Advanced User Participation Kits" für das RNA World Projekt. Es geht darum, die Leute aktiver als je zuvor in die DC-Rechnungen einzubinden. Ihnen DC also anders schmackhaft zu machen, als über die Credits. Selbst etwas beitragen zu können zur Wissensgenerierung. Ob das gelingt, wird man sehen. Auf jeden Fall geht auch da der Weg hin zur - allerding zusätzlich - Einbringung von immer leistungsfähiger werdenden Smartphones.
Eine zweite Schiene ist ein Projekt, dass wir schon vor langem mal angedacht hatten und bislang leider nicht erfolgreich umsetzen konnten: DC an die Schulen zu bringen. Den Lehrern klar zu machen, dass man über DC junge Leute spielerisch für sehr diverse wissenschaftlichen Disziplinen begeistern kann. Ich hatte dazu ja im Marburger Stadtparlament auch mal einen Antrag mit einem ausgearbeiteten Konzept für ein Jugendzentrum eingereicht und ausfügrlich vorgestellt, aber dieser scheiterte (wie erwartet) an der Tatsache, dass das Projekt eben von mir und nicht von den machthabenden Fraktionen initiiert worden war.

Was wir überlegen sollten ist, ein Konzept auszuarbeiten, wie man DC an den Schulen etablieren könnte und dann systematisch hinzugehen und es bundesweit an Schulen vorzustellen und dafür auch eine Werbekampagne aufzusetzen. Ich denke schon, dass da Interesse bestehen wird. Vielleicht könnten wir dazu mal eine Arbeitsgruppe aufbauen? Es kam z.B. auf der Vereinsmesse und auch in Heidelberg immer gut, mit dem Beamer QCN zu demonstrieren. Da springt ein gewisser Aha-Effekt über. Abgedeckt werden müsste eine breite Vielfalt von Projektfeldern und man sollte auch probieren, Schulen bzw Lehrer dazu zu animieren, eigene Projekte aufzubauen. Man kann auch zeigen, wie RNA-relevante Fragestellungen in Kooperation mit uns als Verein im Rahmen von RNA World realisiert werden könnten.

Michael.
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hias
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Re: Quo Vadis DC?

#6 Ungelesener Beitrag von hias » 22.03.2012 17:53

Da will ich auch mal meinen Senf dazugeben:
Als ich vor einigen Jahren mit DC angefangen habe, hat es mich gereizt, weil einfach jeder Rechner gezählt hat. Ich hab versucht Freunde und Bekannte zu überzeugen, was mir teilweise auch gelungen ist. Aber die meisten haben es wieder deinstalliert, eigentlich alle aus dem Grund, dass die Lüfter hochfahren und es einfach unangenehme wird.
Mir Persönlich hat es etwas den Reiz genommen, weil ich eben nicht mehr das Gefühl habe, dass mein Rechner wichtig ist. Mein fünf Jahre alter Rentenrechner mit seinen 2x 2200 Mhz ist einfach nur lachhaft im Vergleich zu einem modernen Quadcore oder einer modernen Grafikkarte.
Man könnte das Thema DC neu aufleben lassen, indem man die Anwendungen RAM-sparsamer und für ARM Architektur aufbaut. Somit könnte man ganz gut diese Smartphone Welle ausnutzen "Rechne für die Wissenschaft, während dein Akku aufgeladen wird."
Eigentlich alle iPhone Nutzer haben Wlan aktiviert und hängen ihr iPhone nachts zum aufladen an die Steckdose. Wenn nun während der Ladephase Mini-WUs gecruncht werden könnten, dann wäre das ein toller Gewinn. Ebenso scheinen sich viele kleine Embedded Systeme, wie der Raspberry immer größerer Beliebtheit zu erfreuen, und bietet außerdem eine günstige Alternative zum Aufbau eines effizienten home-Clusters. Das muss man ausnutzen, denn wie bereits erwähnt wurde erinnert mich die momentane Entwicklung im Computer Bereich an die Umstellung von Dampfloks auf Diesellokomotiven.
Man sollte auf diese alte Technik nicht mehr setzen, oder zumindest nur bereithalten für die Profesionellen Cruncher. Um DC aber wieder zu seinem ursprünglichen Ziel zurückzuführen muss man auf Laptops, Smartphones und Embedded Systeme setzen.

Dennis Kautz
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Re: Quo Vadis DC?

#7 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 24.03.2012 10:34

Also wenn ich jetzt nichts übersehen habe, haben wir im Thread bisher folgende (grob geclusterte) mögliche Probleme identifiziert:

Finanzielle Faktoren
  • Hohe Kosten (Strompreise, Hardware um mithalten zu können)
Technische Faktoren
  • Fehlende Fortschritte bei der Software (BOINC)
  • Mangelnde Hardwareunterstützung
  • Wandel der verwendeten Hardware
Psychologische Faktoren
  • Ans ungerecht empfundene Creditvergabe
  • Fehlendes Fortschrittsempfinden / nachlassende Spannung / nachlassender Geek-Faktor (psychologischer Faktor)
  • Umweltschutzaspekte (z.B. Stromsparmodus)
  • Fehlende Unterstützung durch "big player" (z.B. Hardwarehersteller)
  • Fehlendes Wissen um DC / PR
An einigen dieser Probleme können wir etwas ändern, an andere können wir uns nur anpassen. Wichtig wäre, erstmal die Faktenbasis zu klären, hier könnten wir z.B. Umfragen aufsetzen, um zu sehen, ob die von uns wahrgenommenen Probleme überhaupt ausschlaggebend sind. Dann könnte man für jedes Problem klären, ob wir etwas ändern können und wenn ja
  • Wie
  • Mit welcher Priorität
  • Mit welchen Mitteln

cyko
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Re: Quo Vadis DC?

#8 Ungelesener Beitrag von cyko » 10.05.2012 09:28

"?Wenn Dennis Recht hat und es tatsächlich einen Trend weg vom DC gibt und dieses wirklich massgeblich mit den Strompreisen zu tun hat, dann zeigt dies in meinen Augen relativ deutlich, dass ein Kernproblem vorliegt: Es geht den Leuten dann nämlich wohl primär um die Credits. Diese lassen sich nicht mehr "wirtschaftlich" erzielen. Das zeigt dann aber auch - und das ist für mich das Wichtigste - das wir in einem wichtigen Aspekt bislang nicht ausreichend tätig geworden sind."

Ich erlaube mir, mit ein paar Wochen Verzögerung, ebenfalls meine Gedanken zu diesem Thema beizusteuern - da ich zuletzt desöfteren zu diesem Thema ins Denken gekommen bin.

Michael hat ein Kernproblem, vielleicht das Kernproblem, schön auf den Punkt gebracht.
?Es geht den Leuten dann nämlich wohl primär um die Credits.?
Dafür finden sich Belege in nahezu jedem Projekt oder Teamforum. Dies wirkt sich zum einen auf die Bindungsfähigkeit von DC als Hobby aus, und zum anderen hat es m.E. handfeste Auswirkungen in der gegenwärtigen Praxis und Projektlandschaft.

Was die Bindungsfähigkeit angeht:
Es dreht sich immer um die Frage ?Was nehme ich auf mich? Welche Kosten, Mühen, Härten etc. bin ich bereit zu tragen?? Und das immer in Bezug zu der Frage ?Wofür??.
Beantwortet man ?Wofür? mit ?Credits?, dann schubst man DC in ein Rattenrennen welches DC nur verlieren kann. Und da sind gestiegene Strompreise nicht einmal für nötig.
Heutzutage gibt es ca. drei Dutzend Onlinespiele welche den selben Wettbewerbscharakter haben, wie ein statsorientiertes Creditrennen per Boinc. Zudem ist der Unterhaltungswert höher und, um es im Gamersprech zu sagen, die Balance wesentlich ?fairer?.
Crunchen für Credits ist ein verhältnismäßig öder Wettbewerb für den Einzelchruncher, bei welchem er zudem stets weiß das er an sich keine Chance hat zu ?gewinnen?.
Das ist eine Tatsache die man auch mit mehr Batches u.ä. nicht dauerhaft lösen kann.

Was die DC-Praxis angeht:
Sicherlich ist dies nur einer von vielen Gründen, aber die Creditorientiertheit schadet m.E. der Kommunikation Host-Clients.
Es gibt viele Projekte die gut funktionieren ohne ihren Supportern auch nur eine kleine Information zu geben.
Es gibt andere Projekte in denen die wissenschaftlichen Beiträge nahezu einstauben, während sich die Beiträge a?la ?WosindmeineCredits?? überschlagen. Das Desinteresse der Cruncher fordert geradezu das Desinteresse der Anbieter heraus. Die Kommunikation wird nachrangig wenn man gelernt hat, das man sich seine crunchende Ressource viel besser durch Credits oder Gimmicks warmhalten kann, als durch einen Blick hinter die Kulissen.
Zudem entscheidet der Faktor Credits auch zu sehr die Frage, welche Projekte unterstützt werden und welche nicht. Das wissenschaftliche Anliegen gerät in den Hintergrund, wenn sich bei Projekt B das dreifache an Credits (z.B. per GPU) ercrunchen lässt, als bei Projekt A.
Da spielt es dann keine Rolle das Projekt A ein Krebsheilmittel bearbeitet und Projekt B nur eine statistische Auswertung der Erscheinungsformen von Mäusekot.
Und ich vermute, dieses Klima trägt mit dazu bei, dass es vielen leicht fällt einfach von heute auf morgen mit DC wieder aufzuhören.

Das dieses Gesamtbild dem gewünscht seriösen Image von DC nicht zuträglich ist, dürfte klar sein.

Der Weg aus dem Schlamassel könnte darin bestehen, zukünftig wieder gezielter eine andere Klientel anzusprechen.
Es ist ein gänzlich anderes Gefühl Supporter statt Konsument zu sein. Teil von etwas zu sein, wichtig zu sein, zu einem gemeinschaftlichen Gelingen beizutragen.

Das ist m.E. der Stoff der SETI (und die Technologie) damals ins Rollen gebracht hat. Die Leute wollten helfen und fühlten sich für das Gelingen des Ganzen notwendig. Ich selber erlebe das zur Zeit beim reanimierten cosmology@home, ich könnte mir aktuell überhaupt nicht vorstellen zu detachen und die Projektcrew im Stich zu lassen.

In vielen Menschen steckt sowas wie ein Aktivist, und diesen Menschen sollte gezeigt werden, das im DC etwas Ernsthaftes passiert, etwas was signifikant werden könnte (je nach Projekt). In den Foren sollte gemeinschaftlich getüftelt werden, man könnte über die Materie rumspinnen und spekulieren, dann und wann steuert einer der Wissenschaftler was bei.
Und der ganze Creditkrempel würde allenfalls für Spaß oder Validierung eine Rolle spielen.
Ein solches Szenario wäre belastbar und würde Menschen für DC gewinnen, die das ganze ein bisschen ernster nehmen als einen Highscore am Daddelautomaten.
Und solche Leute verschwinden dann auch nicht bei der nächsten Energiepreiserhöhung.

My 2 Cents
Für die Piraten taugt der alte APPD Spruch: "Meine Stimme für den Müll". Nur, das die APPD sich dabei nicht ernst genommen hat.

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Re: Quo Vadis DC?

#9 Ungelesener Beitrag von yoyo » 10.05.2012 12:00

Super Beitrag.

Bei unseren eigenen Projekten yoyo@home, RNA World und auch yafu werden auch immer Leute gesucht, die sich engagieren wollen.
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Re: Quo Vadis DC?

#10 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 10.05.2012 12:32

cyko hat geschrieben:Heutzutage gibt es ca. drei Dutzend Onlinespiele welche den selben Wettbewerbscharakter haben, wie ein statsorientiertes Creditrennen per Boinc. Zudem ist der Unterhaltungswert höher und, um es im Gamersprech zu sagen, die Balance wesentlich ?fairer?.
Crunchen für Credits ist ein verhältnismäßig öder Wettbewerb für den Einzelchruncher, bei welchem er zudem stets weiß das er an sich keine Chance hat zu ?gewinnen?.
Das ist eine Tatsache die man auch mit mehr Batches u.ä. nicht dauerhaft lösen kann.
Tja, das ist eben die Frage. Wenn Du Online spielen musst, musst Du für Deine Credfits wirklich etwas tun. Beim DC kannst Du stattdessen Kaffee trinken. Ich denke, das ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Man macht sich schliesslich seine "Leistungen" zu eigen - obwohl beim DC im Grunde alles der Rechner von allein tut.
cyko hat geschrieben:Der Weg aus dem Schlamassel könnte darin bestehen, zukünftig wieder gezielter eine andere Klientel anzusprechen.
Es ist ein gänzlich anderes Gefühl Supporter statt Konsument zu sein. Teil von etwas zu sein, wichtig zu sein, zu einem gemeinschaftlichen Gelingen beizutragen...
In vielen Menschen steckt sowas wie ein Aktivist, und diesen Menschen sollte gezeigt werden, das im DC etwas Ernsthaftes passiert, etwas was signifikant werden könnte (je nach Projekt). In den Foren sollte gemeinschaftlich getüftelt werden, man könnte über die Materie rumspinnen und spekulieren, dann und wann steuert einer der Wissenschaftler was bei.
Richtig. Genau das ist ja auch der Grund, warum ich auf dem 2nd Citizen Cyberscience Summit in London Anfang des Jahres das Advanced User Participation Kit Konzept für RNA World präsentiert habe. Auch findet vom 17.-20. Mai in Wieda der 1. RNA World Workshop statt, wo wir gemeinsam probieren wollen, ARM-basierte Maschinen (letztlich Smartphones & Tablets) in RNA World einzubinden. Und nebenbei wird gegrillt und gewandert.

Michael.
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Re: Quo Vadis DC?

#11 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 10.05.2012 16:28

Man kann mit modernen Mehrkern-Prozessoren spielen + crunchen, der Mehrverbrauch geht gegen Null (Kerne werden hochgetaktet/-gevoltet), lediglich die Auslastung steigt in Richtung 100 Prozent.

Zielgruppe bleiben aus meiner Sicht alle Computernutzer, die Ressourcen frei haben. Dafür braucht es Argumente, (1) warum diese Rechenkapazität spenden, (2) wie einfach das geht und (3) Support bei Problemen.

Erinnere mich gut, wie ich zum DC gekommen bin, Hardware war da, was kann man damit "machen", ah, der Wissenschaft helfen, die ersten Einsteiger-Tipps habe ich hier sofort und praxisnah bekommen. Die Punkte/Credits waren der sichtbare "Erfolg", dass es der Wissenschaft nützt. Sonst würde die Projektbetreiber ja keine Gratifikation geben.

Zum Teil ist ja einiges an Mühe, die "Performance" für die Rechenarbeit an den Workunits zu optimieren, etwa Linux aufzusetzen (FAH), VMs u.ä. Oder das Machbare aus der Hardware herauszuholen, trotzdem einen stabilen, leisen und effizienteren Betrieb zu erreichen. Die Kredit-Geilheit beginnt spätestens dann, wenn "unerwünschte" Workunits wegen ihrer geringeren Punktezahl abgelehnt bzw. selektiert werden. Dann steht ein Projekt vor der Aufgabe, das zu unterbinden bzw. zumindest transparent zu machen. Weil Ungerechtigkeiten sprechen sich schnell herum und demotivieren.
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Re: Quo Vadis DC?

#12 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 10.05.2012 23:35

Einen inoffiziellen BOINC-Client für Android gibt es ja nun. Machbar ist es also. Da ist dann wirklich zu hoffen, dass da auch von offizieller Seite mal was passiert.

Als ich vor 10 Jahren mit Seti@Home angefangen habe, da hatte wirklich jeder noch einen PC zu hause. Heute gibt es in meinem Bekanntenkreis wirklich nur noch Laptops, Tablets, Spielekonsolen und Smartphones. Ich schwöre da weiterhin auf echte PCs, aber da bin ich wohl auch eine Ausnahme.
So ein Smartphone ist eine feine Sache, aber Laptops finde ich preislich einfach zu teuer. Einen PC kann ich nach und nach aufrüsten und Netzteil, Gehäuse, Tastatur, Monitor, DVD-Brenner, Soundkarte etc probemlos übernehmen, was beim Laptop alles immer neu müsste. Und dann zahlt man beim Laptop wegen der Miniaturisierung für die gleiche Leistung noch das doppelte. Gebe ich 500? für Grafikkarte+Mainboard+CPU+Ram aus, dann habe ich wieder einen super flotten PC, mit dem man alles spielen kann. Beim Laptop darf ich da gleich was um die 1300? und höher hinblättern. Den Sinn von Tablets habe ich bis heute nicht verstanden. So ohne Tastatur und mit recht kleinem Monitor sind die absolut ungeeignet zum Arbeiten, aber auch wieder so groß, dass die Dinger nicht zum ständigen mitnehmen taugen.
Der Witz dabei ist aber noch...ich kenne genug Leute die 2 Laptops haben, damit sie die Laptops nicht immer hin und herschleppen müssen. Unterwegs wird dann immer das Smartphone genutzt, weil es viel handlicher ist.

Die Stromkosten sind sicher auch ein großer Faktor. Inzwischen zahle ich für meinen einen PC zuhause ca 750? Stromkosten im Jahr. Dann laufen noch 4 Rechner auf der Arbeit und 2 Laptops, wovon aber nur die 3 neueren BOINC nutzen und das auch nur, wenn die PCs sowieso unbedingt an sein müssen. 2500? Stromkosten im Jahr nur für PCs müssen echt nicht sein.
Und dann lohnt BOINC auch einfach viel weniger als früher.
  • Früher waren die Netzteile deutlich ineffizienter. Da musste man die schon halbwegs auslasten, damit man nicht zu viel Strom verschwendet hat. Und dann hat man immer noch viel Strom ans Netzteil verloren, selbst wenn man nur Word laufen hatte.
  • Damals gab es keine Kerne, die man bei Inaktivität deaktivieren konnte. Die Spannung und Taktung wurde auch nicht wie heute je nach Last gesenkt. Da konnte man dann wirklich mit nur etwa mehr Verbrauch eine große Menge Rechenzeit spenden.
  • Die Software war auch noch nicht so weit. Heute kann man seinen PC im Handumdrehen in den Energiesparmodus versetzen. Da wird der auch mal eben zum Kaffeenachfüllen ausgemacht. Dank Ram-Sicherung auf SSDs kann man sogar den Strom abnehmen.
  • Obwohl Netzteile, CPUs, Grafikarten etc deutlich effizienter geworden sind, brauchen die das doppelte oder dreifache an Strom wie damals.
Damals musste ich vielleicht ohne BOINC 300? zahlen und mit Boinc 400?. Heute zahle ich ohne BOINC vermutlich weniger als die 300? und mit BOINC dann 750?.
Der Punkt mit "ein wenig mehr für Strom ausgeben, viel der Wissenschaft helfen" greift also nicht mehr so wirklich. Da sage ich mir dann heute eher: "Ich hab so viel Geld für die Hardware ausgegeben, da wäre es verschenktes Geld, wenn der PC unausgelastet rumsteht. Kann ich auch noch etwas Geld für Stromkosten drauflegen und die Forscher sparen an der Hardware-".

Und dann fand ich es damals auch leichter. Da hat man sich S@H runtergeladen, installiert und dann lief alles fast wie von selbst.
Heute wird man von all den Projekten erschlagen und braucht erstmal Tage, bis man eines gefunden hat, was einem zusagt. Dann sind manche kommerziell, manche nicht auf Deutsch, bei manchen versteht man nicht, wofür die gespendete Rechenzeit überhaupt gut ist. Dann läuft nicht alles auf jedem Betriebssystem oder auf jeder Architektur. Man muss wegen Ram-Verbrauch und Checkpoints gucken...
Da ist BOINC schon eher etwas wie Hobby, wo man sich richtig reinsteigern muss.

Den Ansatz von WCG mit den Badges, die auf Laufzeit und nicht auf Credits basieren, finde ich auch besser. Ich habe auch früher versucht jeden Recher zu mobilisieren. Heute guckt man eher, welchen man lieber vom Netz nimmt, weil das Strom-Credit-Verhältnis einfach nicht passt. Bzw für einen ollen 700MHZ Recher im Büro macht man sich nicht mehr den Aufwand da alles zu verwalten, weil die Leistung eh gegen Null geht.
Ich denke sowas wie PlanetQuest wäre auch gut angekommen. Da hatte ich mich drauf gefreut, aber wurde ja wohl vor Jahren eingestellt.
Da sollte der PC ja Fotos analysieren und so neue Planeten finden, die man dann z.B. hätte benennen dürfen. Da hätte man dann seinen Arbeitskollegen sagen können "Guck mal da oben. Da ist mein Planet namens Rechenkraftopia.".

Mehr Interaktivität wäre sicher auch gut. Da bräuchte es etwas, wo wirklich jeder mitmachen kann, ohne viel vom Thema zu verstehen.
Sowas wie das von der Nasa, wo man Bilder vorgesetzt bekommt und dann intuitiv "Ja" oder "Nein" antworten muss, um so die Daten für die Computer "vorzufiltern". Der beste Computer ist ja immer noch das Gehirn.
Vielleicht ja mal sowas wie diese Seiten mit dem Geldschein-Tracking. Leute tippen die Seriennummern ihrer Banknoten ein und dann rechnen alle PCs gemeinsam an den Wegen des Zahlungsverkehrs und irgenwelchen Daten daraus.
Oder jeder kann eingeben, mit wem er verwand ist. Dann forscht man etwas und nach und nach erweitert man seinen Familienstammbaum. Da kann man sich ja Jahre mit beschäftigen, wenn man endlos nach hinten forscht(werden ja exponentiell mehr Vorfahren). Die ganzen Stammbäume werden dann per DC analysiert, mit anderen Stammbäumen verglichen+verknüpft und so hilft man vielleicht noch der Evolutions- oder Ahnenforschung. Vielleicht nimmt man ja noch Erbkrankheiten auf und findet so etwas über deren Verbreitung heraus oder ähnliches.
Und man kann als Nutzer dann die Ergebinsse verfolgen, die natürlich spannender sind, weil man direkt involviert ist und die einem selbst betreffen. So findet man z.B. Verwandte, die man garnicht kannte, weil ein anderer Cruncher die eingetragen hat oder man kann sich anzeigen lassen, mit wieviel Wahrscheinlichkeit man mit Person XY zu welchem Grad verwand ist.
Ob das nun der Menschheit etwas nützt is eine andere Sache. Aber vom Konzept her würde ich sowas klasse finden. Aber für das meiste Sinnvolle braucht es wohl Experten und Fachwissen, wo dann der 0815-Cruncher überfordert ist.
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