Medikament gegen AIDS gefunden?

Projektunabhängige Entdeckungen, Forschungen und Spekulationen
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Michael H.W. Weber
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#37 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 06.08.2004 10:00

frank hat geschrieben:So seien in Kamerun Menschen mit Aids-Symptomen aufgetaucht, bei denen jedoch Tests sowohl auf den Aidserreger HIV als auch auf die Affenvariante SIV negativ ausgefallen seien.
Aha. Wohl doch TBC, Unterernährung und was weiß ich noch alles "in combinazione" und dann flugs als AIDS diagnostiziert, wa?

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#38 Ungelesener Beitrag von frank » 06.08.2004 10:27

Michael H.W. Weber hat geschrieben:
[b]dpa[/b] hat geschrieben:So seien in Kamerun Menschen mit Aids-Symptomen aufgetaucht, bei denen jedoch Tests sowohl auf den Aidserreger HIV als auch auf die Affenvariante SIV negativ ausgefallen seien.
Aha. Wohl doch TBC, Unterernährung und was weiß ich noch alles "in combinazione" und dann flugs als AIDS diagnostiziert, wa?

Michael.
So hätte richtig zitiert werden müssen!!!! :wink:
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#39 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 06.08.2004 11:38

:oops:

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#40 Ungelesener Beitrag von frank » 13.08.2004 16:12

Satelliten zeigen erstmals Wasserbilanz der Kontinente
Potsdam (dpa) - Potsdamer Forscher haben per Satellit erstmals die saisonalen Schwankungen im Wasserhaushalt der Kontinente gemessen. Die größten jahreszeitlichen Veränderungen gibt es demnach in tropischen sowie sibirischen Flussgebieten, wie das Geoforschungszentrum Potsdam am Freitag berichtete. Im Einzugsbereich von Kongo und Niger in Afrika, Ganges und Brahmaputra in Indien, Amazonas in Südamerika sowie Ob, Lena und Jenissej in Sibirien schwankt die Menge des gespeicherten Bodenwasser demnach besonders stark. Die Messungen mit dem deutsch-amerikanischen Satellitenduo GRACE sollen auch zur Verbesserung großräumiger Klimamodelle beitragen.

Neues Mikroskop für lebende Proben liefert dreidimensionale Ansicht
Heidelberg (dpa) - Ein neues Mikroskop Heidelberger Forscher soll einen detaillierteren Einblick in lebende Organismen ermöglichen als bislang erreichbar. Die neue Technik der «Lichtscheibenmikroskopie» erlaube es erstmals, lebende Objekte bis zu drei Millimetern Größe nahezu zerstörungsfrei aus verschiedenen Blickwinkeln und unter normalen Lebensbedingungen zu untersuchen, teilte das Europäische Laboratorium für Molkularbiologie (EMBL) am Freitag in Heidelberg mit. Das von EMBL-Physikern entwickelte Mikroskop liefere dreidimensionale Ansichten der Probe und erreiche eine fünffach verbesserte Auflösung als herkömmliche Verfahren.
Das Mikroskop bewege das Objekt systematisch durch einen hauchdünnen Lichtvorhang, der es Schicht um Schicht durchleuchte und jeweils Aufnahmen anfertige. Dabei werde nur jener Bereich beleuchtet, der tatsächlich beobachtet werden solle, und die Probe daher nur minimal geschädigt. Ein detailliertes Bild könne in wenigen Minuten angefertigt werden. Das Mikroskop sei zudem leicht zu bauen und um etwa zwei Drittel kostengünstiger als viele derzeitige Techniken.

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#41 Ungelesener Beitrag von SpeedKing » 13.08.2004 16:23

dpa hat geschrieben:[...]lebende Organismen[...] das Objekt [...] die Probe [...] nur minimal geschädigt. [...]
Diese Ausdrucksweise ist Zynismus pur.

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#42 Ungelesener Beitrag von frank » 16.08.2004 13:54

«Spiegel»: Zahlreiche Steinzeit-Schädel falsch datiert
Frankfurt/Main (dpa) - Zahlreiche Steinzeit-Schädel in Deutschland sollen weit jünger sein als bislang behauptet. Der Frankfurter Anthropologe Prof. Reiner Protsch von Zieten habe bedeutende Fundstücke um zehntausende Jahre zu alt geschätzt, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Montag mit Verweis auf neue radiologische Datierungen der britischen Universität Oxford. Statt mehr als 30 000 Jahre seien die Schädel zum Teil nur wenige hundert Jahre alt. Das habe eine Überprüfung mit der so genannten Radiokarbon-Methode (C-14-Methode) ergeben. Der Forscher bestritt die neuen Untersuchungsergebnisse.
Seit April läuft gegen den Protsch von Zieten ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen einer anderen Sache: Er wollte nach Angaben der Universität Frankfurt Teile von Affenschädeln verkaufen. Inzwischen hat er Hausverbot.
«Die Anthropologie muss jetzt ein neues Bild des anatomisch modernen Menschen in dem Zeitraum zwischen 40 000 und 10 000 zeichnen», sagte der Greifswalder Archäologe Thomas Terberger am Montag der dpa. Der Neandertaler von Hahnöfersand sei statt 36 300 nur 7500 Jahre alt, bestätigte der ehemalige Leiter des Hamburger Helms-Museums, Ralf Busch. Die Frau von Binshof-Speyer ist dem «Spiegel» zufolge nicht 21 300 Jahre alt, sondern habe 1300 vor Christus gelebt. Der Schädel von Paderborn-Sande («der älteste Westfale») sei nicht 27 400 Jahre alt, sondern der Mensch sei um 1750 nach Christus gestorben.
Auch andere im Frankfurter Labor des Wissenschaftlers datierte Fossilien könnten viel jünger sein, glauben Terberger und sein Neuwieder Kollege Martin Street, die die Neudatierung angestoßen hatten. Leider habe man nach dem «Aussortieren der faulen Eier» kaum noch bedeutende Menschenfunde aus dem Zeitraum zwischen 40 000 und 30 000, sagte Terberger. «Es ist Schaden angerichtet worden für die Wissenschaft.» Ältester Knochenfund in Deutschland ist nach Angaben des «Spiegels» nun ein Skelett aus der mittleren Klausenhöhle in Bayern mit 18 590 Jahren.
Protsch von Zieten sorgt bereits seit längerem für Ärger an der Universität Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Leiter des Frankfurter Instituts für Anthropologie wegen Unterschlagung. Seine eigene Universität hatte ihn angezeigt: Er soll versucht haben, eine Sammlung von mehreren hundert Affenschädel-Teilen zu verkaufen. Nach Darstellung des Universitätskanzlers gehören sie der Hochschule. Der Beschuldigte selbst sprach von «Mobbing» und «Intrige» - wie laut «Spiegel» auch jetzt.
Die neuen Daten aus Oxford seien alle falsch, sagte der Forscher dem Spiegel. Die Briten hätten Knochenproben nicht von Schellack gereinigt und so die Resultate verjüngt.
Protsch von Zieten soll sich zudem eines Doktor-Titels zu viel gerühmt haben und wurde dafür im Jahr 2000 vom Amtsgericht Frankfurt zu einer Geldstrafe verurteilt. Ehemalige Mitarbeiter berichten im «Spiegel», wie der Forscher sich Datierungen einfach ausdachte. Unter Kollegen sei «protschern» als Synonom für hinbiegen verwendet worden.
Nachdem das Oxforder Labor drei gravierende Abweichungen festgestellt hatte, wollten Terberger und Street auch einen angeblich 31 200 Jahre alten Schädel aus dem hessischen Kelsterbach untersuchen lassen, doch Protsch verweigerte eine Probe des Steinzeitfundes. Nachdem der Anthropologe in Ungnade gefallen war, brach die Universität dem «Spiegel» zufolge einen Panzerschrank des Instituts auf - der Schädel von Kelsterbach war verschwunden. Die Hochschule wollte vorerst keine Stellungnahme anbeben.
Die Radiokarbonmethode beruht auf dem Anteil der C-14-Atome in einem Fundstück, der mit dem Alter abnimmt.

Ethikrat-Vorsitzender: Keine Mehrheit für Forschungsklonen
Frankfurt (KNA) Im Nationalen Ethikrat zeichnet sich nach Aussage seines Vorsitzenden Spiros Simitis noch keine Mehrheit für oder gegen das Forschungsklonen ab. Simitis bezeichnete Presseberichte über ein angebliches Abrücken vom strikten Klonverbot im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) als «an den Haaren herbeigezogen». Es gebe derzeit bis zu fünf verschiedene Lager, die das Forschungsklonen jeweils unterschiedlich beurteilten.
Die «Süddeutsche Zeitung» hatte am Wochenende berichtet, eine «große Gruppe» der 25 Ethikräte plädiere für eine Zulassung des Forschungsklonens «unter bestimmten Bedingungen». Diese «führende Gruppe» im Rat halte die Gewinnung embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken in Deutschland für «prinzipiell vertretbar». Als deren Wortführer nannte das Blatt den Molekularbiologen Jens Reich, den protestantischen Theologen Richard Schröder und den Würzburger Juristen Horst Dreier.
Reich sagte der FAS, er sehe seine Meinung als eine Minderheit im Rat. Die Bezeichnung «Ethikrat» nannte Reich «irreführend», denn es sei «kein Beratungsgremium im eigentlichen Sinn». Nach seiner Auffassung soll es nicht «Politik und Gesellschaft etwas vorschreiben», sondern sich darauf beschränken, «das Meinungsspektrum in einer pluralen Gesellschaft darzustellen».

Schröder trifft Ethikrat

Das Gremium bereitet derzeit eine Stellungnahme zum Klonen vor, die laut SZ nach der parlamentarischen Sommerpause vorgelegt werden soll. Am 23. September will Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit den Mitgliedern des 2001 von ihm eingesetzten Ethikrats zusammentreffen. Mitte September beraten Vertreter der Vereinten Nationen erneut über eine weltweite Ächtung aller Formen des Klonens. In den vergangenen Jahren waren mehrere Verhandlungsrunden dazu gescheitert.
Vom Forschungsklonen, das auch als therapeutisches Klonen bezeichnet wird, versprechen sich Wissenschaftler neue Behandlungsmöglichkeiten für bislang unheilbare Krankheiten wie Diabetes, Parkinson und Alzheimer. Am Mittwoch hatte Großbritannien erstmals eine konkrete Genehmigung zum Forschungsklonen erteilt. Es ist damit das erste europäische Land, das die Anwendung der Technik gestattet. Weltweit hatten erstmals südkoreanische Wissenschaftler im Februar einen menschlichen Embryo geklont und ihm Stammzellen entnommen.

FDP- und CDU-Politiker für Aufhebung generellen Klonverbots

Unterdessen sprachen sich auch Politiker von FDP und CDU für eine Aufhebung des generellen Klonverbots aus. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt begrüßte in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Samstagsausgabe) den Vorstoß. Er halte das für «keinen Tabubruch». Das Forschungsklonen habe nichts mit dem Klonen von Menschen zu tun. Die Diskussion ethischer Fragen in Deutschland nannte Gerhardt «zu kategorisch».
Er beklagte, in Deutschland werde das Leid von Menschen nicht mehr zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig verpasse das Land «unglaubliche Weltmarktanteile in der biowissenschaftlichen Forschung». Hinterher kaufe man «die Produkte aber gerne». Der FDP-Politiker forderte eine Streichung der Stichtagsregelung im deutschen Stammzellgesetz. Diese Barriere zu überschreiten, richtet sich nach seiner Auffassung «nicht gegen Ethik und Moral». In Deutschland dürfen nur vor dem 1. Januar 2002 hergestellte embryonale Stammzellen importiert werden.

«Brauchen Gesetzgebung wie in Großbritannien»

Auch die Vorsitzende des Bundestags-Forschungsausschusses, Ulrike Flach, sprach sich erneut für eine Freigabe des Forschungsklonens aus. «Wir brauchen eine Gesetzgebung wie in Großbritannien, wo streng kontrolliert therapeutisches Klonen menschlicher Embryonen möglich ist», forderte Flach im Gespräch mit dem «Kölner Stadtanzeiger». Es sei für die «deprimierend», den Fortschritten in anderen Ländern «tatenlos zusehen» zu müssen.
Die CDU-Forschungspolitikerin Katherina Reiche sagte dem Blatt, sie halte «nichts davon, zu Verboten aufzurufen». Jedes Land in Europa habe «das Recht, die Forschung zu betreiben, die seiner Ansicht nach einen Nutzen für die Bevölkerung verspricht». Deutschland verliere durch seine defensive Haltung «an innovativer Leistungskraft».

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#43 Ungelesener Beitrag von frank » 28.09.2004 15:27

Studie: Musikalische Ausbildung macht nicht intelligenter
Göttingen (dpa) - Anders als von manchen Fachleuten angenommen wird die Intelligenz durch eine musikalische Ausbildung offensichtlich nicht gesteigert. Zu diesem Resultat sind jedenfalls Psychologen der Universität Göttingen in einer aktuellen Studie gekommen. «Wir waren selbst überrascht», sagte Prof. Martin Rammsayer, der die Untersuchung am Dienstag bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) in Göttingen vorstellte. Es gebe keine bedeutsamen Intelligenzunterschiede zwischen Musikern und Nichtmusikern.
Für ihre Untersuchungen haben die Göttinger Psychologen unterschiedliche «Intelligenzaspekte» bei jeweils 70 Musikern und 70 Nichtmusikern getestet. Dabei bestand die Gruppe der Musiker aus Studierenden der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, die jeweils mindestens zehn Jahre qualifizierten Musikunterricht absolviert hatten. Die Nichtmusiker waren Studierende verschiedener Fächer der Universität Göttingen, die keinerlei musikalische Vorerfahrung aufwiesen. Im Hinblick auf Alter, Geschlecht und das allgemeine Bildungsniveau gab es zwischen Musikern und Nichtmusikern keine nennenswerten Unterschiede.
«Wir haben bei beiden Gruppen unter anderem das verbale Verständnis, logisches Denken, mathematische Fähigkeiten, die Wortflüssigkeit, das räumliche Vorstellungsvermögen und das Gedächtnis getestet», sagte Rammsayer. In zwei der insgesamt acht getesteten Fähigkeitsbereiche wiesen die Musiker zwar bessere Leistungen auf als die Nichtmusiker, nämlich in der Wahrnehmungsgeschwindigkeit und in der Erkennung von Einzelfiguren aus komplexen Mustern. Für eine höhere Intelligenz spreche dies aber nicht, sagte Rammsayer.
Überspitzt lasse sich sagen, Musiker können besser und schneller Noten lesen als Nichtmusiker, meinte Rammsayer. Unter dem Strich gebe es zwischen beiden Gruppen jedenfalls in der allgemeinen Intelligenzleistung keine bedeutsamen Unterschiede. Daraus lasse sich der Schluss ziehen, dass das Erlernen eines Instrumentes oder eine andere musikalische Ausbildung die allgemeine Intelligenz nicht verbessert.

Observatorium öffnet neues Fenster in den energiereichen Kosmos
Göllschau/Windhuk (dpa) - Ein neuartiges Observatorium für Kosmische Strahlung fahndet künftig nach den Quellen der energiereichsten Teilchen im Weltall. Das knapp acht Millionen Euro teure H.E.S.S.-Projekt auf der Farm Göllschau in Namibia hat am Dienstag offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Das Gemeinschaftsprojekt von rund 100 Forschern aus acht Ländern wird vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik koordiniert.
Die ersten beiden der insgesamt vier Teleskope des «High Energy Stereoscopic Systems» (H.E.S.S.) haben bereits Beobachtungsdaten geliefert. Sie hatten eine Quelle sehr energiereicher Gammastrahlung im Herzen unserer Galaxie enthüllt. Dabei handelt es sich nach Ansicht der Forscher um die Reste einer riesigen Supernova, die vor rund 10 000 Jahren nahe dem galaktischen Zentrum explodiert ist.
Das H.E.S.S.-Observatorium befindet sich auf einem Hochplateau am Gamsberg in Namibia. Seine Spezialteleskope spähen nach dem bläulichen Glimmen so genannter Luftschauer, die energiereiche Teilchen der kosmischen Strahlung in der Erdatmosphäre auslösen. Der Name des Observatoriums erinnert an den Entdecker der Kosmischen Strahlung, Victor Franz Hess. Zur offiziellen Inbetriebnahme waren außer namibischen Regierungsvertretern auch Wissenschaftler aus Frankreich, Deutschland und Südafrika erschienen.
Internet: H.E.S.S.-Eröffnung: www.puk.ac.za/hess)

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#44 Ungelesener Beitrag von frank » 06.10.2004 13:12

Chemie-Nobelpreis für Arbeit zum Eiweißabbau - erstmals nach Israel
Stockholm (dpa) - Zwei Israelis und ein Amerikaner erhalten für ihre Erkenntnisse zum lebenswichtigen Eiweißabbau im Körper den Chemie-Nobelpreis 2004. Damit geht erstmals ein wissenschaftlicher Nobelpreis nach Israel. Die Institutskollegen Aaron Ciechanover (57) und Avram Hershko (67) aus Haifa sowie der US-Amerikaner Irwin Rose (78) haben einen der wichtigsten Prozesse in der Zelle entdeckt. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Wenn der Abbau bestimmter Proteine nicht korrekt funktioniert, können Gebärmutterhalskrebs, die Lungenkrankheit Mukoviszidose (Zystische Fibrose) und viele weitere Leiden entstehen. Die Arbeiten könnten daher zu neuen Medikamenten führen.
Eine Zelle enthält mehrere hunderttausend verschiedene Eiweiße (Proteine). Sie dienen etwa als Bausubstanz, Botenstoffe, Enzyme oder zur Abwehr von Bakterien. Wird ein Protein nicht mehr benötigt, bekommt es in der Körperzelle den «Todeskuss», wie die Nobelstiftung schreibt. Genauer: Die Zelle hängt die Markierungssubstanz Ubiquitin wie einen Adressaufkleber an das alte Protein. Mit diesem Aufkleber versehen landet es im zelleigenen Müllverwerter (Proteasom), wo es zerhäckselt wird. Kurz vor der Zerstörung wird Ubiquitin wieder abgehängt, damit es erneut genutzt werden kann.
Ciechanover und Hershko arbeiten beide am Israel Institute of Technology in Haifa. Sie hatten den Adressaufkleber entdeckt, der sich später als Ubiquitin herausstellte. Rose von der Universität von Kalifornien in Irvine hatte entscheidende Vorarbeiten dazu geleistet. Die drei Forscher beschrieben ihre Ergebnisse in zwei Arbeiten von 1980. Später entdeckten sie noch weitere Details beim Abbau von Proteinen.
Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
In dieser Woche folgen die Bekanntgaben der Nobelpreisträger für Literatur am Donnerstag und für Frieden am Freitag. Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften wird am kommenden Montag zuerkannt.
(Internet: Nobelstiftung: http://nobelprize.org)


Nobelpreisträger der Chemie seit 1994
Hamburg (dpa) - Die seit 1901 verliehenen Chemie-Nobelpreise gingen vor allem an amerikanische Forscher. 23 Mal wurde die Auszeichnung ganz oder in Teilen Deutschland zugesprochen, durch Mehrfachvergaben gibt es insgesamt 27 deutsche Preisträger. Seit 1994 wurden ausgewählt:
2003: Peter Agre (USA) und Roderick MacKinnon (USA) für die Erforschung von Ionen- und Wasserkanälen der Körperzellen.
2002: John B. Fenn (USA), Koichi Tanaka (Japan) und Kurt Wüthrich Schweiz) für ihre Methoden zum Vermessen von biologischen Molekülen.
2001: William S. Knowles (USA), Barry Sharpless (USA) und Ryoji Noyori (Japan) für die Beschreibung neuer Katalysatoren.
2000: Alan Heeger, Alan MacDiarmid (beide USA) und Hideki Shirakawa (Japan) für Entdeckung und Entwicklung elektrisch leitender Kunststoffe.
1999: Ahmed H. Zewail (Ägypten/USA) für die Untersuchung der Dynamik ultraschneller chemischer Reaktionen («Femtosekunden-Chemie»).
1998: Walter Kohn (USA) und John A. Pople (Großbritannien) für ihre Beiträge zur Quantenchemie.
1997: Paul D. Boyer (USA), John E. Walker (Großbritannien) und Jens C. Skou (Dänemark) für die Beschreibung der Synthese von Adenosintriphosphat und der Entdeckung des Ionentransport-Proteins ATPase.
1996: Robert F. Curl, Richard F. Smalley (beide USA) und Harold W. Kroto (Großbritannien) für ihre Entdeckung der Fullerene («Fußball- Moleküle» aus Kohlenstoff).
1995: Paul Crutzen (Niederlande), Frank Sherwood Rowland (USA) und Mario Jose Molina (Mexiko) für ihre Arbeiten zur Chemie der Atmosphäre, insbesondere zum Auf- und Abbau des Ozons («Ozonloch»).
1994: George A. Olah (USA) für seine Arbeit über stabile Carbokationen, die bedeutend für die Kohlenwasserstoffchemie sind.

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#45 Ungelesener Beitrag von frank » 07.10.2004 14:26

Das Erbgut der Kuh ist entziffert - ähnlich groß wie Menschengenom
Bethesda (dpa) - Das Erbgut der Kuh ist entziffert. Mit etwa drei Milliarden DNA-Bausteinen ist das Rindergenom ähnlich groß wie das des Menschen und anderer Säugetiere, wie die US-Gesundheitsinstitute NIH in Bethesda (Maryland) am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Ein Forscherteam um Richard Gibbs vom Baylor College of Medicine in Houston (Texas) hatte das Erbgut einer Hereford-Kuh namens «L1 Dominette 01449» 3,3 Mal abgelesen.
Die im Internet frei verfügbaren Daten könnten Agrarforscher und Tierärzte künftig zur Verbesserung der Gesundheit der Rinder (Bos taurus) einsetzen, betonen die NIH. Außerdem soll es nun auch möglich werden, den Nährwert von Rindfleisch und Milchprodukten zu erhöhen. Auch die menschliche Gesundheit lasse sich auf diesem Wege beeinflussen.
Nach der Hereford-Kuh sollen nun auch die Genome von Holstein-Rindern und Tieren der Rassen Jersey, Limousin und Brahman gelesen werden. Begonnen wurde das internationale Projekt zur Entzifferung des Kuhgenomes im Dezember 2003. Finanziert wird es nach Angaben der NIH mit umgerechnet 43 Millionen Euro (53 Millionen US-Dollar) von Gesundheits- und Forschungsbehörden sowie Agrarkonzernen aus den USA, Kanada, Australien und Neuseeland.
(Internet: Kuhgenom-Daten vom Zentrum für Biotechnologie-Informationen: www.ncbi.nlm.nih.gov/genome/guide/cow)

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#46 Ungelesener Beitrag von frank » 13.10.2004 12:40

Zweisprachige Menschen haben dichtere Hirnsubstanz
London (dpa) Wer zweisprachig aufwächst, hat eine dichtere graue Hirnsubstanz. Das Lernen einer zweiten Sprache scheine die Struktur des Gehirns zu verändern, berichten britische und italienische Forscher im Fachjournal «Nature» (Bd. 431, S. 757) von diesem Donnerstag. Die Beobachtung stütze die wachsende Zahl von Hinweisen darauf, dass sich die Struktur des Gehirns in Anpassung an Umweltanforderungen verändern kann.
Cathy Price vom Wellcome Departement of Imaging Neuroscience in London und ihre Mitarbeiter hatten die Gehirne von zweisprachigen mit denen von einsprachigen Menschen verglichen. Die zweisprachigen Probanden besaßen durchweg eine dichtere graue Substanz in einem Gehirnbereich, der für das flüssige Sprechen zuständig ist. Der Unterschied war umso größer, je eher die Untersuchten mit dem Lernen der zweiten Sprache begonnen hatten.
Zudem nahm die Dichte der grauen Substanz in der Gehirnregion umso stärker zu, je besser die Probanden die zweite Sprache beherrschten. Vermutlich sei der Zusammenhang zwischen der Dichte der grauen Hirnsubstanz und bestimmten Fähigkeiten auch für andere Bereiche nachweisbar, schreiben die Forscher.

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#47 Ungelesener Beitrag von frank » 13.10.2004 21:45

Blitz verändert Gene von Bakterien - Natürlicher Erbgut-Ingenieur
London/Lyon (dpa) - Blitze können einer französischen Studie zufolge das Erbgut von Bakterien verändern. «Der Blitz ist der eigene Gen-Ingenieur der Natur», schreibt das britische Magazin «New Scientist» (Nr. 2469, S. 17) in seiner Ausgabe vom nächsten Samstag. Ein Blitz öffne Poren von Bodenbakterien und erlaube es ihnen somit, freies genetisches Material aus seiner Umgebung aufzunehmen, wie ein Team um Timothy Vogel und Pascal Simonet von der Universität Lyon herausgefunden habe. Dies sei eine weitere Möglichkeit des bakteriellen Genaustauschs. Einige Bakterien haben auch winzige Schläuche (Pili), über die sie Erbmaterial austauschen können.
Forscher nutzen häufig milde Elektroschocks, um Bakterien gentechnisch zu verändern. Die französischen Forscher baten nun Physiker, drei Bakterienstämme künstlichen Blitzen auszusetzen und legten «Köder-Gene» aus. Tatsächlich nahmen die beiden Stämme von Bodenbakterien ebenso wie die Kolibakterien das Erbgut auf. Zwar würden Bakterien in unmittelbarer Nähe des Blitzeinschlags getötet, schreibt das Magazin, weiter entfernte könnten jedoch gentechnisch verändert überleben.
Die Forscher vermuten, dass das Phänomen weit verbreitet ist. Es könne die Evolutionsrate der ersten Mikroben der Erde beschleunigt haben, aber auch diejenige der heutigen Bakterien noch fördern. Die bislang bekannten Arten des Genaustauschs können laut «New Scientist» nicht die beobachtete hohe Evolutionsrate erklären. Die Originalstudie ist in der Online-Ausgabe des Journals «Applied and Environmental Microbiology» veröffentlicht.

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#48 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 14.10.2004 09:05

Zwar für die Profis wegen jahrelanger Laborpraxis ein alter Hut (den Prozeß nennt man übrigens Elektroporation), aber dennoch der "natürlich" Kontext zum Blitz ist meines Wissens zuvor NICHT in dieser Form untersucht worden:

Ceremonie et al - Isolation of Lightning-Competent Soil Bacteria
http://aem.asm.org/cgi/content/abstract/70/10/6342?etoc

Man beachte, daß nicht alle Bakterien "elektrokompetent" zu sein scheinen (oder man hat die genauen Bedingungen dafür noch nicht gefunden).

Michael.
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