Ist Boinc am Ende?

Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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Michael H.W. Weber
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Re: Ist Boinc am Ende?

#37 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 25.09.2025 11:18

Stiwi hat geschrieben:
18.09.2025 21:20
Ok das klingt ja nicht gut. Mal schauen wie schnell oder ob sie überhaupt reagieren. Auf jedenfall super dass du es testest und probleme meldest :)
Ich habe letzte Woche inkl. Wochenende damit verbracht, gemeinsam mit Vitalii Koshura alle drei Autodock-Varianten auf BOINC Central funktionstüchtig ans Laufen zu bringen. Habe auch etliches an Doku-Materialien für deren GitHub Repo geliefert - inkl. Bild- und Videomaterial der gedockten Protein-Wirkstoff-Beispielkomplexe und detaillierter Erklärungen.
Ursprünglich lief da eigentlich nichts.
Ist jetzt aber alles getestet und läuft (auch Podman-/Docker-frei).

Eine verständliche Doku des Job-Submission-Interfaces habe ich gegen ein detailliertes SOP zur Aufsetzung von BOINC-Server als Docker-Container in Aussicht gestellt... 8)

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Stiwi
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Re: Ist Boinc am Ende?

#38 Ungelesener Beitrag von Stiwi » 25.09.2025 11:50

Das klingt doch sehr erfreulich. Danke für dein Engagement :good:
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thorsam
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Re: Ist Boinc am Ende?

#39 Ungelesener Beitrag von thorsam » 28.09.2025 08:49

thorsam hat geschrieben:
22.09.2025 19:14
Die Internetanbindung habe ich gerade vorsorglich von 150/75 MBit/s auf 300/150 MBit/s raufgesetzt.
Leider ist mir dabei ein Fehler unterlaufen, sodaß unsere feste IP dabei flöten gegangen ist.
koschi guckt, ob er das per dyndns gefixt bekommt.
Ansonsten ist die Telekom dabei, den Fehler zu heilen.
Auf Grund der Rückmeldungen der Telekom, scheint heute am Sonntag jemand daran zu sitzen.
Ich melde mich wieder, wenn die alte IP wieder fest geschaltet ist.

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thorsam
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Re: Ist Boinc am Ende?

#40 Ungelesener Beitrag von thorsam » 05.10.2025 06:56

Das mit der festen IP ist jetzt wieder in Ordnung gebracht. Ich hoffe, koschi hat die die Info schon an Yoyo weitergegeben.

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Michael H.W. Weber
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Re: Ist Boinc am Ende?

#41 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.10.2025 09:09

Koschi hat Yoyo den Zugang ermöglicht, bin mit beiden in Kotakt.
Eine feste IP ist eigentlich nicht nötig - Dienste wie DynDNS können das Problem kostenfrei beheben.

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Re: Ist Boinc am Ende?

#42 Ungelesener Beitrag von buchemer » 12.04.2026 22:30

Boinc ist vielen unbekannt. Ich merke das immer wieder in anderen Foren. Computerbase, PCGH oder auf X. Meistens startet die Diskussion mit dem Stromverbrauch. Ich versuche das soweit wie möglich über PV abzudecken.

Die Frage ist wie könnte man Boinc wieder bekannter machen.
Supercomputerrechenzeit kann doch gar nicht so günstig sein.
Das muss man nur mal schauen wie viel Leistung die letzten Wochen bei Amicable aufgerufen worden ist.
Aber selbst Leute die im Bereich des Supercomputing unterwegs sind kennen Boinc nicht.
Als Beispiel:
Der Bruder meines Schwagers hat seinen Dr. am HLRS gemacht. Er kannte Boinc nicht.
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Re: Ist Boinc am Ende?

#43 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 13.04.2026 13:04

Hach ja, was haben wir da als gemeinnütziger Verein nicht schon alles probiert... :smoking:

Ich erinnere mich noch an den Versuch unserer systematischen Rundschreiben-Kontaktaufnahme mit Unis und Foschungsinstituten Anfang der 2000er: Die haben sich unverständlicher Weise als "Elfenbeintürmler" enttarnt, indem sie uns schlicht als "nicht ernst zu nehmen" belächelten.
Schaut man sich inzwischen nur mal die Publikationslisten der Folding@home-, Rosetta@home- (mittlerweile sogar Nobelpreis erhalten) oder GPUGRID-Teams an und vergleicht diese mit den damals angeschriebenen Forscherteams, dann weiß man wer tatsächlich "nicht ernst zu nehmen" ist... :lol:

Hinzu kommt, dass es damals so war, dass es kaum einen Unterschied zwischen "idle" laufenden Rechnern (oder mit Office im Betrieb) und vollastrechnenden Maschinen gab (wir hatten da als Differenz zu Athon-A Zeiten mal 15 W gemessen). Damals war es quasi selbstbefohlen, Rechner parallel zu den eigentlichen Aufgaben flächendeckend für DC-Projekte rechnen zu lassen - passierte aber nicht. Dieser Effekt ist über die Jahre dann weggefallen wegen der verbesserten Energienutzung moderner CPUs.
Dennoch bleibt selbst heute das Energieeffizienzargument von DC zumindest vs. High-Performance-Cluster (HPC) bestehen - angesichts der Tatsache, dass man bei HPCs in der Regel auch heute noch dasselbe an Energie für die Kühlung einsetzen muss, wie für die eigentliche Rechenleistung.
Schaut man sich dann an, unter was für Sparzwängen Universitäten insbesondere derzeit stehen, wäre eigentlich ein systematisches Umdenken bei HPC-Systemen zu erwarten. Findet aber auch nicht statt.

Wir hatten von Rechenkraft.net aus vor ca. 15 Jahren dann auch mal das RNA World Projekt gestartet, um zu zeigen, dass man mit solchen Ansätzen tatsächlich in der Praxis mit nahezu keinen Eigenkosten bei kontinuierlicher Systemaktualisierung (die User halten ihre Kisten nämlich unaufgefordert in Schuss :lol:) deutlich mehr Rechenleistung bereitstellen kann, als ein universitärer HPC. Interessiert aber auch niemanden.

Ein Problem, das wir über die Jahre erkannt haben ist, dass für die typischen Anwender das BOINC-Ökosystem einfach zu komplex ist, um es selbst aufsetzen und betreiben zu können: Der Biologe oder Mediziner, der eine Proteinstruktur modellieren möchte, wird für Einzelprojekte auf Webserver zurückgreifen und ist technisch nicht in der Lage für Hochdurchsatzansätze bzw. systematische Studien die IT-Infrastruktur aufzubauen.

Der IT'ler hingegen sieht den Bedarf gar nicht erst. Und wenn er drauf angesprochen wird, kann er so ein System zwar aufsetzen, versteht dann aber nicht wozu - und was da wissenschaftlich unter der Haube abläuft. In der Folge haben wir heutzutage einen ganzen Satz professioneller (und somit kostenpflichtiger) Cloud-Dienste am Start, die zwar allerhand Bioinformatik-Apps per Web-Frontend und HPC-Backend anbieten, aber dann keinerlei Fragen zu der Wissenschaft dahinter beantworten können und auch scheitern, wenn man ihnen Bugs ihrer Systeme vorlegt - selbst wenn man die sauber dokumentiert.

Kurz: Es besteht - insbesondere angesichts der neuen "AI"-Möglichkeiten - ein Riesenbedarf, die Lösungen liegen eigentlich seit langem auf der Straße und was fehlt ist der "Kitt" oder "Babelfisch" zwischen Anwender und IT'ler.

Aus diesem Grund sind wir inzwischen dabei, ein neues DC-Projekt aufzubauen, das diese Probleme löst.
Da suchen wir auch nach wie vor immer Leute, die sich engagieren möchten. :wink:

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Re: Ist Boinc am Ende?

#44 Ungelesener Beitrag von buchemer » 13.04.2026 13:49

Ich bin leider nicht vom Fach.
Aber ansonsten gerne: Evtl. mach eine Umschulung oder mache nochmal eine verkürzte Lehre in Sachen IT Systemintegration oder so....
Sollte kein großes Problem sein und ich mache jetzt mit 45 nochmal das was mir jetzt Spaß macht!
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Re: Ist Boinc am Ende?

#45 Ungelesener Beitrag von Stiwi » 13.04.2026 18:37

Ich würde es ja cool finden wenn es einen Folding@Home Wrapper für Boinc geben würde aber ich glaube sowas ist von denen nicht gewünscht. Die haben auf jedenfall immer genug Wus im Bereich Medizin :D
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Re: Ist Boinc am Ende?

#46 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 14.04.2026 10:25

Stiwi hat geschrieben:
13.04.2026 18:37
Ich würde es ja cool finden wenn es einen Folding@Home Wrapper für Boinc geben würde aber ich glaube sowas ist von denen nicht gewünscht. Die haben auf jedenfall immer genug Wus im Bereich Medizin :D
...wurde ja vor >10 Jahren alles schon ausdiskutiert: FAH hat kein Interesse, sich von den BOINC-Entwicklern abhängig zu machen.
Man braucht sich auch nur anzuschauen, dass BOINC eben KEINE .xml-Formate verwendet, also keinen Standards entspricht, und D. Anderson bzgl. Anpassung leider oft ziemlich "beratungsresistent" ist. :roll:

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Re: Ist Boinc am Ende?

#47 Ungelesener Beitrag von Stiwi » 14.04.2026 11:57

Ich war mal am überlegen ob man nicht den kompletten client wrappen kann aber vermutlich ist das auch viel zu kompliziert. Also als WU läuft dann halt der Folding client ähnlich wie VM Workunits die ja auch eine VM starten, Man müsste dann für die Boinccredits sich allerdings auch noch die Wus pro Client merken und dann bei Folding abfragen wie viel Punkte die WU gegeben hat. Keine Ahnung ob sowas technisch überhaupt möglich ist
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Re: Ist Boinc am Ende?

#48 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 14.04.2026 12:13

Stiwi hat geschrieben:
14.04.2026 11:57
Ich war mal am überlegen ob man nicht den kompletten client wrappen kann aber vermutlich ist das auch viel zu kompliziert. Also als WU läuft dann halt der Folding client ähnlich wie VM Workunits die ja auch eine VM starten, Man müsste dann für die Boinccredits sich allerdings auch noch die Wus pro Client merken und dann bei Folding abfragen wie viel Punkte die WU gegeben hat. Keine Ahnung ob sowas technisch überhaupt möglich ist
...bei so einem Vorhaben wäre zunächst wohl die lizenzrechtliche Situation zu klären, da man ja im Grunde die Entscheidungen der FAH-Entwickler, BOINC nicht zu unterstützen, annulliert.
Früher war FAH an der uni Stanford angesiedelt - die würden einem ein Heer an Anwälten auf den Hals hetzen, sollte man da gegen irgendwelche Regularien verstoßen. Ich erinnere nur an die Situation mit Quake Catcher: Ging letztlich kaputt, weil irgendwelche Lizenzdebatten eine Übernahme scheitern ließen.
Inzwischen ist FAH seit vielen jahren unter einem neuen Teamleiter an der Uni St. Louis angesiedelt - ich denke aber nicht, dass dadurch alte Regelungen außer Kraft gesetzt wurden...

Sollte das alles kein Problem darstellen, steht man der FAH Community gegenüber, die sich zumindest teilweise als NICHT-BOINCer verstehen.
Und schließlich kommt dann die technische Realisierung. Da der FAH Client intern auch die gesamte Netzwerkkommunikation bewerkstelligt und mit einem Interface konfiguriert wird - was alles an einem FAH-Wrapper-BOINC-Server vorbeigehen müßte - weiß ich nicht, ob das klappen könnte. Und dann musst Du das ganze Creditsystem handhaben...

Unterm Strich gäbe es dann ein BOINC-Projekt mehr.
Ob das den Braten fett macht?

Lasst uns lieber an unserem Projekt basteln. Dabei käme für BOINC mehr raus.

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