Quo Vadis DC?

Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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hias
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Re: Quo Vadis DC?

#37 Ungelesener Beitrag von hias » 30.09.2012 08:04

Hab mit meiner Mutter mal geredet, sie ist Finanzbeamtin.
Von ihr gab es ein klares nein. Sie hat den Sinn zwar verstanden, aber meinte, das noch lange nicht alles was logisch klingt auch umgesetzt werden kann. Dafür müsste es ein extra Gesetz geben und davor müsste wohl jemand eine Klage einreichen usw.

vortrieb

Re: Quo Vadis DC?

#38 Ungelesener Beitrag von vortrieb » 30.09.2012 10:43

Dass das heute schon funktioniert habe ich auch nicht erwartet. Da müsste Rechenkraft.net eben mal etwas Lobbyarbeit leisten ;).

War auch nur ein Gedanke. Der Nutzen einer solchen Reglung steht wohl auch in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, der betrieben werden müsste, so etwas einzuführen.

Dennis Kautz
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Re: Quo Vadis DC?

#39 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 30.09.2012 15:42

Ich halte es schon für möglich, bei einigen Finanzämtern (die Praxis ist da auch nicht immer einheitlich) mit guten Argumenten eine grundsätzliche Absetzbarkeit von DC-Stromkosten für RKN von der Steuer zu erreichen - das Problem ist dann aber in jedem Fall, nachzuweisen, wie hoch der Anteil der für RKN aufgewandten Stromkosten ist und vor allem, das auch nachzuweisen. Hier sehe ich keine realistische Option...

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Michael H.W. Weber
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Re: Quo Vadis DC?

#40 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 01.10.2012 11:41

Mir kommt auf Basis dessen was Dennis oben schrieb gerade die Idee, dass zumindest für die Teilnahme an RKN-eigenen DC-Projekten, also eindeutig für RNA World (vielleicht auch für Yoyo@home?) eine Abschreibung als Spende prinzipiell zulässig sein müßte, denn die dort investierten Stromkosten sind ja eine direkte Unterstützung unserer als gemeinnützig anerkannten Vereinsziele. Das zu lösende Problem wäre also in erster Linie ein seriöser Ansatz zum Nachweis der eingesetzten Energiekosten.

Michael.
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Re: Quo Vadis DC?

#41 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 01.10.2012 18:59

Ich habe nochmal die Gedanken etwas kreisen lassen. Was wir letztlich brauchen ist eine seriöse Korrelation des von BOINC angegebenen Rechendurchsatzes (Cobblestones? Die sollten wir hier mal im Detail unter die Lupe nehmen - ich fürchte auch die sind nicht systemunabhängig?) mit der dafür benötigten Leistungsaufnahme in kWh. Ich gehe von folgendem aus:

1. Jede Maschine hat eine spezifische Leistung. Will heissen, selbst bei identischer Hardware kann ich nicht ausschließen, das aufgrund leicht abweichender Systeminstallation (z.B. der eine verwendet Linux, der andere Windows 7, XP oder 95) ein abweichender Durchsatz erzielt wird (klar ist beispielsweise: Eine Maschine mit weißem Hintergrund kostet mehr Strom als eine mit schwarzem). Bedeutet: JEDE Maschine muss bezügl. Rechenkraft/kWh individuell vermessen werden an einer Norm-WU für ein gegebenes Projekt.

2. Das Normieren des Rechenkraft/kWh Indexes muss für jedes Projekt einzeln vorgenommen werden, denn unterschiedliche Projekte nutzen die CPU unterschiedlich aus. Während FAH beispielsweise erheblich optimierten Code hat, der quasi den CPUs das letzte Quäntchen Saft abfordert, braucht QCN nahezu keine CPU Power, dennoch muß die Maschine angeschaltet sein, um messen zu können, also fällt pro WU auch hier Strom an.

3. Aus den Punkten 1) und 2) sollte man nachvollziehbar einen maximal absetzbaren Betrag für die monatlicher Stromrechnung ermitteln können. Dieser gilt für eine Maschine, die nichts anderes macht, als beispeilsweise RNA World zu rechnen und bezieht sich natürlich auf die Stromkosten des jeweiligen lokalen Anbieters.

4. Anhand der Stats kann dann vermutlich - wenn man sich dafür ein eigenes Statistiksystem programmiert - über den Monat auch ein anteiliger Einsatz für RNA World ermittelt werden und bescheinigt werden. Vor allem aber kann RKN nachvollziehen, ob die Kiste wirklich in dem vom User angegebenen Umfang für das Projekt eingesetzt wurde (ergibt sich aus der Korrelation der abgelieferten "Cobblestones" pro Monat und dem experimentellem Benchmark des zugehörigen Rechners).

Man sollte letztlich den berechneten Betrag auch noch bei Bedarf etwas nach unten korrigieren können, um sicher zu sein, dass man als Spendenquittung nicht mehr bescheinigt, als mit der gegebenen Hardware tatsächlich leistbar ist. Dies ist sehr wichtig, denn sollten hier Fehler unterlaufen, stünde die Vereinsexistenz auf dem Spiel.

Ich denke, dies ist - auch gemäß unser behördlich anerkannten Satzung, in der ich diese potentielle Möglichkeit einer Absetzbarkeit der Stromkosten damals bereits aus gutem Grund integriert habe - ein hochinteressantes Projekt. Damit könnte RKN sich auch international profilieren und als Referenzbeispiel dienen - immer vorausgesetzt, wir schaffen es, das oben skizzierte in die Praxis umzusetzen.
Ich habe hier eine Maschine, die nur für RNA World rechnet - rund um die Uhr. Und ich habe ebenfalls ein präzises Leistungsaufnahmemeßgerät. :wink: Momentan ist das gute Stück aber noch mit einigen Monster-WUs beschäftigt...

Weitere Ideen?

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Re: Quo Vadis DC?

#42 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 01.10.2012 19:29

Ist doch ganz einfach: das virtuelle Vereins-/Rechenheim. :3d:
  • Wir (Vereinsmitglieder/Team-Mitglieder) haben und besitzen weiterhin die Hardware.
  • Der Verein stellt die Räume, die Infrastruktur (IT-Service, Treiber u.ä.), den Strom. Mit Ablehnungsoption* bei bestimmter Hardware bzw. Komponenten.
  • Die Hardware wird in die Vereinsräume verbracht, ggf. gegen Kostenbe- bzw. anrechnung.
  • Es gibt keinen Verfügbarkeitsanspruch, d.h. der Verein bemüht sich - nach Personal u. Kosten, d.h. vertretbarem Aufwand - um den Betrieb.
  • Die Hardware bleibt auf die Mitglieder konfiguriert bzw. ist per Fernwartung ggf. nach Projektanteilen flexibel konfigurierbar.
  • Der Verein nutzt den Computer-Park für Demonstrations- und (nach Freigabe) für Vereinszwecke (Taskforce, RNA-Spitzen-Rechenbedarf u.ä.).
  • Die Mitglieder entrichten ein aufwandsbezogenes "Entgelt" für Unterstellung, Strom und IT-Service. Entgelt enspricht Spendenbeitrag.
  • Die Hardware kann unter optimalen Bedingungen 24/7 durchlaufen, Kühlung und Lärm kein Problem. :D
  • Die Punkte laufen ein, abrufbar über die kostenfreien Statistik-Dienstleister. Eine Anpassung an geänderte Wünsche (s.o.) wird eingeräumt (Aufwand bzw. Fernwartung).
  • Die Mitglieder erhalten bei Jahresende bzw. gewähltem Zeitpunkt eine Spendenquittung*. Inklusive Zertifikat (ähnlich FAH) über die gespendete Rechenleistung (Kriterien s.u.)
  • Festlegung einer Mindestlaufzeit ähnlich Vereinszugehörigkeit, flexibel je nach Personal-Ressourcen und Sonder-Zu/Abschlägen bei vorzeitiger Kündigung.
* Die Ablehnungsoption entspringt der Praxis, wofür kann IT-Service geleistet werden, wo besteht KnowHow, welche System laufen stabil usw. Ein nachgewiesener Probelauf zuhause kann evtl. vereinbart werden u.ä. Maßnahmen.

** Wie man diese formuliert ist hehre Aufgabe der Vereinsverantwortlichen. Denkbar sind neue bzw. ergänzende BOINC-Namen, z.B. ClusterRKN_X1900AIW, also nach Formel ClusterRKN_Benutzername, die ggf. über gesonderte, neu einzurichtende eMail-Accounts laufen und somit hinsichtlich Punkte-Statistik bzw. geleisteter Rechenarbeit in Stunden/Tagen/Wochen/Monaten/Jahren (siehe WCG) bei Null beginnen. Die Spendenquittung wäre dann nicht einzig auf (1) Geldbeträge sondern ergänzend auf (2) Punkte oder (3) Rechenaufwand in Zeiteinheit auszustellen. D.h. nach diesen drei (1-3) Bemessungseinheiten ist die Spende des Mitgliedes zurechenbar. Dieser Umstand hat evtl. positive Auswirkungen auf die Durchsetzbarkeit beim Finanzamt. :smoking:

Evtl. muss dieser Spendenbeitrag hinsichtlich Recheneinsatz d.h. Computerverwendung ein Kriterium derart geknüpft werden, dass die jeweilige Hardware mindestens für ...
  • das RNA-Projekt mitrechnet bzw.
  • für das Team Rechenkraft mitrechnet.
Der Verein bleibt beim Ziel der Vereinssatzung, keine kommerzielle Interessen bzw. Bereicherung o.ä., sondern Förderung von Distributed Computing unter den Bedürfnissen der Vereinsmitglieder, nämlich die Punkte-Spende bzw. den Rechen-Beitrag in Zeiteinheit für allgemeine Zwecke (Projekte-Förderung, Forschung, Entwicklung usw.) zu unterstützen bzw. betrieblich zu übernehmen. Die Art der Vereinstätigkeit in dieser "Service-Leistung" dürfte von großer Bedeutung sein.

Fazit
Im Ergebnis sind die Mitglieder die lärmenden Computer los, man lernt sich kennen, man hilft ggf. beim Cluster mit, die Hardware läuft 24/7, die Kosten sinken :uhoh: wegen günstiger Konditionen, das Team erhält mehr Punkte, mehr Mitglieder (why not), der IT-Service bringt Geld ein, es lassen sich neue Vereinsprojekte planen ... war da nicht was. :angel2:
Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.
Henry Ford

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Re: Quo Vadis DC?

#43 Ungelesener Beitrag von Grodahn » 02.10.2012 07:17

JEDE Maschine muss bezügl. Rechenkraft/kWh individuell vermessen werden an einer Norm-WU für ein gegebenes Projekt.
Hm Michael, ob es nicht günstiger wäre einfach zu sagen:
- Person X hat Z Stunden Rechenkraft geschenkt (In Boincstats ersichtlich?)
- Person X Benutzt CPU C / Grafikkarte G (Quittung einreichbar)
- CPU C = TDP 100Watt / GPU G = TDP 200Watt (Herstellerdatenblätter frei verfügbar)

Das mag zwar unterm Strich nicht exakt stimmen, ist aber zum eine leicht nachvollziehbare Rechnung die zum anderen auch schriftlich ohne rummesserei belegt werden kann.

Ich kann nur von mir sprechen, aber wenn ich meine Hardware innerhalb der Spezifikationen betreibe habe ich mit den TDP-Werten einen Großteil der elektrischen Leistung abgedeckt.
Bei übertakteter Hardware usw sieht das natürlich schlechter aus aber ich denke mir mal:
Besser ein nachweisbare Überschlagsrechnung mit der ich einen Teil abdecken kann als eine genaue Messung die nicht akzeptiert wird.

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Re: Quo Vadis DC?

#44 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 02.10.2012 10:29

Das Problem ist ein rechtliches. Wenn RKN Spendenquittungen für Leistungen ausstellen würde, die nicht erbracht wurden, stehen wir mit einem Bein im Knast. Deshalb muss die Quitttung absolut wasserdicht sein. Am Sichersten erreicht man das, indem man sicherstellt, dass man auf der Spendenquittung auf jeden Fall etwas unter der tatsächlich erbrachten Leistung bleibt. Und natürlich muss man vor jeder Spendenquittungsausstellung prüfen, dass die ausgewiesenen Stromkosten auch tatsächlich in DC investiert wurden und nicht in private / anderweitige Rechnungen.

Und bei meinem Modell oben geht es darum, die Rechner weiterhin dezentral zu betreiben. Wir können uns nämlich im Moment keine Räumlichkeiten leisten. Auch würde bei zentralem Hosting der Mitgliedermaschinen ein Wartungsproblem auftreten, um das sich der Verein kümmern müßte. Es wird definitiv und relativ häufig den Fall geben, das ein Rechner per Remote-Steuerung plötzlich nicht mehr erreichbar ist. Dann muß jemand hindackeln und das Problem lösen (Kiste im Eimer oder was weiß ich). Wo das hinführt, wissen wir durch unser Clusterprojekt: Es läuft nicht, es sei denn man bezahlt jemanden, der sich darum kümmert.

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Re: Quo Vadis DC?

#45 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 03.10.2012 10:02

Nachdem mich nun Mitteilungen erreichen, dass alles sei nicht möglich, erfasst mich der Elan. Werde also nun ein Positionspapier erstellen, um die Argumentationslinie für eine steuerliche Absetzbarkeit von Stromkosten, die für gemeinnützige DC-Projekte investiert werden, zu präzisieren. Das werde ich dann nach Diskussion hier im Forum mit meinem Steuerberater besprechen und dann wollen wir mal schauen, dass wir einen Präzedenzfall generieren.

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Re: Quo Vadis DC?

#46 Ungelesener Beitrag von hias » 03.10.2012 14:43

Michael H.W. Weber hat geschrieben:Nachdem mich nun Mitteilungen erreichen, dass alles sei nicht möglich, erfasst mich der Elan. Werde also nun ein Positionspapier erstellen, um die Argumentationslinie für eine steuerliche Absetzbarkeit von Stromkosten, die für gemeinnützige DC-Projekte investiert werden, zu präzisieren. Das werde ich dann nach Diskussion hier im Forum mit meinem Steuerberater besprechen und dann wollen wir mal schauen, dass wir einen Präzedenzfall generieren.

Michael.
Ich werde das dann mal meiner Mum vorlegen. Mal sehen was die sagt :) Zur Abwechslung wäre es halt wirklich mal eine sinnvolle "Subventionierung".

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Re: Quo Vadis DC?

#47 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 13.10.2012 09:26

Ich hätte da noch eine Idee für DC-Werbung.

Es gibt in Deutschland ja tausende Geocacher und zehntausende Geocaches. Da könnte man auch mal selbst über Deutschland verteilt ein paar DC-Erklär-Geocaches auslegen.
Falls jemand Geocaching nicht kennt...da läuft man mit dem GPS durch die Gegend und sucht versteckte Dosen, was auch einige hier im Forum als Hobby haben.

Jeder Geocacher hat einen PC und ein Großteil sind Technikfreaks. Um so einen Mystery-Geocache zu lösen muss man erst am PC Rätsel lösen, um an die GPS-Koordinaten zu kommen.
Wenn man da einen "Rechenkraft-Cache" hätte, dann müssten die Leute sich Zwangsweise mit dem Thema DC auseinandersetzen, um die Fragen zum DC beantworten zu können, welche einen dann mit den Koordinaten der Dose belohnen.
Ob die dann auch bei DC mitrechnen ist eine andere Sache. Aber jedenfalls hätte man aufmerksame Leser und so eine Dose auszulegen kostet den Ausleger ja nur ein paar Euro.

Ich könnte da z.B. eine Dose in Hamburg und an der Flensburger Förde auslegen und pflegen. Wenn Yoyo bei sich noch eine auslegt und man vielleicht auch nochmal im Seti.Germany-Forum nachfragt, ob es da Geocacher gibt, bekommt man da vielleicht einige Geocaches zusammen.
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Re: Quo Vadis DC?

#48 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 13.10.2012 09:37

Ich bin bislang zwar nur bei Yoyo zum Geocaching mitgelaufen, aber finde dies eine sehr gute Idee! :D
Stellt sich nun allerdings die Frage, wer sich da etwas einfallen läßt...

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