Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

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X1900AIW
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Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#1 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 04.12.2025 08:44

"Biomining: Viren holen Metalle der Seltenen Eden aus Wasser", 03.12.2025
https://www.heise.de/news/Biomining-For ... 02061.html

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(...) Metalle der Seltenen Erden sind begehrte Rohstoffe, die für viele technische Geräte benötigt werden. Es gibt aber nur wenige Orte, wo sie abgebaut und raffiniert werden, hauptsächlich in China. Forscher suchen nach alternativen Gewinnungsmethoden. Ein Team der University of California (UC) in Berkeley will Viren dazu einspannen.(...)

Für ihr Vorhaben setzen die Forscher Bakteriophagen ein. Das sind Viren, die Bakterien attackieren, aber für Menschen harmlos sind. Diese Phagen haben die Forscher gentechnisch so verändert, dass sie die Elemente der Seltenen Erden aus Wasser extrahieren.

Ein Peptid, sie zu binden

Dafür haben die Forscher zwei Proteine auf der Oberfläche angebracht: Das eine ist ein Lanthanid-bindendes Peptid, das dafür sorgt, dass sich das an Seltenen Erden im Wasser bindet.

Das andere Protein sorgt dafür, dass das Virus die Rohstoffe auch wieder loslässt. Es ist Elastin-Motiv-Peptid, das wie ein temperaturempfindlicher Schalter funktioniert: Wenn das Virus leicht erwärmt wird, fällt es zusammen mit seiner Fracht aus.

Die Forscher haben das Verfahren getestet, indem sie die Viren in einen Tank mit Grubenwasser zusetzten. Die Viren reagierten wie geplant: Sie banden sich ausschließlich an die Ionen der Seltenen Erden. Als das Wasser erwärmt wurde, sanken sie auf den Grund des Tanks. Nach dem Ablassen der Flüssigkeit blieb ein Bodensatz aus Viren und Metallen. Durch Veränderung von dessen pH-Wert gaben die Viren schließlich die Metalle der Seltenen Erden frei. Die Viren selbst waren danach wieder einsetzbar und waren dabei genauso leistungsfähig wie zuvor.

Verbreitete Seltene Erden

Tatsächlich sind die 17 Elemente, die zu den Metallen der Seltenen Erden gerechnet werden, gar nicht so selten: Ein Kilogramm Boden enthält im Schnitt 200 Milligramm davon. Das aber ist das Problem: Dass sie so gleichmäßig im Boden verteilt sind, macht die bergmännische Gewinnung schwierig, die sich nur bei hohen Konzentrationen lohnt.

Deshalb wird nach anderen Abbaumethoden gesucht, wie dem Biomining. Andere Forscher setzen auf Phytomining. Dabei spannen sie statt Viren Pflanzen dazu ein, die begehrten Rohstoffe aus der Erde zu gewinnen.(...)
Links:
https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.nanolett.5c04468 ["Virus-Based Thermoresponsive Separation of Rare-Earth Elements"] (=Bildquelle für Grafik oben)
https://engineering.berkeley.edu/news/2 ... -elements/
https://bioeng.berkeley.edu/person/seung-wuk-lee
https://en.wikipedia.org/wiki/Nanorobotics
https://de.wikipedia.org/wiki/Nanotechnologie
https://de.wikipedia.org/wiki/Nanobot
https://de.wikipedia.org/wiki/Bioleaching
https://de.wikipedia.org/wiki/Metalle_d ... enen_Erden
https://de.wikipedia.org/wiki/Phytosani ... hytomining
https://de.wikipedia.org/wiki/Grubenwasser [Es gibt einen wikipedia Eintrag über Grubenwasser? :o :notworthy: ]
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Re: Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#2 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 04.12.2025 17:56

X1900AIW hat geschrieben:
04.12.2025 08:44
"Biomining: Viren holen Metalle der Seltenen Eden aus Wasser", 03.12.2025
https://www.heise.de/news/Biomining-For ... 02061.html
...ach komm: Wir bauen ein Peptid, das Gold bindet und hängen das auf den Oberflächen magnetischer Kügelchen gebunden massenhaft in die Eder. :smoking: :evil2:

Michael.

P.S.: Bin mir zum einen aktuell gar nicht mal sicher, ob Gold tatsächlich mehr wert ist als einige dieser Setenen Erden Elemente (und gerade zu faul zum gugeln) und denke zum anderen, dass es etwas schwierig wird, metallisches Gold an Peptide zu koppeln - sowas könnte man wohl eher auf Goldionen loslassen, ob die aber in der Eder vorkommen... :lol:
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Re: Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#3 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 04.12.2025 18:12

Gold finde ich besser, das glänzt so schön ...
Ich heize den Pot mit Pellets an, du tröpfelst das Peptid rein, nur wer besorgt das Grubenwasser? :D
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Re: Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#4 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 04.12.2025 18:16

X1900AIW hat geschrieben:
04.12.2025 18:12
Gold finde ich besser, das glänzt so schön ...
Ich heize den Pot mit Pellets an, du tröpfelst das Peptid rein, nur wer besorgt das Grubenwasser? :D
...im Anschluss wird das Gold hurtig verktickt und endlich das RKN-Vereinsheim auf Rügen mit angeschlossener Windkraftanlage und einer geräumigen Halle für die Rechner realisiert. :evil2:

Michael.
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Re: Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#5 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 15.01.2026 21:54

Apropo Grubenwasser > Schlamm ...

"Japan beginnt Tiefseemission zur Förderung Seltener Erden", 14.01.2026
https://www.heise.de/news/Japan-testet- ... 40314.html
Japans Bergbauforschungsschiff Chikyu ist am Montag zu einer rund einmonatigen Mission aufgebrochen, um Schlamm, der Seltene Erden enthalten soll, aus der Tiefsee zu fördern. Japan will sich so von Seltenen Erden aus dem marktdominierenden China unabhängig machen. Das berichtet Reuters am Montag. Sollte die Mission gelingen, wäre es die erste kontinuierliche Tiefseeförderung von Seltenen Erden aus einer Tiefe von 6 km.

Gestartet ist das Bergbauforschungsschiff Chikyu von der Hafenstadt Shizuoka. Das Ziel sind die Gewässer nahe der Insel Minamitori, einem abgelegenen Korallenatoll rund 1900 km südöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio. Dort sollen sich in etwa 6 km Tiefe Schlammablagerungen befinden, die hohe Konzentrationen Seltener Erden enthalten sollen. Unklar ist allerdings, wie viel Schlamm sich dort befindet. Die japanische Regierung hat dazu öffentlich keine Angaben gemacht. Auch ist nicht öffentlich bekannt, welche Mengen an Seltenen Erden dort gefördert werden sollen.

Dabei sind die Investitionen in das Vorhaben hoch: Rund 40 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 215 Millionen Euro sowie sieben Jahre Vorbereitung und Bestätigungstests sind seit 2018 in das Projekt geflossen.

An Bord der Chikyu befinden sich insgesamt 130 Forscher und Besatzungsmitglieder, um den mineralhaltigen Schlamm aus der Tiefsee zu fördern. Bis zum 14. Februar soll die Mission dauern. (...)
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Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Chikyū
https://www.jamstec.go.jp/e/about/research/
https://www.jamstec.go.jp/e/about/equip ... hikyu.html
https://www.jamstec.go.jp/gallery/view/ ... en&lang=en (=Bildquelle für unten)

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Re: Biomining von seltenen Erden - ein Peptid sie zu binden

#6 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 16.01.2026 11:32

...leider ohne jegliche Ahnung, was die ökologischen Folgen sind. :roll:

Michael.
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