DeepMind: AlphaGenome - weiteres Wissenschaftsprojekt

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X1900AIW
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DeepMind: AlphaGenome - weiteres Wissenschaftsprojekt

#1 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 28.01.2026 20:20

"AlphaGenome verbessert unser Verständnis der Gene", 28.01.2026
https://www.tagesschau.de/wissen/forsch ... n-100.html

(Bildquelle unten in Links)
AlphaGenome-Erklärungsanimation_Google DeepMind.PNG
(...) Die eigentliche Herausforderung liegt darin, zu verstehen, wie diese genetische Information in unseren Zellen genutzt wird. Genau hier setzt die neueste Entwicklung von Googles KI-Abteilung DeepMind an: AlphaGenome. Diese Künstliche Intelligenz präzisiert unser Verständnis von Genen und deren Steuerung - mit potenziellen Auswirkungen auf Medizin, Biologie und die Behandlung schwerer Krankheiten.

DeepMind, der KI-Ableger von Google, hat bereits im vergangenen Jahr mit seiner Künstlichen Intelligenz "AlphaFold" für Aufsehen gesorgt. Demis Hassabis und John Jumper, die Entwickler dieser KI, die die räumliche Struktur von Proteinen allein auf Basis genetischer Informationen vorhersagen kann, wurden 2025 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. AlphaFold hat die Forschung revolutioniert, indem es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht, den Zusammenhang von genetischer Information und Proteinen besser zu verstehen - ein entscheidender Schritt für die Entwicklung neuer Medikamente. Nun hat DeepMind mit AlphaGenome ein weiteres Werkzeug vorgestellt, das unser Verständnis der genetischen Prozesse verbessert. (...)

(...) Während frühere Methoden nur kleine Abschnitte der DNA analysieren konnten, ermöglicht AlphaGenome einen Blick auf große Bereiche des Genoms - bis zu einer Million Basenpaare auf einmal. Dadurch kann die KI erkennen, wie weit entfernte Schalter und Gene miteinander interagieren. Das ist ein entscheidender Fortschritt, denn es hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Steuerung der Gene besser zu verstehen. (...)

Das Verständnis der Gensteuerung ist nicht nur für die Grundlagenforschung von Bedeutung. Es hat auch direkte Auswirkungen auf die Medizin. Viele Krankheiten entstehen, weil die Steuerung der Gene gestört ist. Ein Beispiel sind Krebserkrankungen: Hier können bestimmte Gene, sogenannte Onkogene, durch Mutationen plötzlich aktiviert werden und das unkontrollierte Wachstum von Zellen auslösen. Wenn wir besser verstehen, wie solche Schalter funktionieren, könnten wir in Zukunft gezielt eingreifen, um solche Prozesse zu stoppen.

Die Vision ist, dass wir eines Tages in der Lage sein werden, genetische Krankheiten, die auf einem Fehler im Genmanagement beruhen gezielt zu behandeln. Wenn eine Mutation dazu führt, dass ein Gen nicht mehr richtig funktioniert, könnte man mit Hilfe der von AlphaGenome gelieferten Erkenntnisse herausfinden, wie man diesen Fehler behebt. Das wäre ein großer Schritt in Richtung personalisierter Medizin, bei der Therapien individuell auf die genetischen Besonderheiten eines Patienten zugeschnitten werden. (...)
Bild

Links:
https://deepmind.google/science/ (Alle Wissenschaftsprojekte)
https://deepmind.google/blog/alphagenom ... he-genome/ (=Bildquelle für oben, aus einer Animation)
https://de.wikipedia.org/wiki/DeepMind
https://www.alphagenomedocs.com/
https://www.alphagenomecommunity.com/ (Diskussonsforum: u.a. "This forum is not a place for advice relating to legal, clinical diagnostic or medical treatment in this forum, or any other subject for which a license is required.")
https://www.youtube.com/watch?v=Xbvloe13nak - (~30 Min) "AlphaGenome: KI für ein besseres Verständnis des Genoms", Google DeepMind, 09.07.2025
https://de.wikipedia.org/wiki/AlphaFold
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Michael H.W. Weber
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Re: DeepMind: AlphaGenome - weiteres Wissenschaftsprojekt

#2 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 29.01.2026 12:49

Interessant.
Du hast es sogar eher gepostet, als ich davon gehört habe.
Respekt. :smoking:

Michael.
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Re: DeepMind: AlphaGenome - weiteres Wissenschaftsprojekt

#3 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 30.01.2026 10:31

Zufall :wink:, habe unter der Woche manchmal Zeit in Nachrichten und News reinzuschauen, meistens lese ich mich fest, speichere höchstens mal etwas Interessantes ab, aber bis Zeit ist zum Posten gibt es schon wieder neues, noch Interessanteres ... die Welt dreht sich unfassbar schnell und all die Informationskanäle führen bei mir zum regelmäßig zum overflow.

Positive Nachrichten zu KI - bei google bleibe ich weiterhin skeptisch - sind ja m.E. rar gesät, hier eine aus meinem Speicherordner:
Artenschutzkonferenz: "KI kann Artenforschung unterstützen", 02.12.2025
https://www.tagesschau.de/wissen/forsch ... g-100.html
(...) Der Biologe leitet am Forschungsinstitut des Naturkundemuseums das Zentrum für integrative Biodiversitätsentdeckung. Neben ihm untersucht der Roboter gerade die Wespe. Sie stammt aus einer Probe mit etwa 6.000 Insekten aus einem Berliner Hinterhof. Die Kamera fährt automatisch über das Insekt und fotografiert es. Dann saugt die Pipette das Tier an und sortiert es in eines der Röhrchen für die DNA-Bestimmung im Nachbarlabor. Demnächst soll der Roboter die Insekten mithilfe künstlicher Intelligenz ganz ohne Erbgut-Untersuchung allein anhand der Bilder erkennen. "Soweit sind wir allerdings noch nicht", schränkt Rudolf Meier ein. "In Berlin gibt es 10.000 Insektenarten. Bevor da ein gutes KI-Modell entwickelt ist, das dauert erst einmal."

Insekten sind die artenreichste Klasse der Tierwelt. Forschende schätzen, dass weltweit bisher erst 20 Prozent von ihnen bekannt sind - und schon das sind mehr als eine Million Arten. Ob Blüten bestäuben oder den Boden auflockern - jede Art hat ihre eigene Aufgabe im Ökosystem. Ohne sie würden unsere Lebensräume nicht funktionieren.

Insektenproben aus Forschungsfallen enthalten oft mehrere tausend Tiere. Forschende brauchen manuell Wochen bis Monate, um sie alle zu bestimmen. Wenn der Roboter unbekannte Arten automatisch in wenigen Sekunden aufspüren kann, beschleunigt das die Artenforschung dramatisch.

Aber auch die Digitalisierung vorhandener Sammlungen kommt der Wissenschaft zugute - schon allein deshalb, weil Forschende weltweit darauf zugreifen können. Die Insektensammlung des Naturkundemuseums umfasst 15 Millionen Tiere - ein kleiner Teil in Alkohol konserviert, die meisten aber getrocknet in Schaukästen auf Nadeln gespießt. Unter jedem Tier klemmt ein winzig beschriftetes Etikett, auf dem Art, Fundort und -zeit vermerkt sind.

Schon seit Jahren scannt das Museumsteam Insekten aus den Kästen ein, zum Beispiel an einem 3D-Scanner. Eine Mitarbeiterin ist gerade damit beschäftigt, das Gerät mit einer Zecke zu bestücken. Nach einer halben Stunde hat der Scanner das Spinnentier automatisch von allen Seiten fotografiert, ein Computer fügt die 400 Einzeldateien zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Forschende überall auf der Welt können die Abbildung jetzt nach Bedarf drehen und wenden.

Gegenüber fotografiert ein Kollege mit Spiegelreflexkamera Schmetterlinge aus der Sammlung. Auch er setzt ein besonders fein auflösendes und auf allen Ebenen scharfes Bild aus mehreren Fotos zusammen, damit es sich für die Forschung eignet. Ein aufwendiges Verfahren, sagt Digitalisierungsexperte Frederik Berger mit Blick auf die bisher erfassten 600.000 Insekten. "Von jedem Tier wurden mehrere Aufnahmen gemacht, plus eine Aufnahme von Etiketten. In Summe sind vier Millionen Dateien mit einem wahnsinnigen Datenvolumen von 300 Terabyte entstanden." (...)
Ohne die menschliche Zuarbeit könnte jede KI doch einpacken. Bzw. sich mal selber abschalten. :lol:
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