WHO: Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

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X1900AIW
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WHO: Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

#1 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 03.02.2026 21:26

Globale Analyse: "Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar", 03.02.2026
https://www.tagesschau.de/wissen/gesund ... e-100.html

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(...) Fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gehen auf vermeidbare Ursachen zurück. Das ergibt eine aufwendige Analyse globaler Daten zu Krebsfällen und Risikofaktoren. Demnach waren Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen 2022 die häufigsten solchen Ursachen. Bei Frauen sind global etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar, bei Männern sogar gut 45 Prozent. (...)

Neu im Vergleich zu ähnlichen Studien für einzelne Länder und Weltregionen ist zudem die Aufnahme von Infektionen als Krebsursache. Am bekanntesten sind hier Gebärmutterhalskrebs, der vor allem durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, und Magenkrebs, verursacht häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori. Die Forscher nutzten weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen. (...)

"Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren", sagt Studienleiterin Soerjomataram. Denn die weltweiten Krebsstatistiken der WHO deuten darauf hin, dass beim Fortsetzen aktueller Trends die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 um 50 Prozent steigen könnte. "Durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen präzisere Informationen bereitstellen, um viele Krebsfälle von vornherein zu verhindern", betont Ilbawi.(...)
Links:
https://www.nature.com/articles/s41591-026-04219-7
https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemit ... onspolitik ("Zitatquelle (14 Empfehlungen) für unten)
https://www.krebspraevention.de/
https://www.krebspraevention.de/krebsrisiko-senken
https://www.iarc.who.int/cards_page/iarc-publications/
https://www.iarc.who.int/media-centre/
https://www.iarc.who.int/staff_member/i ... jomataram/
https://www.iarc.who.int/news-events/fo ... -globally/
https://cancer-code-europe.iarc.who.int/ (pdf mit 12 Seiten erzeugbar mit englischen Grafiken u. inhaltlichen Erläuterungen)
(...) Erweiterung auf 14 Empfehlungen
Statt zwölf umfasst der Kodex nun 14 Handlungsempfehlungen, die Menschen helfen, ihr Krebsrisiko zu verringern. Erstmalig hat die IARC Umweltverschmutzung als Faktor aufgenommen. Der Kodex empfiehlt beispielsweise, sich mit Bus und Bahn sowie zu Fuß und mit dem Fahrrad fortzubewegen, anstatt das Auto zu nutzen, oder auf Feuerstätten in Innenräumen zu verzichten.

Zwei separate Empfehlungen richten sich an Frauen. Für junge Mütter gilt: Möglichst langes Stillen senkt das Risiko für Brustkrebs. Frauen mit Beschwerden in den Wechseljahren sollten eine Hormonersatztherapie nur nach ärztlicher Rücksprache und so kurz wie nötig einsetzen. (...)
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* Einen smilie für das Stillen zu finden, ist echt schwer. Bild
Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.
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Kolossus
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Re: WHO: Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

#2 Ungelesener Beitrag von Kolossus » 05.02.2026 16:05

"Tja", sagt der Arzt zum Patienten, "wenn sie das Rauchen sein lassen und auch das Trinken, sowie es mit den Frauen langsamer angehen lassen, könnten sie hundert Jahre alt werden."
Sagt der Patient: "Und wofür?"
Gruß Harald

Selbst wenn es die Sonne ist, die auf ihn scheint, ein Misthaufen antwortet immer nur mit Gestank...
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X1900AIW
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Re: WHO: Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

#3 Ungelesener Beitrag von X1900AIW » 06.02.2026 08:39

Nachschlag zum Thema Umweltverschmutzung in Bezug auf Herzinsuffizienz gibt es heute in der Meldung ...
Studie: "Umwelt belastet Herz stärker als gedacht", 06.02.2026
https://www.tagesschau.de/wissen/gesund ... z-100.html
(...) Herzschädliche Umwelteinflüsse sind laut Christoph Maack von der DKG "zum Beispiel Luftverschmutzung, aber auch Lärmbelästigung und Licht. Besonders in Städten wird es nachts nicht mehr dunkel genug. Wir haben aber auch Verunreinigungen von Trinkwasser und auch die Klimaveränderungen, die durch den Klimawandel geschehen, dass es in unseren Breiten zu mehr Hitze-Episoden kommt".

Für unsere Gesundheit bedeutet das: Feinstaubpartikel gelangen über die Lunge in den Blutkreislauf, lösen Entzündungen aus und können nahezu alle Organe erreichen - auch das Herz. Extreme Temperaturen belasten das ganze Herz-Kreislauf-System. Lärm, vor allem nachts, stört den Schlaf und aktiviert Stresshormone. Diese machen Blutgefäße auf Dauer steifer und treiben den Blutdruck in die Höhe. Auch künstliches Licht in der Nacht spielt eine Rolle: Es stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, bringt hormonelle Abläufe durcheinander und belastet Herz und Kreislauf zusätzlich. Auch Schwermetalle wie Cadmium oder Blei greifen den Herzmuskel an. (...)

Die Auswertung zeigt auch, dass der Umweltstress ungleich verteilt ist: Gerade ältere Menschen und sozial benachteiligte Gruppen seien besonders anfällig, so die Autoren. Menschen aus einkommensschwachen Schichten wohnten zum Beispiel an großen Straßen oder in dicht bebauten Quartieren ohne Zugang zu Grünflächen. Dazu gebe es dort schlechtere medizinische Versorgungsstrukturen. Die Folge: mehr Erkrankungen und eine höhere Sterblichkeit. (...)

"Es ist schwierig, dem einzelnen Patienten zu sagen: 'Reduzieren Sie mal jetzt Ihren Lärm oder die Luftverschmutzung' oder 'Schalten Sie das Licht in der ganzen Stadt ab in der Nacht‘. Das funktioniert nicht."

Thomas Münzel von der Europäischen Kardiologen-Gesellschaft fordert deshalb: "Der Staat muss zuerst funktionieren." Die Politik müsse dringend systemische Maßnahmen einleiten. Er nennt das Beispiel Feinstaub: "Da gibt es wunderbare Grenzen von der Weltgesundheitsorganisation, die sagt, fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - alles was darüber ist, macht krank. Und was hat Europa? 25 Mikrogramm pro Kubikmeter, also fünfmal dessen, was die WHO mit fünf Mikrogramm pro Kubikmeter für krank hält. Also: Europa muss sich bewegen." Tatsächlich gibt es eine neue EU-Luftqualitätsrichtlinie, die besagt, dass die Mitgliedsstaaten bis 2030 ihre Feinstaub-Grenzwerte auf zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft absenken müssen.

Münzel, der auch Vorsitzender einer speziellen Taskforce für Umweltmedizin bei der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ist, kündigt für die Neufassung der Leitlinien zur Herzgesundheit außerdem an: "Ich verspreche Ihnen zu 100 Prozent, dass Lärm, Feinstaub und Hitze als wichtige Herz-Kreislauf-Risikofaktoren anerkannt werden, genauso wie jetzt Cholesterin, Diabetes und Bluthochdruck."
Links:
https://dzhk.de/forschung/ueber-die-for ... hwerpunkte
https://www.nature.com/articles/s41569-026-01247-1
https://herzmedizin.de/fuer-patienten-u ... e/vorsorge

Witze machen ist bestimmt auch hilfreich - alles was unsere Resilienz fördert. :D
Des erinnert mi so an mei Jugend ...
https://www.youtube.com/watch?v=g9Lr6BNWRJQ

Der ExpertInnenrat Corona wurde ja in "Gesundheit und Resilienz" umbenannt.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... nz-2264106 (dort weitere Verweise)
Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.
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Re: WHO: Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle vermeidbar

#4 Ungelesener Beitrag von Kolossus » 06.02.2026 14:58

Krebsrisiken werden nicht weniger, sondern steigen signifikant. Sei es durch hoch verarbeitete Lebensmittel oder Umweltfaktoren, die uns langsam, aber sicher umbringen.
Die Geburt ist des Sterbens Anfang, heißt es immer. Und das ist unabänderlich und von dem alten Mann oben so vorgesehen und unser Ablaufdatum ist ebenfalls festgelegt.

Was mich all die Jahrzehnte als Sani immer wieder tief betroffen und fertig gemacht hat, war die Onkologiestation im Kinderkrankenhaus Köln.
Gruß Harald

Selbst wenn es die Sonne ist, die auf ihn scheint, ein Misthaufen antwortet immer nur mit Gestank...
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