Vernachlässigte Projekte

Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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scsimodo
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#13 Ungelesener Beitrag von scsimodo » 04.10.2005 21:55

stoffi hat geschrieben:ich rechne schon ne ganze weile füe SOB. aber es wird mir ein bissl langweilig damit. werde dann wieder demnächst zu f@h wechseln.

was ist eigentlich ein gutes projekt wenn man nur einen athlon xp hat --> kein sse2
Primzahlberechnungen, MoneyBee u.ä. fände ich z.B. auch öde.

Ich denke es kommt nicht auf die CPU an, was Du berechnest, sondern welches Projekt Du unterstützen willst. Mein Athlon rechnet alle gleich gut durch, es ist eher wichtig, was Du damit bezwecken willst. Ich für meinen Teil habe mir folgende "Rahmenbedingungen"
gesetzt.

- Es muss ein BOINC-Projekt sein
- Es muss funktionierenj
- Es sollte ein wie auch immer gearteter Nutzen dahinter sein.

SETI fällt damit also IMHO flach, nachdem es aber das "Urprojekt" ist, bekommt es hin und wieder Rechenzeit von mir geschenkt. Bei Einstein sehe ich den "wissenschaftlichen Nutzen" nicht so recht. Was bringt es uns wohl, wenn wir Gravitationswellen entdecken? Damit ist eine Theorie beweisen, und weiter? LHC ist da schon interessanter, die wollen einen Beschleuniger bauen und den vorher optimieren. Nette Idee, vielleicht hilft es auch etwas weniger Steuergelder zu verplempern. Am interessantesten für mich sind die ganzen Biologie-Projekte (Predictor, Rosetta und bald Lattice und SIMAP). Da verspreche ich mir einen wirklichen Nutzen davon. Und die werden auch die meiste Rechenzeit von mir bekommen. Nicht, dass ich von der Materie Ahnung hätte, aber ich verspreche mir davon was.

Alle anderen Projekte sind entweder Designstudien (Pirates, Gott hab' es selig), Fun-Projekte (Burp) oder einfach noch nicht "ready for prime time".

Was ich auf keinen Fall rechnen werde sind kommerzielle Projekte, es sei denn, die zahlen mich dafür. Für kommerzielle Rechenzeit zahlt man schliesslich auch einen netten Betrag.

Jetzt kannst Du es Dir raussuchen, die CPU-Architektur an sich ist eher unwichtig...
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Michael H.W. Weber
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#14 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.10.2005 07:15

scsimodo hat geschrieben:Am interessantesten für mich sind die ganzen Biologie-Projekte (Predictor, Rosetta und bald Lattice und SIMAP). Da verspreche ich mir einen wirklichen Nutzen davon. Und die werden auch die meiste Rechenzeit von mir bekommen.
Nun, bei Rosetta könnten wir wahrlich noch Unterstützung brauchen. Dort sind wir inzwischen nämlich auf Platz 11 abgefallen. :roll:

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scsimodo
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#15 Ungelesener Beitrag von scsimodo » 05.10.2005 08:27

Michael H.W. Weber hat geschrieben:
scsimodo hat geschrieben:Am interessantesten für mich sind die ganzen Biologie-Projekte (Predictor, Rosetta und bald Lattice und SIMAP). Da verspreche ich mir einen wirklichen Nutzen davon. Und die werden auch die meiste Rechenzeit von mir bekommen.
Nun, bei Rosetta könnten wir wahrlich noch Unterstützung brauchen. Dort sind wir inzwischen nämlich auf Platz 11 abgefallen. :roll:

Michael.
Ich bin dabei, sobald ich einen Rechner freimachen kann. Rosetta hat noch massive Schwierigkeiten wenn auch noch andere Boinc-Projekte laufen. Anscheinend klappt da was mit den Taskwechseln noch nicht so recht.

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#16 Ungelesener Beitrag von vfrey » 05.10.2005 09:17

scsimodo hat geschrieben: - Es muss ein BOINC-Projekt sein
Kirk Pearson hat ebenfalls erst gestern in seinem Forum die These vertreten, dass immer mehr Projekte genötigt sein werden, einen BOINC-Client (zusätzlich) zu entwickeln, nur um genügend User zu finden. Ich muß gestehen, dass mir "ein Client für alles" aus Bequemlichkeitsgründen auch entgegen kommt und ich überlege, ob ich nach dem laufenden FAD-Gauntlet nicht die meisten Rechner auf BOINC-Projekte umstelle.
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Michael H.W. Weber
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#17 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.10.2005 10:15

scsimodo hat geschrieben:Rosetta hat noch massive Schwierigkeiten wenn auch noch andere Boinc-Projekte laufen. Anscheinend klappt da was mit den Taskwechseln noch nicht so recht.
Das ist eine interessante Information und könnte vielleicht erklären, warum einige Leute mit dem Client massive Probleme haben - z.B. Speedking - während andere keine haben. Ich habe z.B. NUR Rosetta@home auf meinen Maschinen unter BOINC laufen. Als Zweitprojekt wartet dort lediglich SIMAP@home auf Arbeit. Aber das Projekt läuft ja noch nicht.

Vielleicht kann Speedking das mal kommentieren? Wir müßten das im Rosetta-Forum dann auch mal melden, damit man reagieren und den Client verbessern kann.

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#18 Ungelesener Beitrag von scsimodo » 05.10.2005 10:29

Michael H.W. Weber hat geschrieben:
scsimodo hat geschrieben: Vielleicht kann Speedking das mal kommentieren? Wir müßten das im Rosetta-Forum dann auch mal melden, damit man reagieren und den Client verbessern kann.
Michael.
Nicht nötig, im Rosetta-Forum wurde das schon zig mal durchgekaut. Im Prinzip existieren zwei große Probleme:

1. Berechnungsfehler beim Taskwechsel, besonders bei Multi-CPU-Maschinen
2. der "1%-Hänger", soll heissen die WU kommt nicht über 1% raus.

David Baker weiss wohl Bescheid muss aber auf seinen Entwickler warten, der erst seit dieser Woche wieder aus dem Urlaub zurück ist. Soweit zumindest mein Informationsstand.

Wenn die beiden Probleme beseitigt sind sollte man Rosetta auch mit anderen Projekten laufen lassen können. Vorerst mache ich das allerdings nur exklusiv, soll heissen zwei Rechner die nur Rosetta rechnen.

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#19 Ungelesener Beitrag von M. Franckenstein » 05.10.2005 11:48

rosetta läuft auf einem rechner bei mir ... alle anderen boinc-projekte sind gestoppt .... nebenbei läuft noch DIMES wieder auf einem randprojekte wie TSC oder MUON werden aber immernoch ab und zu von mir unterstützt ...

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#20 Ungelesener Beitrag von SpeedKing » 05.10.2005 12:52

scsimodo hat geschrieben: Nicht nötig, im Rosetta-Forum wurde das schon zig mal durchgekaut. Im Prinzip existieren zwei große Probleme:

1. Berechnungsfehler beim Taskwechsel, besonders bei Multi-CPU-Maschinen
2. der "1%-Hänger", soll heissen die WU kommt nicht über 1% raus.
Das ist offensichtlich beides bei mir aufgetreten. Punkt 1 werde ich bei mir mal testen. Muß man nur alle anderen Projekte stoppen, um diesen Fehler zu verhindern, oder muß man sie aus dem BOINC-Hauptprogramm entfernen?

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#21 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.10.2005 13:08

Was mich auch nervt - das dürfte allerdings ein generelles Problem der BOINC-Infrastruktur sein - ist die Tatsache, daß der Client sich nie rechtzeitig WUs holt. Der Client rechnet stets bis zur letzten WU durch und verbindet erst dann. Leider ist zu diesem Zeitpunkt normalerweise mein Netzwerk deaktiviert, sodaß der Rechner dann Strom saugt ohne zu werkeln. Ich habe zwar dann SOB parallel laufen, welches dann 100% übernimmt, aber eigentlich will ich NUR Rosetta rechnen. Das hängt damit zusammen, daß ich die "nur alle 10 Tage-Netzwerkverbindungseinstellung" wählen muß, damit dieses mieserable kleine Programm überhaupt mal mehr als eine WU saugt. Der Benchmarktest scheint mir demnach eine Farce. Von ihm würde ich erwarten, daß die Maschine soviele WUs holt, wie die Kiste in 10 Tagen gerade rechnen kann. Meine Clients sind üblicherweise in spätestens 2 Tagen mit den durchschnitlich 12 WUs durch und dümpeln dann stromfressend ohne Output für Rosetta herum. Das Problem besteht aber auch bei allen anderen Projekten, hängt also wohl von BOINC selbst ab. Da würde ich den Programmierern gerne mal heimleuchten, denn das Problem besteht meines Wissens seit es BOINC gibt. :roll:

Michael.
Zuletzt geändert von Michael H.W. Weber am 05.10.2005 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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#22 Ungelesener Beitrag von scsimodo » 05.10.2005 13:09

SpeedKing hat geschrieben:
scsimodo hat geschrieben: Nicht nötig, im Rosetta-Forum wurde das schon zig mal durchgekaut. Im Prinzip existieren zwei große Probleme:

1. Berechnungsfehler beim Taskwechsel, besonders bei Multi-CPU-Maschinen
2. der "1%-Hänger", soll heissen die WU kommt nicht über 1% raus.
Das ist offensichtlich beides bei mir aufgetreten. Punkt 1 werde ich bei mir mal testen. Muß man nur alle anderen Projekte stoppen, um diesen Fehler zu verhindern, oder muß man sie aus dem BOINC-Hauptprogramm entfernen?
Nein, Du solltest nur sicherstellen, dass die anderen Boinc-Projekte nicht aktiv sind/werden können. Alles ausser Rosetta über den Client anhalten (suspend). Es wird wohl berichtet, dass der Taskwechsel funktioniert wenn man den Rosetta-Client im Speicher belässt, so ganz koscher kommt mir das aber nicht vor. Probier's einfach mal mit Rosetta als einzigem (aktiven) Projekt, dann sollte es klappen. Das hilft natürlich nicht gegen das "1%-Hänger"-Problem, da sind die Rosetta-Devs aber wohl schon dran...
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#23 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 05.10.2005 13:13

Was übrigens auch bei mir zu Problemen führt ist, wenn man WCG parallel zu BOINC mit Rosetta laufen läßt. Es hat unter Windoof XP / XP2600+ (TBred) den Effekt, daß WCG alle paar Minuten einen Berechnungsfehler erzeugt, dann den Server kontaktiert und diesen mit Fehlermeldungen bombardiert. Clevererweise ist WCG so gut programmiert, daß es dann die Berechnungen nach Ausgabe einer entsprechenden Fehlermeldung einstellt. Da war jemand mit Hirn am Werk. :lol: Rosetta scheint von diesem Problem nicht betroffen zu sein.

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#24 Ungelesener Beitrag von scsimodo » 05.10.2005 13:19

Michael H.W. Weber hat geschrieben: Das hängt damit zusammen, daß ich die "nur alle 10 Tage-Netzwerkverbindungseinstellung" wählen muß, damit dieses mieserable kleine Programm überhaupt mal mehr als eine WU saugt. Der Benchmarktest scheint mir eine Farce. Von ihm würde ich erwarten, daß er soviele WUs holt, wie die Kiste in 10 Tagen gerade rechnen kann. Meine Clients sind üblicherweise in spätestens 2 Tagen mit den durchschnitlich 12 WUs durch und ümpeln dann stromfressend ohne Output für Rosetta herum. Das Problem besteht aber auch bei allen anderen Projekten, hängt also wohl von BOINC selbst ab. Da würde ich den Programmierern gerne mal heimleuchten, denn das Problem besteht seit dem Beginn von BOINC. :roll:

Michael.
Wieviel WUs gesaugt werden hängt natürlich von Deinen Benchmark-Werten ab, aber vor allem von der "geschätzen" Bearbeitungszeit der jeweiligen Projekte. Für Predictor bekomme ich ein Schätzung von knapp 3 Stunden pro WU, brauchen tu ich tatsächlich 40 Minuten, bekomme aber trotzdem nur die Anzahl WUs basierend auf der Schätzung.

Trotzdem sollten da schon mehr als eine WU ankommen, auf 'nem Sempron 3000+ habe ich immer um die 10-15 WUs, bei einer Cachegröße von 1,5 Tagen.

Wann er sich die holt ist wohl ein bisschen versionsabhängig. Boinc 4.45 hat immer eine neue geholt, sobald eine WU hochgeladen wurde. Die Version 4.68 verhält sich etwas seltsamer, mal wird bis zum Schluss gerechnet und dann geholt, mal nach der Hälfte und dann wieder nach jeder WU. Kein System feststellbar ausser, dass sich das nach einiger Zeit auf den "Mittelweg" einpendelt. (zumindest bei mir)
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