Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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frank
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#25
Ungelesener Beitrag
von frank » 22.12.2004 11:40
Michael H.W. Weber hat geschrieben:
frank hat geschrieben:Neee nee mein Lieber, da sind mir die Pharmafirmen die von Anfang an sagen "Wir wollen Kohl und das möglichst schnell und möglichst viel!!" doch deutlich lieber, als diese scheinheiligen Profs!! Denn mit wieviel Geld ich die Profs und ihre Forschung finanziere, kann ich nicht entscheiden, für welches DC Projekt ich meine Stromrechnung in die Höhe treibe, schon!
Dir ist aber schon klar, daß die Mehrheit der dc Projekte von Unis laufen gelassen werden?
Klar, habe ich das bestritten? Trotzdem kann ich mich doch für ein Projekt meiner Wahl entscheiden aber nicht darüber bestimmen, welche Uni wieviel Kohle aus Steuermitteln bekommt. Und um mal wieder zum topic zurückzukommen: Wenn FAD verheißungsvolle Moleküle an die Pharmaindustrie abgibt (zu welchen Bedingungen auch immer) und diese Firmen machen sich damit so richtig die Taschen voll, dann ist mir das völlig egal, denn ich bleibe dabei, die Unis würden die Medikament nie zur Marktreife bringen und anschließend produzieren. Wozu auch, das ist nicht ihre Aufgabe. Auch dieses open source Malariamedikament wird ja später nicht von einer Uni produziert sondern von einem Wirtschaftsunternehmen. Da wird die Verlagerung in die Privatwirtschaft (und die damit verbundene Gewinne) nur an eine andere "Übergabestelle" verschoben.
frank
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Dennis Kautz
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#26
Ungelesener Beitrag
von Dennis Kautz » 22.12.2004 11:45
Michael H.W. Weber hat geschrieben:
frank hat geschrieben:Und zur Malariaforschung: Firmen wollen und müssen Geld verdienen, das ist ihr Sinn und Zweck. Ich wüsste nicht, was daran verwerflich wäre.
Verwerflich daran ist, daß bei dem allgemeinen Ökonomiewahn selbst fertig ausgereifte Arzneimittel (sagen wir von einer Uni entwickelt) nicht produziert würden, wenn der vertreibende Pharmakonzern daran nicht ordentlich verdient. Wir reden hier über Millionen von Menschen die auf dieser Basis alljährlich jämmerlich verrecken. Aber das mal nur anbei.
Michael.
Wenn wir hier von dem selben Malariamittel sprechen (das, das in Südamerika an ner Uni erforscht und gleich veröffentlicht wurde), dann wurde das genau deshalb nicht von der Pharmaindustrie produziert, weil es nicht mehr patentiert werden konnte. Und niemand wollte die hunderte Mio EUR für die Zulassung (nicht Forschung!) zahlen, wenn er damit rechnen musste, dass die anderen Konkurrenten sofort nachdem man selbst gezahlt hat, mit Generika um sich werfen. Ich denk, die Uni hätte sich besser das Patent gesichert und es nur weitergegeben unter der Auflage, dass es in Entwicklungsländern verbilligt abgegeben würde etc.

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Michael H.W. Weber
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#27
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von Michael H.W. Weber » 22.12.2004 12:14
frank hat geschrieben:...Auch dieses open source Malariamedikament wird ja später nicht von einer Uni produziert sondern von einem Wirtschaftsunternehmen. Da wird die Verlagerung in die Privatwirtschaft (und die damit verbundene Gewinne) nur an eine andere "Übergabestelle" verschoben.
Das ist ja auch eine Art Kooperation, mit der ich sogar zufrieden wäre.

Was mir allerdings nach wie vor auf den Senkel geht ist die Tatsache, daß viele Dinge gar nicht entwickelt werden, bloß weil sie keinen westlichen Massenmarkt mit gutbestückten Kunden als Abnehmer besitzen.
Michael.
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frank
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#28
Ungelesener Beitrag
von frank » 22.12.2004 12:29
Michael H.W. Weber hat geschrieben:frank hat geschrieben:...Auch dieses open source Malariamedikament wird ja später nicht von einer Uni produziert sondern von einem Wirtschaftsunternehmen. Da wird die Verlagerung in die Privatwirtschaft (und die damit verbundene Gewinne) nur an eine andere "Übergabestelle" verschoben.
Das ist ja auch eine Art Kooperation, mit der ich sogar zufrieden wäre.

Was mir allerdings nach wie vor auf den Senkel geht ist die Tatsache, daß viele Dinge gar nicht entwickelt werden, bloß weil sie keinen westlichen Massenmarkt mit gutbestückten Kunden als Abnehmer besitzen.
Michael.
Na guck, dann sind wir uns ja sogar einig

. Letztendlich geht es nur darum, den Firmen erstens die Möglichkeit zu geben Geld zu verdienen und zweitens bei Nennung der vielversprechenden Moleküle vernünftige Bedingungen bezüglich der "Dritten Welt" zu diktieren.
frank
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#29
Ungelesener Beitrag
von www.rekorn.de » 23.12.2004 10:19
das problem an patente ist, dass man jedes jahr dafür zahlen muß und jedesmal ein bisschen mehr, sodass sich der patentbesitzer schnellstmöglich einen abnehmer suchen muß...
warum regt ihr euch über deutschlandbildungspolitik auf? die politiker hier begreifen einfach nicht, was bildung sehr wichti ist. und außerdem, warum rechnen wir nicht für ein deutsches projekt, so das geld der lizenzen in deutschland bleiben wird? stattdessen rechnen wird für ein unternehmen, dass im ausland ist und ihre produkte an uns verkaufen... ok wenns in deutschland produziert werden würde, müßte wir auch zahlen, aber der staat kriegt geld durch steuereinnahmen, wovon der staat dann auch die bildung finanzieren könnte. so denn - sind wir selber schuld
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GrafZahl
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#30
Ungelesener Beitrag
von GrafZahl » 23.12.2004 11:38
Ich denke, dass viele hier gerne Projekte aus Deutschland unterstützen würden. Der Knackpunkt ist nur, dass es keine deutschen Projekte gibt, die zu vermarktbaren Ergebnissen führen können (wäre schön wenn mir hier jemand widersprechen könnte).
Aus Deutschland fallen mir nur Evolution@home und ZetaGrid ein. Letzteres behandelt ein rein mathematisches Problem, und bei Evolution@home ist mir völlig unklar, wie es da weiter geht.
Aber ich meine mich an ein geplantes Projekt in Zusammenarbeit mit der Uni Marburg erinnern zu können, finde aber momentan keine weitere Info darüber.
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frank
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#31
Ungelesener Beitrag
von frank » 23.12.2004 21:41
Jo, das Projekt hat Michael angeregt und so weit ich weiß sind schon einige Vorbereitungen auf den Weg gebracht. Ich glaube zur Zeit mühen sich Informatiker, irgendwelche Mechanismen, die ihnen Chemiker dargestellt haben, in eine Programmform umzusetzen. Wenn es dann mal so weit ist, gibt es ein deutsches Projekt zum Thema Proteinfaltung.
Aber bevor ich jetzt was völlig falsches schreibe, übergebe ich das Wort an Michael, sobald er aus dem Urlaub zurück ist

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Michael H.W. Weber
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#32
Ungelesener Beitrag
von Michael H.W. Weber » 03.01.2005 17:19
frank hat geschrieben:Jo, das Projekt hat Michael angeregt und so weit ich weiß sind schon einige Vorbereitungen auf den Weg gebracht. Ich glaube zur Zeit mühen sich Informatiker, irgendwelche Mechanismen, die ihnen Chemiker dargestellt haben, in eine Programmform umzusetzen. Wenn es dann mal so weit ist, gibt es ein deutsches Projekt zum Thema Proteinfaltung.
Aber bevor ich jetzt was völlig falsches schreibe, übergebe ich das Wort an Michael, sobald er aus dem Urlaub zurück ist

frank
Jawoll - so ist das. Ich quäle mich im Augenblick allerdings neben den ganzen anderen Dingen etwas mit GROMACS herum und halte den Laden damit etwas auf...
Michael.
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