DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

Grid-Computing, technische Entwicklung von Distributed Computing...
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mxplm
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DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#1 Ungelesener Beitrag von mxplm » 24.09.2009 18:04

Hallo,

wie vielleicht schon jemand gelesen hat, habe ich vor an meiner alten Schule ein Grid Computing Projekt zu starten. Dabei würde ich auch gern ein oder mehrere Projekte bei denen zum Laufen bringen.

Der Lehrkörper, mit dem ich gesprochen habe, hatte aber zwei Anmerkungen:
1.) Die Rechner werden ja nicht so durchgängig benutzt. Ist das ein Problem?
2.) Die Bandbreite könnte eventuell nicht für Grid Computing UND den Normalbetrieb reichen.

Ich hatte eh schon gegrübelt, welche Projekte sich am besten eignen, jetzt habe ich mal einige Anforderungen geschrieben. Bitte helft mir geeignete Projekte zu finden.

1.) Gemeinnützigkeit: Ich werde dort nichts empfehlen oder gar installieren, das nach Aliens, Primzahlen, Kollisionen oder schwarzen Löchern sucht. Killer-kriterium. Zudem sollte es um Forschung gehen, mit der die Schüler sich auch selbst auseinandersetzen können.

2.) Laufzeit: Da die Rechner nie lange am Stück laufen und manchmal nur wenige Stunden pro Woche an sind, sollten die WUs nicht so lang sein. Auf einem Pentium 4 hatte ich an maximal 10 Stunden gedacht.

3.) Bandbreite: Der Up- und Download je WU sollte sich in (engen) Grenzen halten. Unter den Voraussetzungen 1MB Download, 1MB Upload, 60 aktive Rechner und 6 Stunden/WU würde ein durchschnittliche Belastung von 3,4kByte/s auf die Bandbreite kommen. Allerdings ist mit sehr hohen Peaks zu rechnen, weil ja z.B. zu Stundenbeginn auch mal 50 Rechner gleichzeitig angeschaltet werden (2 PC-Räume).

4.) Deadline: Da einzelne Rechner auch mal 1 bis 2 Wochen nicht laufen, sollte die Deadline großzügig genug sein. Ich würde mindestens 14 Tage vorschlagen, damit die Quote der Überschreitungen nicht zu hoch ist.

5.) Stabilität: Client, Server und Anwendungen sollten stabil und unbemerkt laufen. Es sollte oft genug WUs geben.

Nice-to-Have wären zudem eine gute Dokumentation und aktuelle News zum Projekt, am besten sogar auf Deutsch. Außerdem wäre BOINC praktisch, weil ich damit einfach schon sicher umgehen kann. Ist aber auch kein Muss. Auf allen Rechnern läuft Windows, nur weiß ich leider nicht, ob NT, 2000 oder XP.

Dann lasst mal hören. Ich sammle hier im ersten Post tabellarisch Vorschläge mit Pros und Contras.
  • Vorschläge:
    1.) Spinhenge@home: sehr nah, kurze WUs, auf Windows 2000 erfolgreich getestet, kleiner Up-/Download
    2.) QMC@home: zu lange laufzeit (lt. Txt.file ~24h)
    3.) POEM@home: WUs insgesamt anscheinend gut geeignet
    4.) SIMAP: eventuell als sekundäres Projekt, weil nicht immer WUs vorliegen
    5.) yoyo@home: weitere WU-Infos? (Evolution@home, Muon (?))
    6.) WorldCommunityGrid: Welche Unterprojekte sind geeignet?
    7.) rosetta@home: Einstellbare WU-Zeit, super, wie sieht's mit Bandbreite aus?
Zuletzt geändert von mxplm am 03.11.2009 14:37, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#2 Ungelesener Beitrag von Ritschie » 24.09.2009 19:43

Hm,

bis auf die Deadline (die beträgt 7 Tage) würde Spinhenge ganz gut passen, denke ich. Projekte mit einer Deadline, wie Du sie Dir vorstellst, sind mir aber eh nicht bekannt. Wobei ich nicht allzuviele kenne, da ich mich auf ein paar wenige eingeschossen hab.

Gruß,
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#3 Ungelesener Beitrag von mxplm » 24.09.2009 20:17

An Spinhenge hatte ich auch schon gedacht. Das hat außerdem den Vorteil, dass es nur ein paar Kilometer von der Schule weg ist (FH Bielefeld).
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#4 Ungelesener Beitrag von Ritschie » 24.09.2009 20:28

mxplm hat geschrieben:An Spinhenge hatte ich auch schon gedacht. Das hat außerdem den Vorteil, dass es nur ein paar Kilometer von der Schule weg ist (FH Bielefeld).
Na da ist Spinhenge ja geradezu predistiniert. Wenn die von nem Schulprojekt ganz in der Nähe hören, unterstützen die dies vielleicht sogar aktiv in Form einer Vorlesung oder so.

Ne WU von Spinhenge braucht auf meinem uralt Athlon XP 2400+ nur ne Stunde und hat lt. planet nur 3 KB (plus einmalig 1,7 MB - wohl für den Client?!). Dazu ist es ein deutsches Projekt mit guter deutscher Dokumentation und ist nicht kommerziell. Läuft bei mir top auf w2k.

Scheint mir also echt perfekt geeignet.

Gruß,
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#5 Ungelesener Beitrag von yoyo » 24.09.2009 21:03

Hallo,
meiner Meinung nach sollte es möglichst ein Deutsches Projekt sein und die Schule dann im RKN Team rechnen ;).
Folgende deutsche Projekte gibt es unter Boinc, wovon einige aber wohl nicht geeignet sind:
POEM@home
QMC@home
SIMAP (nur gelegentlich WUs)
Spinhenge@home
und ;) yoyo@home
An Einstein@home macht auch das Max Plank Institut Potsdam und Hannover mit, da sind aber wohl die WUs zu groß im Download.

Und dann kann man natürlich immer WCG empfehlen.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#6 Ungelesener Beitrag von mxplm » 24.09.2009 21:58

Ich hatte auch schon überlegt die Rechner dann für Rechenkraft.net rechnen zu lassen, allerdings spricht eine weitere Idee dagegen:
Es gibt direkt nebenan noch ein zweites Gymnasium und zwischen den Schulen/Schülern herrscht ein ständiger Wettstreit. Wenn das Projekt an meiner alten Schule gut läuft, würde ich der anderen Schule die selben "Leistungen" anbieten. Wenn dann jede Schule ein Team bekommt können die Schüler sich mal bei was sinnvollem überbieten.

Als Alternative hatte ich überlegt alle Schüler und die Schule unter einen Account zu stecken und die Accounts der beiden Schulen dann ins Rechnekraft.net-Team aufzunehmen. Ich befürchte dabei aber ein Akzeptanzproblem bei den Schülern, was zur Folge hätte, dass einige wohl eigene Accounts und Teams bilden würden und andere nicht. Der Zusammenhalt ginge verloren, was letztendlich auch den Output negativ beeinflussen würde.

Zwei Schulen und deren Schüler wären natürlich super für das Team, aber ich denke für die effektive Rechenleistung und damit den Beitrag zur Forschung wären eigene Teams zu bevorzugen. Und da es auch dem Verein ja letztendlich um die Förderung der Forschung und Bildung geht, plane ich derzeit dieses Konzept vorzuschlagen.

Außerdem: irgendwann verlassen die Schüler die Schule, danach ist das Schul-Team weniger interessant. Und natürlich erinnern sich diese Jungs und Mädels dann an den tollen Verein, von dem Sie damals gehört haben. Und wer nach einigen Jahren immernoch mitmacht, meint es ja auch ernst.

Zu den Projekten:
POEM@home: Laut Wiki sind die WUs ja wirklich gut geeignet, danke für den Tipp!

QMC@home: Da hatte ich neulich auf allen Hosts nur noch Berechnungsfehler, hat den Ruf bei mir etwas runter gezogen. Aber kommt aus Münster, das wäre auch noch als Pluspunkt anzurechnen.

SIMAP: Solange man nicht nur SIMAP macht, ist es ok, dass es nicht immer WUs gibt. Allerdings möchte ich nicht zu viele Projekte haben.

yoyo@home: Evolution@home ja, Muon verstehe ich erhlich gesagt nicht. Einfach noch nicht informiert.

Einstein@home: Wenn du das sagst, glaube ich das ohne genaue Zahlen.

WCG: Da müsste man noch weiter trennen, CEP würde wegen der WU-Zeit und dem Up-/Download z.B. nicht gehen.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#7 Ungelesener Beitrag von Txt.file » 24.09.2009 22:34

was haben die schüler denn mit dem DC zu tun?? soll es denn nicht im Hintergrund laufen, damit die Schüler möglichst wenig davon mitbekommen?

Als Projekt war meine erste Idee Rosetta@home. POEM + SIMAP klingt aber auch recht gut. Damit haste vor allem auch lokale/deutsche Forschung.

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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#8 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 25.09.2009 12:05

Bezüglich der Teamproblematik würde ich eher pro Schule einen Account mit dem Schulnamen anlegen und diesen dann im RKN Team integrieren. So rechnet man von Anfang an nicht irgendwo unter "ferner liefen" (unser Team ist ja doch schon immer gut dabei) und kann dennoch schön wetteifern. Die Einzelrechner innerhalb einer Schule sind dann ja z.B. unter BAM auch noch individuell in ihrer Leistung aufschlüsselbar, falls gewünscht. Nur mal so eine kleine Randidee...

Michael.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#9 Ungelesener Beitrag von mxplm » 25.09.2009 13:19

Txt.file hat geschrieben:was haben die schüler denn mit dem DC zu tun??
Mein Fehler, da habe ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Ich möchte nicht nur Clients auf die Rechner ziehen, sondern auch eine Info-Veranstaltung/einen Vortrag/eine Diskussion zum Thema DC anbieten. Ziel ist, dass sich Schüler dann mit DC auseinandersetzten und es auch @home installieren. Wenn Sie dann mit den Schulrechnern zusammen in einem Team/unter einem Account rechnen würden, dann könnten sie eben mit der anderen Schule wetteifern. Zudem sollen Sie ja was von der Forschung mitkriegen, das ist auf der pädagogischen Seite das Hauptargument für diesen ganzen Zirkus.
Michael H.W. Weber hat geschrieben:Bezüglich der Teamproblematik würde ich eher pro Schule einen Account mit dem Schulnamen anlegen und diesen dann im RKN Team integrieren.
Das war mein erster Gedanke ^.^
Michael H.W. Weber hat geschrieben:So rechnet man von Anfang an nicht irgendwo unter "ferner liefen" (unser Team ist ja doch schon immer gut dabei) und kann dennoch schön wetteifern.
Da gebe ich dir nur teilweise Recht. Meiner Ansicht nach sollten die Schüler ja dann irgendwie zur Schule gehören. Wenn sie aber statt eines eigenen Schulteams im RKN-Team sind, dann müssten alle Schüler und die Schulrechner den selben Account nutzen. Da sehe ich eben einige Probleme:
  • 1.) Damit nicht alle Schüler an der Konfiguration herumspielen können, dürften sie nur den Weak-Account-Key benutzen. Dessen Benutzung ist aber weniger intuitiv als die Anmeldung über Nickname/E-Mail und Passwort. Ich weiß ehrlich gesagt nichtmal, wie man ihn im BOINC-Manager überhaupt benutzen kann (Ich kann's nur bei boinccmd). Jeder Schüler sollte einen eigenen Account haben, es ist einfacher bei Anmeldung und Stats und außerdem ist keiner gerne unpriviligierter User.

    2.) Wenn alle Schüler und die Schulrechner unter dem selben Account laufen, dann gibt es für einzelne Schüler keine vernünftige Möglichkeit mehr, die eigenen Stats zu erfahren (bzw. nur über einzelne Hosts, das finde ich aber hässlich). Dadurch wird der Wettstreit unter den Schülern gelähmt, die Motivation geht verloren.

    3.) Mit Rechenkraft.net haben die Schüler zu Anfang ja nichts zu tun. Das Team ist mit so vielen Mitgliedern für sie relativ unpersönlich, es besteht kein Bezug dazu. Daher wäre auch das Erfolgsempfinden nicht so groß, obwohl man dann zu einem insgesamt sehr guten Team gehören würde. Sie werden gerade am Anfang nicht das Gefühl haben, einen großen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet zu haben. Mit einem eigenem Team würden sie zwar vorerst auf den hinteren Plätzen rangieren, jedoch wäre der Fortschritt für jedes Mitglied sehr viel deutlicher zu erkennen. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Schüler eher versuchen ihre Mitschüler von DC zu überzeugen, wenn sie sich als Herren ihres Teams fühlen.

    4.) Zu guter Letzt hört sich "wir sind ein Team" einfach überzeugender an als "wir rechnen unter einem Account" :roll2:
Wie schon gesagt bin ich der Meinung, dass man zuerst an den Nutzen für die Forschung und Bildung und erst danach an den Verein oder das RKN-Team denken sollte. Ich werde diese Sache ja auch erst noch mit dem zuständigen Lehrer diskutieren, mal sehen, was der meint.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#10 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 25.09.2009 13:29

Wie gesagt, mir ist das im Grunde genommen egal. War nur eine Idee, die nicht unbedingt aufgegriffen werden muß. :wink:

Michael.
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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#11 Ungelesener Beitrag von Txt.file » 25.09.2009 13:44

Txt.file hat geschrieben:was haben die schüler denn mit dem DC zu tun??
sollte sowas wie den Vorschlag von Michel anbringen ... ziel weit verfehlt
Michael H.W. Weber hat geschrieben:Bezüglich der Teamproblematik würde ich eher pro Schule einen Account mit dem Schulnamen anlegen und diesen dann im RKN Team integrieren.
Die vor dir (mxplm) aufgezählten Punkte machen aber Sinn. Wüde bedeuten, 1 Team pro Schule mit einem Schulaccount (fü die Schulcomputer) und wer sich als Schüler ins Team einhacken will, machts einfach.

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Re: DC-Projekt für Schulrechner: Was geht?

#12 Ungelesener Beitrag von mxplm » 25.09.2009 14:12

Txt.file hat geschrieben:Die vor dir (mxplm) aufgezählten Punkte machen aber Sinn. Wüde bedeuten, 1 Team pro Schule mit einem Schulaccount (fü die Schulcomputer) und wer sich als Schüler ins Team einhacken will, machts einfach.
Genau, das ist die Variante, die ich zur Zeit geplant habe.
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